Endometriose: Eine von zehn
7 Minuten 100 Punkte
- 1Lernziele
- 2Endometriose im Überblick
- 3Hellhörig werden & beraten
- 4Multimodale Schmerztherapie
- 5Weitere Optionen
- 6Kinderwunsch
- 7Abschlussquiz
01. August 2026
So äußert sich Endometriose
Die häufigsten und ausgeprägtesten Beschwerden bei einer Endometriose sind Schmerzen. Betroffene geben auf einer Skala von eins bis zehn ihre Schmerzen mit sechs oder mehr an. Einige fürchten auch, vor Schmerz ohnmächtig zu werden. Der Schmerz kann nur während der Monatsblutung auftreten, bei vielen aber auch unabhängig davon oder dauerhaft. Er hindert die Betroffenen an ihrem Alltag, der Arbeit, der Schule.
„Das ist halt so während der Periode“? Nein! Starke Regelbeschwerden sind nicht normal.
Becken- und Rückenschmerzen sind besonders häufig und führen zusätzlich zu Verspannungen. Für manche Betroffene ist auch Sex schmerzhaft. Sind die Blase oder der Darm betroffen, können auch Wasserlassen und Stuhlgang schmerzen oder die Endometriose-Herde stören beim Entleeren. Auch Übelkeit oder Durchfall im Zusammenhang mit dem Zyklus können Anzeichen einer Endometriose sein.
Neben Schmerzen ist ein unerfüllter Kinderwunsch ein häufiges Symptom von Endometriose.
Red Flags: Hellhörig werden
Haken Sie genauer nach und raten sie zu einer gynäkologischen Abklärung,
- wenn Kund*innen um Schmerzmittel oder entkrampfende Mittel wegen ihrer Periodenschmerzen bitten,
- wenn eingenommene Schmerzmittel und/oder Wärme nicht ausreichend geholfen haben,
- wenn die Regelschmerzen schon vor der Monatsblutung beginnen,
- wenn auch rund um den Eisprung Schmerzen auftreten,
- bei einseitigen, anhaltenden Unterleibsschmerzen,
- wenn Stuhlgang und Wasserlassen zyklisch schmerzen,
- wenn während der Menstruation Blut im Urin oder Stuhl sind,
- wenn die Periodenblutung besonders stark oder unregelmäßig ist,
- wenn Kund*innen über Schmerzen beim Sex berichten
- und in der Beratung zu unerfülltem Kinderwunsch.
Beratungstipp: Wenn Sie Kund*innen empfehlen, ihre Beschwerden gynäkologisch abklären zu lassen, raten Sie doch gleich zu einem Symptom-Tagebuch. Je nach Vorliebe werden die Beschwerden in einem Notizheft oder in einer Zyklus-App notiert. Das unterstreicht, wie stark Ihre Kund*innen im Alltag eingeschränkt sind, und hilft Ärzt*innen im Gespräch beim Einschätzen der Situation.










