Zecken
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Zecken: Vorbeugen und Nachsorgen

Borreliose und FSME sind nicht die einzigen Krankheiten, die Zecken an Menschen übertragen. Aber wie groß ist die Ansteckungsgefahr eigentlich wirklich? Hier lernen Sie, was Sie Ihren Kund*innen vorbeugend gegen Zeckenstiche empfehlen können und was, wenn es dann doch passiert ist.

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Borreliose auf einen Blick

Borrelien sind Bakterien, die typischerweise mit Zeckenstichen übertragen werden. 20 bis 30 Prozent der Zecken tragen Borrelien. Weil sie im Mitteldarm der Zecke vorkommen, dauert es nach einem Stich mehrere Stunden, bis sie in den menschlichen Körper gelangen. Die Ansteckungsgefahr ist also gering, wenn eine Zecke schnell entfernt wird. Und selbst wenn Borrelien in den menschlichen Körper gelangen, kann das Immunsystem sie meist in Schach halten.

Wirklich krank werden nach Berechnungen des Robert Koch-Institus (RKI) 0,3 bis 1,4 Prozent der Menschen, die von einer Zecke gestochen werden. Kommt es zu einer Infektion, nennen wir sie Borreliose.

🕷️Die Lyme-Borreliose zeigt sich durch die typische Wanderröte: Eine mindestens fünf Zentimeter große, ringförmige Hautrötung entwickelt sich innerhalb von 3 bis 30 Tagen nach dem Zeckenstich um die Einstichstelle herum. Die Hautveränderung kann auch an anderen Körperstellen auftreten, knotig oder bläulich sein. Eine Borreliose kann zudem Fieber, Lymphknotenschwellungen, Muskel- und Gelenkschmerzen mit sich bringen.

🕷️Borrelien können auch das Nervensystem befallen. Eine solche Neuroborreliose tritt bei 3 von 100 Erkrankten auf, und zwar innerhalb weniger Wochen bis Monate nach dem Stich. Typisch sind brennende Nervenschmerzen, Gesichtslähmungen, Taubheitsgefühle, Seh- oder Hörstörungen und in seltenen Fällen Lähmungen des Rumpfes, der Arme oder der Beine. Bei Kindern ist eine Hirnhautentzündung möglich.

🕷️Bei einer Lyme-Arthritis (circa 5 von 100 Erkrankten) entzünden sich Gelenke durch die Borrelien. Die Lyme-Arthritis verläuft in der Regel schubweise wiederkehrend.

🕷️In seltenen Fällen kann Borreliose das Herz befallen. Mögliche Symptome sind Herzrhythmusstörungen oder Entzündungen.

Im Frühstadium hilft ein Antibiotikum meist gut. Bleibt eine Infektion lange unentdeckt, kann sie allerdings in Einzelfällen zu komplizierten Verläufen führen, die aufwendige Behandlungen nötig machen. Eine verschleppte Borreliose kann auch chronifizieren. Deshalb ist es sinnvoll, einen geröteten Zeckenstich oder ein Krankheitsgefühl nach einem Stich früh abklären zu lassen.

Es gibt in den USA einen Impfstoff, der allerdings lediglich gegen eine Unterart der Borrelien wirkt, die in Europa kaum Infektionen verursacht. Hierzulande ist VLA15 ein Impfstoffkandidat. Eventuell wird er noch 2026 zugelassen.


Frage: Warum dauert es bis zur Ansteckung mit Borreliose nach einem Zeckenstich mehrere Stunden?

A. Weil die Borrelien im menschlichen Körper erst aktiviert werden müssen
B. Weil Borrelien im Mitteldarm der Zecke sitzen und es dauert, bis sie von dort aus in die menschliche Wunde gelangen
C. Weil Zecken nach dem Stich einige Stunden ausharren, bevor sie mit dem Blutsaugen beginnen

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