Venen und Krampfadern
PTA-Fortbildung

Venen und Krampfadern: Schwieriger Rückweg 

Geschwollene, schmerzende Beine, Besenreiser oder Krampfadern – das sind Symptome, unter denen viele Ihrer Kunden leiden. Was können sie dagegen tun? Wie kann man vorbeugen? Diese Fortbildung macht Sie fit in Sachen Venengesundheit. 

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Schwere, müde Beine am Abend, geschwollene Knöchel nach einem langen Arbeitstag oder sogar sichtbare Veränderungen der Gefäße unter der Haut – Beschwerden rund um die Venengesundheit gehören zu den Themen, mit denen Kunden oft in der Apotheke Rat suchen. Gerade in der warmen Jahreszeit steigt das Interesse an wirksamen und gut verträglichen Maßnahmen zur Unterstützung der venösen Funktion. Für Sie bietet sich hier die Chance, einen echten Mehrwert für Ihre Kunden zu schaffen – durch kompetente Beratung, Tipps zur Prävention und gezielte Produktempfehlungen.  

Doch was genau passiert in den Venen, wenn ihre Leistungsfähigkeit nachlässt? Welche Risikofaktoren lassen sich minimieren? Welche Therapiekonzepte sind relevant? Und wie lässt sich dieses Wissen praxisnah in die tägliche Beratung integrieren? Aktuelle Prophylaxe- und Therapieansätze helfen Ihnen, fit in der Venenberatung zu werden. 

Lernziele 

Lernen Sie in dieser von der Bundesapothekerkammer akkreditierten Fortbildung unter anderem, 

  • was die Venen krank macht, 
  • welche Venenleiden es gibt, 
  • welche Ursachen den jeweiligen Erkrankungen zugrunde liegen, 
  • warum kranke Venen nicht nur ein kosmetisches Problem sind, 
  • welche Therapieoptionen bestehen, wo die Risiken liegen und 
  • wie Sie Ihre Kunden mit der passenden Kompressionstherapie unterstützen können. 

Immer im Kreis herum: der Blutkreislauf

Anatomisch wird der Blutkreislauf in den großen Körperkreislauf (Systemkreislauf) und den kleinen Lungenkreislauf (Pulmonalkreislauf) eingeteilt. Die Hauptaufgabe des Systemkreislaufs ist die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Ausgehend von der linken Herzkammer pumpt das Herz mit jedem Schlag sauerstoff- und nährstoffreiches Blut in die Aorta. 

Diese verzweigt sich auf ihrem Weg durch den Körper in Arterien, Arteriolen und schließlich Kapillaren. In den Kapillaren gibt das Blut Sauerstoff und Nährstoffe an die umliegenden Zellen ab. Auf diese Art werden alle Organe und Gewebe des menschlichen Körpers versorgt. Gleichzeitig nimmt das Blut in den Kapillaren Stoffwechselendprodukte und Kohlendioxid auf. Das sauerstoffarme Blut fließt danach über die Venen zurück zum Herzen. 

Im pulmonalen Kreislauf wird das Blut mit Sauerstoff angereichert. Dazu pumpt das Herz das Blut von der rechten Herzkammer über die Lungenarterie zur Lunge. In den Lungenkapillaren gibt das Blut Kohlendioxid ab und nimmt Sauerstoff auf. Das nun sauerstoffreiche Blut fließt über die Lungenvenen zum linken Vorhof des Herzens. Der Kreislauf beginnt von neuem. 

Auf dem Weg zum Herzen: Venen und Venenklappen

Am Bein finden sich drei Arten von Venen:  

  • tiefe Beinvenen 

  • oberflächliche Venen 

  • Perforansvenen 

Die tiefen Venen liegen im Inneren der Muskulatur. Sie sind dafür zuständig, das Blut zum Herzen entgegen der Schwerkraft zurückzutransportieren. Der Sog vom Herz in der Diastole, also der Dilatationsphase, zieht das Blut nach oben. 

Noch effektiver wird der Blutfluss durch das Zusammenspiel von tiefen Venen und Muskulatur, was als Venen-Muskelpumpe bezeichnet wird. In der Anspannungsphase, zum Beispiel beim Laufen oder anderen Beinbewegungen, wird Druck auf die in der Muskulatur liegenden tiefen Venen ausgeübt. Dieser Druck befördert das venöse Blut in Richtung Herz. Beim ruhigen Stehen oder beim Sitzen ist die Venen-Muskelpumpe nicht aktiv, dann saugt nur das Herz das Blut nach oben. Deshalb kann das Blut in den Beinen versacken. 

Die oberflächlichen Venen bilden ein Netzwerk unter der Haut. Sie sind, je nach Größe und Hauttyp, von außen sichtbar. Auch die oberflächlichen Venen transportieren Blut zurück zum Herzen, aufgrund ihres geringeren Lumens jedoch deutlich weniger als die tiefen Beinvenen. 

Die Perforansvenen verbinden die oberflächlichen mit den tiefen Venen. Sind die Venen gesund, funktionieren Perforansvenen wie eine Einbahnstraße, das heißt, in ihnen kann das Blut nur von den oberflächlichen in die tiefen Venen strömen. 

Alle Venenarten im Bein verfügen über die sogenannten Venenklappen. Sie schließen sich in der diastolischen Phase des Herzens beim Rückweg des Bluts ins Herz und versperren ihm damit den Weg in die Tiefe. Mithilfe der Venenklappen und der Venen-Muskelpumpe kann das Blut aktiv aus den Beinen, entgegen der Schwerkraft, zum Herzen transportiert werden. 

Sind die aber Venen überlastet, so leiert das Gewebe aus. Das Lumen der Vene vergrößert sich und die Venenklappen können die Vene nun nicht mehr dicht verschließen. Dadurch strömt Blut zurück. Mit der Zeit bilden sich Ausstülpungen. Die Vene enthält dann dauerhaft zu viel Blut. Dies ist der Beginn eines Venenleidens. 

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