Weibliche Intimgesundheit: Juckreiz, Ausfluss, Bläschen, was ist da los?
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01. April 2026
Gynäkologische Erkrankungen im Überblick
Symptome, die fast jeder Mensch mit Vagina kennt, sind Ausfluss sowie Juckreiz und Brennen im äußeren Intimbereich, der Vulva. Verschiedene Erreger können für diese unangenehmen Symptome schuld sein. Vor allem sind es Pilze wie zum Beispiel Candida albicans und anaerobe Bakterien, etwa Gardnerella vaginalis. Sie zählen zu den bedingt krankheitserregenden, also fakultativ pathogenen Erregern. Das heißt, dass sie erst bei Störung des physiologischen Mikrobioms der Vagina zu Infektionen im weiblichen Intimbereich führen.
Ein veralteter Begriff für das physiologische Mikrobiom der Vagina ist „Vaginalflora“.
Lernziele
Lernen Sie in dieser von der Bundesapothekerkammer akkreditierten Fortbildung unter anderem,
- welche Infektionen mit fakultativ pathogenen und pathogenen Erregern im Intimbereich häufig vorkommen,
- wie sich eine Vaginalmykose von einer bakteriellen Vaginose unterscheidet,
- einige Geschlechtskrankheiten beispielhaft kennen,
- welche Erkrankungen unbedingt in ärztliche Behandlung gehören,
- welche Therapieoptionen es gibt und
- welche Vorsorgemaßnahmen zur Verfügung stehen.
Außer mit den genannten fakultativ pathogenen Erregern kann man auch mit verschiedenen pathogenen Viren und Bakterien infizieren. Also mit Keimen, die im gesunden Vaginalmikrobiom gar nicht vorkommen. Beispielsweise mit Herpes-simplex-Viren (HSV), Humanen Papillomaviren (HPV) und Chlamydien. Auch diese Infektionen sind häufig mit Ausfluss und Juckreiz oder Brennen beim Wasserlassen assoziiert, daneben können sich noch andere Merkmale wie beispielsweise Bläschen bemerkbar machen.
Einige Erkrankungen, zum Beispiel Feigwarzen und Folgeerkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs, lassen sich mit Impfungen (HPV-Impfung) vorbeugen. Andere können bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen durch ein routinemäßiges Screening diagnostiziert werden, um sie rechtzeitig adäquat zu behandeln. Chlamydien zählen beispielsweise dazu.
Außer einem Vaginalpilz gehören alle genannten Erkrankungen immer in ärztliche Therapie. Daher ist es wichtig, dass PTA und Apotheker sie erkennen und die Betroffenen an den Gynäkologen weiterleiten.
Gleiches gilt für gynäkologische Erkrankungen, bei denen Hormone einen entscheidenden Einfluss haben, beispielsweise die Endometriose. Diese sollten ebenso immer unter ärztlicher Kontrolle stehen. Andererseits werden sie aber auch mit Präparaten aus der Selbstmedikation behandelt, sodass Sie relativ häufig mit ihnen konfrontiert sind und bei Bedarf eine Lotsenfunktion übernehmen können.
Wann zum Arzt?
Frauen sollten zum Arzt geschickt werden bei
- erstmalig auftretenden Beschwerden,
- Unsicherheit in der Selbstdiagnose,
- Frauen unter 18 Jahren oder Schwangeren,
- Symptomen, die sich durch Selbstmedikation nicht deutlich gebessert haben,
- häufig auftretenden Rezidiven,
- Fieber und blutiger Ausfluss,
- starken Schmerzen,
- ungewöhnlichen Ausschlägen (z. B. Bläschen),
- Regelanomalien,
- spürbaren Verdickungen (z. B. Knoten) in der Brust,
- ungewollter Kinderlosigkeit.
Nicht nur Frauen haben eine Vagina – beispielsweise intersexuelle oder nonbinäre Personen oder trans Männer. Gleichzeitig haben nicht alle Frauen eine Vagina. Der einfacheren Lesbarkeit halber wird im Folgenden von Personen mit Vagina als Frauen gesprochen.










