Zecken: Vorbeugen und Nachsorgen
8 Minuten 50 Punkte
- 1Lernziele
- 2Zeckenstich: gefährlich?
- 3Quick Facts: Borreliose
- 4Quick Facts: FSME
- 5Zeckenstiche vermeiden
- 6Zecken korrekt entfernen
- 7Zukunft der Zecke
- 8Abschlussquiz
01. August 2026
Nachsorgen
Und wenn die Zecke doch zugestochen hat? Ganz klar: Ruhe bewahren, aber schnellstmöglich entfernen.
Am besten geht das mit einer Zeckenkarte oder -zange. Ist so ein Helfer nicht griffbereit, tun es auch eine Pinzette oder – im Notfall – die eigenen Fingernägel, so die Stiftung Gesundheitswissen. Wichtig ist dabei, das Tier so nah wie möglich an der Hautoberfläche zu greifen. So erwischt man dessen Mundwerkzeuge und nicht den vollgesogenen Körper, der keinesfalls zerquetscht werden darf. Sonst können noch mehr Erreger freigesetzt werden.
Wie entfernt man eine Zecke richtig? Drehen, hebeln oder fetten?
Vorteil von Zeckenhaken, -karten oder -zangen: Dank ihnen lässt sich die Zecke langsam und kontrolliert entfernen. Zecken-Experte Professor Gerhard Dobler, Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für FSME am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr, rät zu einer feinen Splitterpinzette.
Beratungstipp: Generell sollte aber jeder zu dem Werkzeug greifen, das er am besten handhaben kann.
Eine Zecke hat kein Gewinde wie eine Schraube. Das heißt, man sollte nicht versuchen, die Zecke aus der Haut herauszudrehen. Stattdessen schiebt man eine Zeckenkarte oder -pinzette unter ihren Kopf und hebt sie nach oben ab. Im Notfall lässt sich eine Zecke auch mit den Fingern abziehen – wichtig ist auch hierbei, das Tier nicht zu quetschen. Anschließend desinfiziert man die Wunde am besten.
Sollte der Stechapparat beim Entfernen in der Haut stecken bleiben, ist das nicht schlimm. Er allein kann keine Erreger übertragen. Man kann ihn also in Ruhe zu Hause entfernen oder, falls das nicht klappt, vom Hausarzt entfernen lassen. In der Regel stößt die Haut Zeckenreste außerdem innerhalb weniger Tage von selbst ab.
Früher hieß es, man soll eine Zecke mit Öl oder Butter einreiben oder einen Tropfen Kleber auf sie geben, damit sie erstickt und loslassen muss. Das ist aber kontraproduktiv: Bei Reibung oder im Todeskampf wird die Zecke eventuelle Erreger erst recht ausspucken. Von diesen Methoden ist also dringend abzuraten. Auch Quetschen sollte man möglichst vermeiden, weil die Zecke sich dabei möglicherweise in den offenen Stich entleert.
Beobachtungsphase
Nach einem Zeckenstich sollte man die Stelle vier bis sechs Wochen lang beobachten.
Beratungstipp: Das Datum des Stichs notieren und die Einstichstelle markieren. So lässt sich die lokale Entzündung verfolgen!
Es ist normal, wenn die Haut rund um den Stich etwas rot wird. Verschwindet die Rötung nach einigen Tagen aber nicht, wird sie größer als circa fünf Zentimeter oder kommen Beschwerden wie Fieber hinzu, gehört die Entzündung in ärztliche Hände. Typisch für die Wanderrötung bei Borreliose ist, dass die Einstichstelle in der Mitte verblasst und sich rund herum ein roter Hof ausweitet.










