Endometriose: Eine von zehn
7 Minuten 100 Punkte
- 1Lernziele
- 2Endometriose im Überblick
- 3Hellhörig werden & beraten
- 4Multimodale Schmerztherapie
- 5Weitere Optionen
- 6Kinderwunsch
- 7Abschlussquiz
01. August 2026
Endometriose ist eine der häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch. Die wenigen Patient*innen, die nicht anhand ihrer Schmerzen die Diagnose Endometriose erhalten, bekommen sie oft dann, wenn sie sich für ihren Kinderwunsch in Behandlung begeben.
Wichtig zu wissen ist, dass Endometriose nicht automatisch unfruchtbar macht. Und es kommt weniger darauf an, wie stark ausgeprägt die Endometriose insgesamt ist; auch bei geringgradiger Erkrankung kann die Fertilität sinken. Vermutlich beeinträchtigen die Entzündungsbotenstoffe die Spermienqualität und die Einnistung der befruchteten Eizelle.
Vielmehr kommt es darauf an, wie die Anatomie individuell betroffen ist:
- Gibt es Verwachsungen oder Verklebungen an den Eierstöcken und Eileitern?
- Gibt es Endometriome, Adenome oder Myome
- und wo sitzen sie?
Man geht davon aus, dass die Hälfte aller Endometriose-Betroffenen in ihrer Fruchtbarkeit eingeschränkt sind oder häufiger Fehlgeburten erleben. Und die Dunkelziffer ist hoch.
Was also tun?
Für viele Paare bedeutet der unerfüllte Kinderwunsch Kummer und Leid. Dieser Stress kann die Fertilität aber zusätzlich beeinträchtigen. Die Endometriose-Leitlinie empfiehlt eine unterstützende Psychotherapie für die Betroffenen und ihre Partner*innen. Für die Beratung in der Apotheke heißt das: Gehen Sie sensibel mit dem Thema um!
Wichtig ist generell, dass die Endometriose behandelt wird. Bezogen auf den Kinderwunsch bringen Hormontherapien in Studien keinen Vorteil, eine Laparoskopie hingegen signifikant, wenn denn Verwachsungen und tief liegende Endometriose-Herde die Ursache der Unfruchtbarkeit sind. Nach der Operation wartet man in der Regel ein Jahr ab und beginnt dann eine Kinderwunschbehandlung.
Schwanger mit Endometriose: Wer es mit Endometriose geschafft hat, schwanger zu werden, hat ein höheres Risiko bestimmter Komplikationen, darunter Frühgeburt und Plazentaablösung, aber auch für eine Fehlgeburt. Andererseits kann der erhöhte Progesteronspiegel während einer Schwangerschaft die Endometriose lindern.










