Parasiten: Schmarotzer am Menschen
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01. November 2026
Kopfläuse-Befall: die Pediculose
Kopfläuse sind eine der häufigsten parasitären Erkrankungen im Kindesalter. Kopfläuse stechen mit ihrem Mundwerkzeug in die Kopfhaut und ernähren sich vom Blut des Menschen – das erzeugt Juckreiz, eventuell auch Rötungen und Pusteln. Läuse werden durch direkten Haar-zu-Haar-Kontakt übertragen, sind also ansteckend. Hygiene spielt dabei keine Rolle.
Läuseeier, die sogenannten Nissen, reifen innerhalb von sieben bis acht Tagen zu Larven, den Nymphen, heran und schlüpfen. Nach weiteren neun bis elf Tagen entwickeln die Nymphen sich zu erwachsenen Kopfläusen. Diese geschlechtsfähigen Läuse können dann wieder Nissen ablegen.
Läuse finden und erkennen: Erwachsene Läuse sind im Haar erkennbar als kleine, rotbraune Insekten mit sechs Beinen und ohne Flügel; Nymphen sind kleiner. Nissen sind winzige Eier und durchsichtig bis weiß oder gräulich. Sie sitzen in der Regel am Haaransatz, weniger als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt, und zwar vor allem im Nacken, an den Schläfen und hinter den Ohren. Nissen unterscheiden sich von Schuppen dadurch, dass Nissen sich nicht einfach vom Haar abstreifen lassen – sie sind festgekittet.
Läuse loswerden
Um Kopfläuse zu bekämpfen, werden Kopfhaut und Haare mit entsprechenden Mitteln benetzt – das können Shampoos, Sprays oder Lösungen sein. Die Mittel wirken entweder „chemisch“ über das Nervensystem der Parasiten oder sie verschließen physikalisch die Atmungslöcher der Tiere.
Physikalisch wirkende Läuseshampoos spreiten nicht nur über den Läusekörper hervorragend, sondern auch im Haar. Sie lassen sich also leicht verteilen und das Haar ist danach gut kämmbar.
Wichtig: Alle Mittel töten nur erwachsene Läuse ab, die Nissen überleben. Deshalb ist immer eine Wiederholungsbehandlung nötig, wenn die Nissen das Erwachsenenstadium erreicht haben: nach sieben bis zehn Tagen.
| Wirkstoff | Wirkweise | Anwendung |
|---|---|---|
| Permethrin | chemisch | Ins frisch gewaschene, frottierte, noch feuchte Haar; Einwirkzeit: 30 - 45 min |
| Pyrethrum | chemisch | Ins trockene Haar; Einwirkzeit: 30 - 45 min |
| Neem-Extrakt | physikalisch | Ins trockene Haar; Einwirkzeit: 10 min |
| Silikonöle | physikalisch | Ins trockene Haar; Einwirkzeit: 10 bzw. 20 min |
| Mineralöl | physikalisch | Ins trockene Haar; Einwirkzeit: 10 min |
Nach der Einwirkzeit werden Läuse und gelöste Nissen mit einem Nissenkamm ausgekämmt, und zwar Strähne für Strähne, solange das Mittel noch im Haar ist (also im nassen Zustand). Der Kamm muss dicht am Haaransatz angesetzt werden und wird am besten nach jeder Strähne ausgestreift. Sorgfalt ist unerlässlich, es darf keine lebende Laus auf dem Kopf bleiben.
Eine einzige überlebende Laus kann bis zu 200 Nissen legen.
Ein weißes Handtuch auf den Schultern hilft, herabfallende Läuse zu erkennen. Daran kann man auch den Nissenkamm abstreifen.
Fehler bei der Anwendung von Läuseshampoo
🦟zu wenig Läuseshampoo auftragen
🦟zu starke Verdünnung des Läuseshampoos durch nasse Haare
🦟zu kurze Einwirkzeit
🦟nicht mit Nissenkamm gekämmt
🦟keine Wiederholungsbehandlung
🦟Umfeld nicht untersucht und ggf. mitbehandelt
🦟Umgebung nicht entlaust
Nicht nur die Behandlung der betroffenen Person ist wichtig, auch Kontaktpersonen und Gemeinschaftseinrichtungen wie die Kita oder Schule müssen informiert werden. Außerdem sollten alle Familienmitglieder regelmäßig auf Läuse abgesucht werden.
Der Mensch ist der einzige Wirt für die Kopflaus – auf Haustieren findet sie keine Nahrung. Ohne Nahrung stirbt eine Laus nach circa 55 Stunden.
Läuse sterben zwar, wenn sie nicht auf der Kopfhaut sitzen, aber es ist möglich, sich in einem kurzen Zeitraum am eigenen Bettzeug oder etwa an Haargummis wiederanzustecken. Deshalb gilt:
🦟Während der Behandlungsphase Bettwäsche, Handtücher und Wäsche täglich wechseln
🦟Kämme, Bürsten, Haarspangen und Haargummis in heißer Seifenlauge reinigen
🦟Mützen, Schals, Kuscheltiere und weitere Textilien für drei Tage in einem luftdicht verschlossenen Plastiksack zur Seite stellen
🦟Polstermöbel, Teppiche, Autositze und weitere nicht wasch- oder abnehmbare Textilien mit einem geeigneten Spray behandeln
Es gibt weitere Läusearten, die den Menschen befallen können, zum Beispiel Filzläuse.
Frage: Wie werden Kopfläuse hauptsächlich übertragen?
A. Über die Luft
B. Über Haustiere
C. Über direkten Haarkontakt











