Selbstmedikation

APOTHEKENBERATUNG SPART GELD

Apotheker nehmen ihre Verantwortung in der Selbstmedikation sehr ernst, beraten sorgfältig, raten auch ab und sparen dadurch dem Gesundheitswesen Milliardenbeträge.

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Das war eines der Ergebnisse einer Studie zur apothekergestützten Selbstmedikation der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. An der Studie, die die Kammer gemeinsam mit dem Institut für Handelsforschung in Köln durchgeführt hat, beteiligten sich 564 Apotheken in ganz Baden-Württemberg. Mehr als 46 000 Patientenkontakte und -anfragen wurden dokumentiert und analysiert.

Mehr als die Hälfte, genau 56,8 Prozent, der Apothekenkunden kam mit einem Selbstmedikationswunsch in die Apotheke. Davon verlangten zwei Drittel ein konkretes Präparat, die anderen schilderten ein Gesundheitsproblem. Rund zwei Drittel der Kunden waren Frauen. Vier von zehn hatten vorher keinen Arzt konsultiert. Für sie ist der Apotheker der erste und oft auch einzige Heilberufler, den sie ansprechen.

In jedem Fall überprüft die Apotheke die Eigendiagnose, in der Regel sehr diskret, betonte Dr. Günther Hanke, LAK-Präsident, vor der Presse. Jede zehnte Anfrage wurde als ungeeignet für die Selbstmedikation beschieden. Am häufigsten war dies in den Indikationsbereichen Urogenitaltrakt, Augen, Ohren, Zähne, Herzkreislauf sowie Haut und Schleimhaut der Fall.

Noch kritischer gingen die Kollegen mit Anfragen zur Selbstbehandlung von Kindern um: Hier lehnten sie 17 Prozent ab. Hochgerechnet auf ganz Baden-Württemberg: Apotheker raten jeden Tag etwa 29 000 Patienten von der Selbstmedikation ab, und etwa 15 000 empfehlen sie, einen Arzt aufzusuchen. Damit werden Gesundheitsprobleme und Gefahren vermieden, die durch ungeeignete Selbstmedikation entstehen können. Dies erspart Leid  und Folgekosten.

«Mit ihrer Arbeit schaffen Apotheker einen immensen geldwerten Vorteil», rechnete Dr. Markus Preißner vom IfH vor. Denn vermiedene Arztbesuche sparen Geld. Gemäß einer repräsentativen bundesweiten Befragung vom Februar 2011 ersetzt jede fünfte Selbstmedikationsanfrage in der Apotheke einen Arztbesuch, das sind bundesweit 313 000 Patienten täglich.

Selbst bei defensiver Rechnung werden so pro Jahr 4,9 Milliarden Euro eingespart. Bezogen auf die GKV-Versicherten verbleibe ein Wertschöpfungsanteil von mindestens 4,2 Milliarden Euro pro Jahr. «Apotheker sind nicht Kostentreiber, sondern vielmehr die treibende Kraft bei Einsparungen im Gesundheitswesen. Das gibt uns gute Argumente für die inhabergeführte Apotheke», unterstrich Hanke. Quelle: pharmazeutische-zeitung.de 

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