eine lachende Frau lehnt sich aus dem Fenster eines blauen Zuges
Klimafreundlicher, emissionsfreier Antrieb verschönt das Zugfahrerlebnis in Zukunft noch. © Solovyova / iStock / Getty Images Plus

Good News der Woche | Klimaforschung

WASSERSTOFF ALS ENERGIETRÄGER DER ZUKUNFT

In einer Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit Luftsauerstoff, dabei entsteht Energie – aus dem Auspuff kommt lediglich Wasser. Eine emissionsarme Energiequelle? Nicht ganz, denn der Wasserstoff wird in Fabriken aus Erdgas hergestellt. Doch das könnte sich bald ändern.

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Bereits zwei blaue Züge fahren auf deutschen Gleisen, ganz ohne Oberleitung und trotzdem elektrisch. Möglich macht dies eine Brennstoffzelle und Wasserstoff als Antriebsgas. Komplett emissionsfrei laufen die Züge jedoch nicht, denn der Wasserstoff kommt mit einem Tanklaster aus den Niederlanden, wo er durch ein energieintensives Verfahren aus Erdgas hergestellt wird. Um den Antrieb komplett auf grün zu schalten, tüfteln die Hersteller der blauen Züge bereits an Lösungen. Ziel soll sein, den Wasserstoff ausschließlich mit erneuerbarer Energie herzustellen. Zum Beispiel mit Hilfe von Windenergie – und dadurch ließe sich sogar noch ein zweites Problem nebenbei lösen.

An dieser Stelle möchten wir künftig jede Woche eine neue Good News vorstellen. Oft schockieren uns Nachrichten, Negatives erhält mehr Aufmerksamkeit als Schönes. Das erweckt bei vielen den Eindruck, die Welt sei nur schlecht und kein schöner Ort – teilweise wird die Weltlage dadurch düsterer eingeschätzt als sie eigentlich ist. Doch täglich passieren positive Dinge, kleine wie große Hoffnungsschimmer, von denen wir ab sofort berichten wollen.
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Häufig müssen Windparks nämlich trotz steifer Brise lahmgelegt werden, denn es gibt nicht genug Leitungen, um den produzierten Strom in die Haushalte zu leiten. So gingen allein im vergangenen Jahr über fünf Terawattstunden Strom verloren, fünf Prozent des insgesamt erzeugten Windstroms. Wieso dann nicht den ungenutzten Strom nutzen, um Wasserstoff aus Wasser herzustellen? Das dachten sich auch Ingenieure großer deutscher Energieversorger und griffen zu Lego: Mit Hilfe der Steine entwarfen Jimmy Langham und sein Team vom Energieversorger Eon eine Plattform, die neben einem Windrad direkt auf offener See installiert werden könnte. Damit könnten teure Netzanschlüsse gespart werden. Die Wind-Wasserstoff-Idee steht zwar noch am Anfang, doch die Betreiber sind dran. Wenn Deutschland seine Klimaziele 2030 halten möchte, muss jetzt Gas gegeben werden – im wahrsten Sinne des Wortes. Bis Mitte der zwanziger Jahre müsse Deutschland dafür Anlagen im dreistelligen Megawatt-Bereich bauen. „Fünf Jahre ist übermorgen und deshalb muss es jetzt beginnen“.

Farina Haase,
Apothekerin/Redaktion

Quelle: Deutschlandfunk 

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