SÜSSGETRÄNKE ERHÖHEN DEN BLUTDRUCK

Nicht nur Salz, sondern auch Zucker kann offenbar den Blutdruck erhöhen.

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In einer Querschnittsstudie war jede zusätzlich pro Tag konsumierte zuckerhaltige Limonade mit einem Anstieg des systolischen Blutdrucks um 1,6 mm Hg und des diastolischen Blutdrucks um 0,8 mm Hg verbunden. Die „International Study of Macro/Micronutrients and Blood Pressure“ oder INTERMAP-Studie hat den Einfluss der Ernährung auf den Blutdruck untersucht. 2696 Briten und US-Amerikaner im Alter von 40 bis 59 Jahren hatten über vier Tage penibel protokolliert, was sie gegessen und getrunken hatten. Es gab einen Fragebogen zum Lebensstil, zur Medikamenteneinnahme und zum sozialen Umfeld. Außerdem wurde zweimal der 24-Stunden-Urin untersucht und achtmal der Blutdruck gemessen.

Die Auswertung der Daten durch den Public Health-Forscher Paul Elliott vom Imperial College London und Mitarbeitern ergab die erwähnte Assoziation. Sie war dosisabhängig und auch nach der Berücksichtigung anderer Risikofaktoren, einschließlich des Body-Mass-Index, noch vorhanden. Dieser Faktor musste bei der Auswertung berücksichtigt werden, da jedes Süßgetränk in der Studie mit einem Anstieg der Kalorienzufuhr um 397 Kilokalorien verbunden war.

Da die INTERMAP-Studie lediglich eine Querschnittsstudie ist, bleibt die Evidenz begrenzt. Außerdem wurden die Angaben zur Diät nicht überprüft. Wesentlich aussagekräftiger wäre eine prospektive Beobachtungsstudie gewesen. Die Studie kann einen Zusammenhang deshalb nicht abschließend belegen, die Analyse des 24-Stunden-Urin weist indes auf eine mögliche Erklärung hin.

So kommt es nach dem Genuss von Süßgetränken zu einer vermehrten Ausscheidung von Harnsäure – erst kürzlich hatte eine Studie Süßgetränke mit einem erhöhten Gichtrisiko in Verbindung gebracht. Ein Anstieg der Harnsäure könnte auch mit einer verminderten Konzentration von Stickstoffmonoxid einhergehen, der ein natürlicher Vasodilatator ist. Schließlich könnte der hohe Zuckergehalt der Süßgetränke die Aktivität des sympathischen Nervensystems steigern und zu einer Natriumretention führen. Damit würden Süßgetränke eine ähnliche Wirkung auf den Blutdruck entfalten wie eine zu salzhaltige Kost.

Tatsächlich ergab die Analyse des 24-Stunden-Urins, dass sich die Wirkungen von „süß“ und „salzig“ auf den Blutdruck verstärken könnten: Bei Personen mit einer besonders hohen Natriumausscheidung, ein Hinweis auf eine salzreiche Ernährungsweise, war eine hohe Fruktosezufuhr mit einem Anstieg des Blutdrucks um 3,4/2,2 mm Hg assoziiert, nach der Berücksichtigung von Größe und Gewicht (also des Body-Mass-Index) blieb es noch bei einem Anstieg um 2,5/1,7. Quelle: www.aerzteblatt.de

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