Mehrere Gürtel in Leder-Optik aufgerollt
Ist das ein „Echtleder“-Gürtel oder ein veganer Leder-Gürtel? Die Unterschiede sind manchmal schwer zu erkennen. © fortton / iStock / Getty Images Plus

Good News der Woche | Lederimitate

VEGANES LEDER BOOMT

Leder aus Obst? Ja, an pflanzlichen Alternativen zu Leder wird geforscht, die Nachfrage nimmt stetig zu. Immer mehr Menschen verzichten bewusst auf tierisches Leder. Dass es sich dabei nicht nur um Veganer handelt, hat verschiedene Gründe.

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Ananasblätter, Kork, Eukalyptus, Pilze, Papier, sogar an diversen Obsthäuten wird sich versucht. Eine Forscherin aus Schwäbisch Gmünd gerbt dazu die Haut von Melonen, Grapefruit oder Ananas. Das Marktforschungsunternehmen Grand View Research (GVR) prognostizierte unlängst, dass die vegane Lederindustrie auch weiterhin stark wachsen wird. Die Lederindustrie klagte zwar, dass die Bezeichnungen „veganes Leder“ oder „Apfelleder“ nicht rechtens seien – sie werden unter anderem von einem Handtaschenhersteller genutzt – doch das Landgericht Hannover befand die Begriffe weder für irreführend noch wettbewerbswidrig. Auch in der Automobil-, Bekleidungs-, Schuh- und Polsterindustrie sind pflanzliche Lederarten bereits verankert.

An dieser Stelle möchten wir künftig jede Woche eine neue Good News vorstellen. Oft schockieren uns Nachrichten, Negatives erhält mehr Aufmerksamkeit als Schönes. Das erweckt bei vielen den Eindruck, die Welt sei nur schlecht und kein schöner Ort – teilweise wird die Weltlage dadurch düsterer eingeschätzt als sie eigentlich ist. Doch täglich passieren positive Dinge, kleine wie große Hoffnungsschimmer, von denen wir ab sofort berichten wollen. Sie wollen noch mehr gute Nachrichten lesen? Dann lesen Sie hier weiter.

Nicht nur das Tierwohl spricht für viele Verbraucher gegen den Kauf tierischen Leders. Die etwa 1,4 Milliarden Häute von Schafen, Ziegen und Kühen, die jährlich zu Leder verarbeitet werden, stammen häufig aus Entwicklungsländern. Die Menschen erhalten für ihre Arbeit zu wenig Lohn, um die Produktionskosten gering zu halten, werden chemische Gerbmittel verwendet; die Rückstände finden sich dann oftmals noch in den fertigen Waren. Aufgrund der abweichenden Umweltbestimmungen handelt es sich zumeist um mensch-, tier- und umweltschädigende Substanzen. Am häufigsten werden Mineralsalze, beispielsweise Chrom-III- sowie Aluminiumsalze, eingesetzt. Gleiches gilt für Leder auf Kunststoffbasis: Es wird ebenso häufig unter fragwürdigen Bedingungen am anderen Ende der Welt billig produziert, zudem basiert es auf dem nicht nachwachsenden Rohstoff Erdöl.

Ein Beispiel für veganes Leder wäre Piñatex – Leder aus Ananasblättern. Diese fallen bei der Ernte als Abfallprodukt an. In einer speziellen Textilfabrik können die Fasern zu Leder gegerbt werden – anfallende Biomasse wird zu Dünger oder Biogas weiterverarbeitet, die Bauern haben zudem eine zusätzliche Einnahmequelle. Auch Pilzfasern können in Form gepresst, getrocknet und gegerbt werden. Das Startup MycoWorks stellte vor kurzem seinen ersten veganen Pilz-Leder-Geldbeutel vor.

Farina Haase,
Apothekerin/Redaktion

Quellen:
Utopia.de
PETA

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