Rund ums Stillen
9 Minuten
01. November 2025
Zur Gewichtskontrolle – Babywaagen
Einen Nachteil hat das Stillen aber leider doch: Die Trinkmenge lässt sich nur schwer abschätzen. Das beunruhigt einige Eltern, die dann oft noch von Großeltern oder älteren Verwandten, die aus der „Flaschengeneration“ stammen, verunsichert werden. Diesen Eltern können Sie mit dem Verleih von Babywaagen helfen, die Trinkmenge und die Gewichtszunahme ihres Babys zu kontrollieren. Auch für Frühgeborene werden für die erste Zeit nach der Klinikentlassung häufig Waagen ausgeliehen. Besonders beliebt sind klappbare Schalenwaagen. Sie besitzen durch die Schale eine sichere Wiegemulde, die ein für Eltern und Kind bequemes Wiegen ermöglicht und leicht zu reinigen ist. Sie benötigen weder im voller gewordenen Haushalt der Familie, noch in der Apotheke allzu viel Platz. Die meisten Waagen besitzen eine digitale Anzeige und sind intuitiv zu bedienen. Es gibt aber auch mechanische Babywaagen, die den Vorteil haben unabhängig von Stromquellen oder Batterien zu funktionieren. Sie werden aber im Verleih selten nachgefragt. Im Gegensatz zu Waagen in einer Arztpraxis müssen Babywaagen zum Verleih in der Apotheke nicht regelmäßig geeicht werden.
Beim Wiegen ist zu beachten, dass die Waage auf einem sicheren Unterstand steht, im Zweifelsfall auf dem Fußboden. Um die Trinkmenge durch das Stillen zu kontrollieren, wird eine Differenzwägung vor und nach dem Stillen durchgeführt. Dazu kann die Kleidung angelassen werden. Der erste Gewichtswert vor dem Stillen wird aufgeschrieben oder gespeichert. Dann kann das Baby wie gewohnt gestillt werden. Vor dem erneuten Wiegen nach dem Stillen darf das Baby nicht gewickelt werden, denn nur mit dem gesamten Magen- Darm-Inhalt lässt sich durch den Gewichtsunterschied die Trinkmenge feststellen. Nun wird das Baby mit der komplett gleichen Kleidung einschließlich auch vorher mitgewogener Lätzchen, Mützchen oder Tüchern erneut gewogen. Der Unterschied der beiden Gewichtswerte ergibt die Trinkmenge. Wenn eine regelmäßige Kontrolle der Gewichtszunahme erforderlich ist, ist zu beachten, dass diese zu einer ähnlichen Tageszeit stattfindet, denn die meisten Säuglinge trinken tagsüber wesentlich mehr und verbrauchen nachts Energie. Um genaue Messungen zu erzielen, sollte das Kind Kleidung tragen, deren Gewicht zusammen mit der Windel bekannt ist. Optimale Messergebnisse gibt es natürlich, wenn das Kind beim Wiegen nackt ist. Das ist beim Wickeln am einfachsten machbar, allerdings kann dies in Kombination mit der Beachtung der Tageszeit zu zusätzlichem Stress im Familienalltag führen. Auf eine passende Raumtemperatur und angenehmes Licht sollte unbedingt geachtet werden.
Zum Erkennen von Gedeihstörungen – Regelmäßige Kontrolluntersuchungen
Ob sich insgesamt das Körpergewicht und die Körperlänge eines Säuglings gut entwickelt, stellt der Kinderarzt bei den vorgeschriebenen Kontrolluntersuchungen fest. Er trägt dazu das aktuelle Gewicht und die Größe in spezielle Wachstumsgrafiken im gelben Vorsorgeuntersuchungsheft ein. Bei den für Mädchen und Jungen unterschiedlichen, vorgegebenen Kurven spricht man auch von Perzentilenkurven. Der Ausdruck Perzentil kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Hundertstelwert oder Prozentstrang und stellt eine Art Maßeinheit zum Gewichts- und Größenvergleich gleichalter Kinder dar. Liegt das gemessene Gewicht eines Kindes zum Beispiel auf der P10 Linie, also auf der 10. Perzentile, so bedeutet das: 10 Prozent der gleichaltrigen und gleichgeschlechtlichen Kinder wiegen weniger, 90 Prozent wiegen mehr. Menschen sind von Geburt an sehr unterschiedlich und somit ist die Spannbreite bei gesundem Körperwachstum auch recht groß. Nur wenn Kinder leichter als 97 Prozent ihrer Altersgruppe sind, also unterhalb der P3-Perzentile liegen oder auf der Gewichtskurve immer weiter von ihrem bisherigen Verlauf abrutschen, wird von einer sogenannten Gedeihstörung ausgegangen. Echte Gedeihstörungen betreffen auf Dauer nicht nur das Längenwachstum, sondern auch das Wachstum der inneren Organe, des Skeletts und die Versorgung und Entwicklung des Gehirns. In diesen Fällen muss gewissenhaft nach der Ursache gesucht werden. Bei Neugeborenen kann dies eine Magenpförtnerverengung sein, bei älteren Säuglingen kommen auch Mukoviszidose oder Kuhmilchallergien vor. Neben körperlichen Ursachen können aber auch psychosoziale Ursachen wie Stress zu Hause oder in der Fremdbetreuung, der schnell in einen sich verstärkenden Teufelskreis führen kann, zu Gedeihstörungen führen.
Wenn die Eltern mit ihren Leihgeräten am Ende zufrieden nach Hause gehen, tragen Sie als PKA dazu bei, dass das neue Familienmitglied gesund aufwächst und die ganze Familie gern wieder zu Ihnen in Ihre Apotheke kommt.
Die Autorin versichert, dass keine Interessenkonflikte im Sinne von finanziellen oder persönlichen Beziehungen zu Dritten bestehen, die von den Inhalten dieser Fortbildung positiv oder negativ betroffen sein könnten.











