Grillen gehört zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. © Margouillatphotos / iStock / Getty Images Plus

Grillen

ERFOLGREICH UND OHNE BLESSUREN GRILLEN

Die Temperaturen steigen, die Nächte werden milder, die Abende lauer - die meisten haben bestimmt schon ihren Grill aus dem Keller geholt und die Grillsaison eröffnet. So schön Grillen auch ist, dennoch sollte man trotzdem auf gewisse Dinge achten. Denn Grillunfälle kommen nicht selten vor und können zur schwerwiegenden Verletzungen führen.

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Grillen ist beliebt und zählt zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten bei uns in Deutschland. Dabei werden nicht nur klassisch das Steak und die Wurst auf den Grill geworfen. Auch Speckpflaumen, Feta, Sparerips, Gemüsespieße und andere Leckereien schmücken mittlerweile den Rost. Doch der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) mahnt zur Vorsicht, denn jährlich kommt es zu rund 4000 Unfällen mit zum Teil schweren Verbrennungen durch Stichflammen und Verpuffungen aufgrund eines Brandbeschleunigers. Allein 400 davon enden mit schwersten Verbrennungen. Der Vizepräsident des DFV, Hermann Schreck, rät daher zu einer guten Organisation: „Planen Sie umsichtig, grillen Sie sicher und achten Sie auch nach Ende des Grillabends auf mögliche Gefahren.“ Eine klare Forderung gibt es von der Paulinchen Initiative für brandverletzte Kinder e.V., die davor warnen, Brandbeschleuniger wie Spiritus in Geschäften neben Grillkohle und anderen Grillutensilien zu lagern: „Es gibt genügend andere, ungefährlichere Möglichkeiten die Grillkohle anzuzünden. Spiritus ist ein Reinigungsmittel und kein Grillanzünder“, erklärt Susanne Falk, stellvertretende Vorsitzende von Paulinchen e.V. Die Flammen selbsterreichen eine Temperatur von annähernd 800 Grad Celsius, der Rost und die Glut kommen noch auf 500 Grad Celsius und das Gehäuse eines Metallgrills erreicht eine Wärme von 400 Grad.

Wir haben ein paar Tipps für ein sicheres und gelungenes Grillevent für sie zusammengestellt:

  • Der Grill sollte einen sicheren, festen und vor allem windgeschützten Stand haben
  • Zum Anzünden oder auch zum Nachschütten niemals flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin verwenden. Stattdessen feste Grillanzünder aus dem Fachhandel benutzen
  • Der Grill sollte nicht von Kindern bedient werden
  • Den Grill immer beaufsichtigen
  • Man sollte niemals in geschlossenen Räumen grillen und den Grill zum Auskühlen aufgrund der Vergiftungsgefahr nicht ins Haus stellen
  • Brennendes Fett sollte niemals mit Wasser gelöscht, sondern abgedeckt werden
  • Feuerlöscher, Löschdecke oder auch Sand zum Löschen eines Grillfeuers bereithalten
  • Nach dem Grillen den Grill weiter beaufsichtigen bis die Glut abgekühlt ist
  • Bei Verbrennungen die Brandwunde kühlen und den Notruf 112 wählen

Kommt es dennoch zu einem Grillunfall, ist es wichtig, schnell und besonnen zu reagieren. Dies ist jedoch oft nicht so einfach, da die Opfer in Panik geraten und zusätzlich das Feuer weiter brennt. Sollte sich die Kleidung in Brand gesetzt haben, ist es am besten, sich auf den Boden zu legen. Denn die Flammen lassen sich am besten mit einer Decke oder anderen großen Kleidungsstücken löschen. Zudem kann man den Betroffenen schneller helfen, wenn sie an einem Ort liegen. Feuerlöscher erweisen sich in diesen Fällen nicht als Mittel der ersten Wahl.

Haftung bei Grillunfällen
Es kann unter Umständen vorkommen, dass nach einem Grillunfall eine weitere Behandlung notwendig ist oder aber auch Spätfolgen wie Narben entstehen, die weitere Behandlungen unabdingbar machen. Wer haftet dann in solch einem Fall? Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass die Krankenversicherung die Arzt- oder Krankenhauskosten bei Grillunfällen übernimmt. Entstehen jedoch Spätfolgen wie Narben, die kosmetische Operationen notwendig machen, liegt die Sachlage etwas anders. Da es sich beim Grillen in der Regel um ein privates Event handelt, übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung mögliche Kosten bei Spätfolgen nicht. Eine private Versicherung hingegen deckt einen Großteil der entstehenden Kosten ab.

