Endometriose
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Endometriose: Eine von zehn

Endometriose ist eine der häufigsten gutartigen gynäkologischen Erkrankungen. Trotzdem dauert es oft Jahre, bis Betroffene die Diagnose erhalten – und damit endlich Hilfe. Hier erfahren Sie, was Endometriose eigentlich ist und was dagegen hilft.

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So wählen Ärzt*innen das passende Schmerzmittel

Da Schmerzen das häufigste und ausgeprägteste Symptom einer Endometriose sind, ist eine Schmerztherapie essenziell in der Therapie der Erkrankung. Die Leitlinie zur Behandlung einer Endometriose wurde im März 2025 erneuert. Die Autor*innen legen großen Wert auf eine individuelle Schmerztherapie.

Allgemein gilt für die Auswahl eines Schmerzmittels: Paracetamol ist in Studien weniger effektiv als nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), wenn der Schmerz an den Nozizeptoren, also an den Schmerzrezeptoren, entsteht. Schmerzen durch Schäden oder Fehlfunktionen des Nervensystems hingegen sprechen am besten auf Antidepressiva, Cannabinoide, Metamizol oder Paracetamol an. Ebenso Schmerzen durch eine veränderte Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem. Für Metamizol und Paracetamol gibt es allerdings im Zusammenhang mit Endometriose keine ausreichenden Studiendaten.

Multimodale Schmerztherapie

Eine multimodale Schmerztherapie umfasst neben Analgetika noch weitere Maßnahmen, um die Schmerzen zu lindern. Bei Endometriose kann zum Beispiel ein TENS-Gerät verordnet werden. TENS steht für transkutane elektrische Nervenstimulation. Das heißt, Elektroden auf der Haut geben schwache Strom-Impulse ab, die die Nervenenden stimulieren. Die Nevenweiterleitung wird so blockiert, außerdem werden schmerzstillende Endorphine freigesetzt.

Auch Physiotherapie kann bei Endometriose helfen. Die Betroffenen lernen, verkrampfte Bereiche zu entspannen, den Beckenboden zu stärken oder Triggerpunkte zu lockern – angepasst an die individuellen Beschwerden. Atemübungen, Yoga, progressive Muskelrelaxation oder Selbstmassagen mit Aroma-Ölen helfen bei der Entspannung auf körperlicher und mentaler Ebene.

Auch Akupunktur und Osteopathie können Endometriose-Schmerzen lindern, ebenso Lokalanästhetika als Injektionen in Triggerpunkte. Eine Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie) unterstützt dabei, mit dem Schmerz umzugehen.

Ein Bild, das Kreis, Entwurf enthält. KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.Regelmäßiger, sanfter Sport fördert die Durchblutung und Beweglichkeit, außerdem reduziert er Stress.

Gibt es eine spezielle Ernährung bei Endometriose?

Es gibt keine spezifische Endometriose-Diät. Manche Betroffene profitieren aber von einer entzündungsarmen Kost mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten und Omega-3-Fettsäuren, dafür wenig Fleisch, Zucker und Transfetten. Diese Ernährungsform ist reich an Antioxidanzien. Individuell können Endometriose-Patient*innen ausprobieren, ob ihnen der Verzicht auf Alkohol und/oder Koffein guttut.

Und Nahrungsergänzungsmittel? Antioxidanzien wie Vitamin C oder E als Nahrungsergänzungsmittel können kleineren Studien zufolge die Schmerzintensität verringern. Viele Endometriose-Betroffene haben auch einen Vitamin-D-Mangel, den es auszugleichen gilt.

(Schmerzen durch) Magen-Darm-Beschwerden

Viele Endometriose-Patient*innen haben Magen-Darm-Beschwerden, vor allem, wenn Endometriose-Herde an den Verdauungsorganen sitzen. Berichten Kund*innen also über zyklische Darmbeschwerden, raten Sie ihnen unbedingt zur ärztlichen Abklärung, falls das noch nicht geschehen ist. Ansonsten können Sie OTC-Präparate empfehlen, je nach den individuellen Beschwerden.

Ein Bild, das Regenbogen, Farbigkeit, Kreis enthält. KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.Beratungstipp: Butylscopolamin kann Schmerzen durch Krämpfe lindern, ebenso Wärmflaschen, -kissen und -pflaster.

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