Augenerkrankungen im Alter
PTA-Fortbildung

Blinde Flecken: Augenerkrankungen im Alter

Es juckt, es brennt, das Sehen wird unscharf oder verzerrt – diese Symptome betreffen viele ältere Menschen. Gerade im höheren Lebensalter sollten sie nicht als normale Alterserscheinung akzeptiert, sondern ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Sie können auf verschiedene Augenerkrankungen hinweisen. 

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Praxistipps für Ihre Kunden

  • Augentropfen regelmäßig anwenden: Bei trockenen Augen benetzende Tropfen möglichst regelmäßig verwenden („drop by the clock“). Ein Tropfen pro Auge reicht in der Regel aus. 
  • Tropfabstand einhalten: Werden mehrere Augentropfen angewendet (z. B. bei einer Glaukomtherapie), sollte zwischen den Präparaten ein Abstand von etwa 15 Minuten liegen. 
  • Kontakt mit dem Auge vermeiden: Die Applikatorspitze von Augentropfen oder Augensalben darf nicht mit dem Auge in Kontakt geraten. Es besteht Kontaminationsgefahr. Zudem kann die Haltbarkeit der Präparate beeinträchtigt werden. 
  • Aufbrauchfrist beachten: Geöffnete Augentropfen nur so lange verwenden wie vom Hersteller empfohlen. 
  • Kontaktlinsen sicher tragen: Möglichst konservierungsmittelfreie Tropfen wählen und Kontaktlinsen nicht zu lange tragen, da sie die Benetzung der Augenoberfläche beeinträchtigen können. Werden dennoch konservierungsmittelhaltige Tropfen verwendet, müssen die Linsen vor dem Eintropfen herausgenommen und dürfen frühestens nach 15 Minuten wieder eingesetzt werden. 
  • „Weißmacher“ meiden: Augentropfen mit Alpha-Sympathomimetika sind bei trockenen Augen ungeeignet, da sie den Tränenabfluss fördern und die Augen zusätzlich austrocknen können. 
  • Augen schützen: Bei intensiver Sonneneinstrahlung eine Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen, um Augenerkrankungen (z. B. Katarakt, AMD) vorzubeugen. 
  • Augen gut ernähren: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst unterstützt die Augengesundheit. Besonders grünes Blattgemüse (z. B. Spinat, Grünkohl) liefert Lutein und Zeaxanthin, die für die Makula wichtig sind. Auch Omega-3-Fettsäure-reiche Lebensmittel wie fetter Seefisch können sich positiv auf die Augen auswirken. 
  • Augen pflegen: Eine regelmäßige Lidrandhygiene und -pflege ist die Basisbehandlung bei einer Blepharitis und bei der hyperevaporativen Form des trockenen Auges.  
  • Augen entlasten: Ausreichend trinken, auf eine gute Luftfeuchtigkeit achten und bei längerer Bildschirmarbeit regelmäßig Pausen einlegen sowie bewusst blinzeln. 
  • Augenarzt regelmäßig aufsuchen: Sehstärkenveränderungen und Augenerkrankungen können nur durch regelmäßige augenärztliche Kontrollen frühzeitig erkannt und behandelt werden.  
  • Sehen selbst kontrollieren: Besonders bei einem erhöhten Risiko für eine AMD kann eine Selbstkontrolle mit dem Amsler-Gitter helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. 

Test mit dem Amsler-Gitter

Veränderungen des Sehvermögens lassen sich damit frühzeitig diagnostizieren. Dieser Sehtest dient der Früherkennung und Verlaufskontrolle einer AMD. Das Gitter besteht aus einem quadratischen Raster aus geraden Linien mit einem Punkt in der Mitte. Die getestete Person betrachtet diesen Punkt mit einem Auge (das andere Auge wird abgedeckt) aus normalem Leseabstand. Erscheinen dabei Linien verbogen, verzerrt, unterbrochen oder fehlen Bereiche im Raster, kann dies auf Veränderungen der Makula hinweisen.

Keine Konservierungsmittel

Grundsätzlich sind konservierungsmittelfreie Augentropfen zu bevorzugen, insbesondere bei häufiger oder langfristiger Anwendung sowie beim Tragen von weichen Kontaktlinsen. Klassische Konservierungsmittel wie Benzalkoniumchlorid können den Tränenfilm destabilisieren, das Hornhautepithel schädigen und allergische Reaktionen begünstigen. Bei Kontaktlinsenträgern kommt hinzu, dass sich die Substanzen im Linsenmaterial anreichern können. Dadurch wirken sie länger auf die Augenoberfläche ein – mit einem erhöhten Risiko für Reizungen und Schäden der Hornhaut.

Ohne klassische Konservierungsmittel geht es auch

Neben konservierungsmittelfreien Einzeldosisbehältnissen stehen spezielle Mehrdosenbehältnisse zur Verfügung (z. B. COMOD®-, SafeDrop®-, MDO®- oder ABAK®-Systeme). Diese ermöglichen eine mehrmonatige Anwendung ohne Zusatz klassischer Konservierungsmittel. Bei dem COMOD®-System wird beispielsweise die Augentropfenlösung aus einem kleinen Polyethylenbeutel abgepumpt, der sich bei zunehmender Entleerung ohne Einströmen von Außenluft zusammenfaltet. Darüber hinaus existieren moderne Konservierungssysteme (z. B. OxydTM), die nach dem Eintropfen in natürliche Bestandteile des Tränenfilms wie Sauerstoff, Wasser und Salze zerfallen, ohne die Hornhaut zu schädigen.

Mehr- oder Einzeldosenbehältnisse bevorzugen?

Viele Verwender von Augentropfen haben Schwierigkeiten bei der Applikation, vor allem ältere Menschen. Häufig fällt es ihnen schwer, ausreichend Druck auf die Flasche auszuüben oder den Tropfen gezielt ins Auge zu applizieren, ohne dabei mit der Tropferspitze das Auge zu berühren. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, unterschiedliche Applikationssysteme auszutesten. 

Eine gute Empfehlung sind konservierungsmittelfreie Mehrdosenbehältnisse wie beispielsweise das COMOD®- oder MDO®-System. Sie sind einfacher als herkömmliche Tropferflaschen zu bedienen. Hierbei ist kein Zusammenquetschen der Flasche notwendig. Der Anwender muss lediglich auf den Flaschenboden drücken, was weniger Fingerkraft und Feinmotorik erfordert. 

Alternativ können Einzeldosen (EDO) eine Option sein, wobei sich nicht alle Bauarten gleichermaßen leicht handhaben lassen. In Abhängigkeit von der Länge der flexiblen Wand des Einzeldosenbehältnisses erfordert das Tropfen einen unterschiedlichen Kraftaufwand. Es lohnt sich daher, mehrere Präparate mit verschiedenartig geformten Ophthiolen auszuprobieren. Für Personen mit eingeschränkter Fingerfertigkeit sind die kleinen Behältnisse mitunter gar keine Lösung, da bereits das Abdrehen des Verschlusses eine unüberwindbare Hürde darstellen kann.


Die Autorin versichert, dass keine Interessenkonflikte im Sinne von finanziellen oder persönlichen Beziehungen zu Dritten bestehen, die von den Inhalten dieser Fortbildung positiv oder negativ betroffen sein könnten. 

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