Entstehen neben Brandverletzungen auch noch Sachschäden, kommen verschiedene Versicherungen zum Tragen. Entflammt beispielsweise eine Markise, greift beim Eigentümer die Wohngebäudeversicherung. Bei einem Mieter würde dann die Privathaftpflicht für die entstandenen Kosten aufkommen. Werden Gartenmöbel oder andere Gerätschaften von den Flammen beschädigt, greift die Hausratversicherung.

Bei Brandverletzungen richtig reagieren
Wenn eine Brandverletzung vorliegt, sollte man zunächst kühlen. Hierbei sollte die Temperatur des Wassers zwischen 10 und 20 Grad betragen. Kältere Temperaturen durch beispielsweise Cool-Packs sind auf jeden Fall zu vermeiden, da sich in solchen Fällen die Blutgefäße der Haut zu sehr zusammenziehen, sich somit die Durchblutung verschlechtert und der Gewebeschaden zunimmt. Von Salben, Ölen und Co. sollte man Abstand nehmen, da sich im schlimmstenfalls die Wunde infizieren kann. Ist die Verletzung so schwerwiegend, dass Brandblasen entstanden sind, dürfen die Blasen keinesfalls geöffnet werden. Auch hier ist die Infektionsgefahr sehr groß. Bei Kindern und auch bei größeren Verbrennungen ist ein Besuch beim Arzt oder sogar das Rufen eines Notarztes unabdingbar.

Rezept Süßkartoffelspieße mit Halloumi
Es muss nicht immer Fleisch sein, das auf dem Grill landet. Wie wäre es beispielsweise mit Süßkartoffelspießen mit Halloumi.

Zutaten (4 Personen):
2 Süßkartoffeln
1 Päckchen Halloumi (Grillkäse)
1 gelbe Paprika
1 rote Paprika
1 Gemüsezwiebel
1 Knoblauchzehe
2 EL Rapsöl
1 TL Paprika Edelsüß
1 EL getrocknete Kräuter
1 Bio Zitrone
200g fettarmer Joghurt
Pfeffer, Salz
Lorbeerblätter
Grillspieße

Zubereitung:
Die Süßkartoffeln schälen, waschen und in Salzwasser etwa 20 Minuten kochen. Anschließend den Halloumi in acht Scheiben schneiden. Nun die Paprika putzen, waschen und ebenfalls in je 8 grobe Stücke schneiden. Jetzt noch die Zwiebel schälen und in zwölf Spalten schneiden.

Sobald die Süßkartoffeln fertig gekocht sind, abgießen und etwas abkühlen lassen. Kartoffeln in insgesamt zwölf Scheiben schneiden. Nun die Knoblauchzehe schälen und hacken. Anschließend mit Öl, Paprikapulver und Kräutern der Provence verrühren.

Jetzt kommt die Bio-Zitrone an die Reihe. Diese heiß abwaschen und die Schale fein abreiben. Dann die Zitrone halbieren. Nun den Joghurt mit der Zitronenschale verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.Jetzt jeweils drei Kartoffelscheiben, zwei Käsescheiben, drei Paprika­Stücke, zwei Lorbeerblätter und drei Zwiebelspalten abwechselnd auf je zwei Grillspieße stecken. Mit dem Gewürzöl gleichmäßig bestreichen.

Jetzt nur noch die Spieße auf den Grill legen und unter Wenden etwa 15 Minuten grillen. Die Zitrone mit der Schnittfläche nach unten ebenfalls auf den Grill legen und rund fünf Minuten grillen. Spieße vom Grill nehmen, mit dem Saft von der gegrillten Zitrone beträufeln und mit Meersalz würzen. Dazu den Joghurt-Zitronen-Dip reichen und fertig ist der vegetarische Grillschmaus.

Nadine Hofmann,
Leitung Online-Redaktion

Quellen: www.haz.de
     www.paulinchen.de
     www.stuttgarter-nachrichten.de
     www.vitanet.de
     www.lecker.de

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