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WENN PARADIESE VERSCHWINDEN

Mittlerweile gibt es für die früher öfter belächelte Vergesslichkeit bei alten Herrschaften Namen für Krankheiten, die jeden treffen können. Je älter, umso wahrscheinlicher: Alzheimer und Demenz.

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Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Als Jean-Paul diesen Aphorismus schuf, betrug die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen gerade einmal 30 bis 45 Jahre. Von Altersvergesslichkeit oder -verkalkung, wie man es vor einigen Jahren noch nannte, konnte damals noch keine Rede sein. Heute werden viele Menschen 80 Jahre und älter. Das besagte Paradies hat für einen Großteil dieser Menschen leider keine Bedeutung mehr.

Zeichen unserer Zeit Kaum ein Gesellschaftsthema hat in den vergangenen zehn bis 20 Jahren so sehr an Bedeutung gewonnen wie der demografische Wandel. Laut der weltweit führenden freiwilligen Gesundheitsorganisation für Alzheimerpflege, -betreuung und -forschung, der Alzheimer‘s Association, SL01, leben in Deutschland mehr als 1,4 Millionen Menschen mit Alzheimer. Das Beängstigende daran: Es werden mehr.

Eine genaue Definition der Erkrankung finden Sie unter SL02, Suche „Alzheimer“, und besonders charakteristische Symptome können Sie bei SL03, ebenfalls mit dem Suchwort „Alzheimer“ nachlesen. Benannt ist die Krankheit nach dem deutschen Psychiater Alois Alzheimer (1864 bis1915). Er war von den rätselhaften Symptomen so fasziniert, dass er einen Großteil seiner Energie darauf verwandte, auf diesem Gebiet zu forschen. Zur Historie finden Sie unter SL04, Suche nach „Alois Alzheimer“, spannende Informationen.

Die grausame Wahrheit Es hat etwas Beängstigendes, wenn man die eigenen Eltern, die früher ihr Leben selbstständig gemeistert haben, die Weg, Trost, Schutz und Richtung waren, beim körperlichen und psychischen Verfall beobachtet. Was bleibt von der einstigen geistigen Frische? Besonders Demenz und Alzheimer führen uns vor Augen, dass das Leben grausam und unbarmherzig sein kann. Die Beobachtung des täglichen intelektuellen und physischen Verlustvolumens löst Bedrückung und Traurigkeit aus.

Anfangs merkt der Betroffene noch, dass sich etwas ändert, im fortgeschrittenen Stadium sind es die Angehörigen und andere umgebenden Personen, die den Verfall hautnah miterleben. Einem kleinen Kind wechseln wir gerne die Windeln, aber dies irgendwann bei den Eltern tun zu müssen, ist ein schwieriger Lernprozess und verlangt unendlich viel Kraft.

Früherkennung Die Deutsche Seniorenliga bietet unter SL05 Aufklärung zu Erkennungsmerkmalen der Krankheit und bietet zahlreiche Informationen und Tipps für den Umgang mit einer betroffenen Person. Besonders hervorzuheben sind die vielen Buchempfehlungen und die Internetlinks zu weiteren Alzheimer-Instituten. Mit kleinen Erinnerungslücken fängt es an, später verlieren die Betroffenen Zeitgefühl und Orientierung.

Als eine der führenden Einrichtungen in der Alzheimerforschung hat das National Institute of Aging (NIA) sieben Warnzeichen definiert, mittels derer eine beginnende Alzheimererkrankung möglicherweise erkannt werden kann. Studieren Sie diese auf der Seite der Stiftung MyHandicap unter SL06, „Informationen“, „Gesundheit & Hilfsmittel“, „Körperliche Behinderung“, „Demenz“, „Diagnose & Therapie bei Alzheimer“. Hier finden Sie auch den Link zum NIA.

Rat und Tat Als betreuender Angehöriger ist man mit der Situation nicht selten überfordert. Das eigene Leben kann nicht mehr wie bisher stattfinden, soziale Kontakte brechen weg, die eigene Gesundheit steht auf dem Spiel, finanziell droht oft ein Desaster. Depressionen und Schwermütigkeit sind häufige Folgen. Das alles kostet Kraft und Nerven. Bevor sie das Gefühl haben, dass die erkrankte Person sie in den Wahnsinn treibt, sollten sich Betroffene vielleicht in Selbsthilfegruppen organisieren.

Empfehlen Sie ihnen doch einmal das Forum für Alzheimerangehörige auf SL07. Ferner stellt die Alzheimer Forschung Initiative e. V. diverse kostenlose Faltblätter und Broschüren zum Thema zur Verfügung. Unter SL08, „Aufklärung & Ratgeber“ finden Sie sie. Jugendliche und Kinder sind sehr oft mit der Situation überfordert, dass Ihre Mutter oder der Opa immer mehr vergisst und irgendwann vielleicht sogar nicht mal mehr weiß, wie der eigene Enkel heißt.

Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft hat deshalb eine Seite speziell für Jugendliche, SL09, ins Netz gestellt, auf der sie sich altersentsprechend Rat holen können. Selbst mit der Ernährung kann man bei Alzheimer ein wenig gegenzusteuern – und sei es nur durch Förderung des selbstständigen Essens. Einen kompletten Ernährungstext, den Sie gerne für besorgte Angehörige ausdrucken und ihnen mitgeben können, finden Sie unter SL10 in der Datenbank „Ernährungsinformationen“.

Downloads Unter SL11, „Unser Service“, „Informationsblätter“, bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Flyer und Broschüren sowie weitere Downloads an, zum Beispiel zur Häufigkeit von Demenzerkrankungen und zu den neurobiologischen Grundlagen.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 09/15 ab Seite 104.

Barbara Schulze-Frerichs, PTA/Ursula Tschorn, Apothekerin

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