Alarm: Infektionen im und am Mund
22 Minuten
- 1Anatomie der Zähne
- 2Karies & Co.
- 3So fängt es an: das Zahnen
- 4Zähneputzen: Methoden
- 5Zahnpasta & Mundspülug
- 6Infektionen durch Bakterien & Pilze
- 7Aphthen & Herpes
- 8Lernerfolgskontrolle
01. März 2026
Regelmäßig Zähneputzen
Das A und O der Zahn- und Mundpflege ist, regelmäßig die Zahnbeläge zu entfernen. Auch schon im Säuglingsalter. Das entzieht den Bakterien den Nährboden und beugt folglich Karies und Zahnfleischentzündungen vor. Dies gelingt vor allem durch regelmäßiges Zähneputzen. Die allgemeine Empfehlung lautet:
- Die Zähne zweimal täglich reinigen
- Zwei bis drei Minuten lang
- Nach dem Essen
- Mit einer Handzahnbürste oder elektrischen Zahnbrüste
- Dabei nicht zu viel Druck ausüben, um Zahnschmelz und Zahnfleisch zu schonen
Achtung: Wurden stark säurehaltige Lebensmittel verzehrt oder getrunken, sollte das Putzen erst nach circa 30 Minuten erfolgen, um dem Zahnschmelz genügend Zeit für eine Remineralisierung zu geben. Zu frühes Putzen birgt hingegen das Risiko für einen Substanzverlust an Zahnschmelz, da es den Zähnen dann noch nicht so schnell gelungen ist, genügend Mineralien aus dem Speichel aufzunehmen und in den Zahnschmelz einzubauen.
Welche ist die richtige Zahnbürste?
Entscheidet man sich für eine Handzahnbürste, sollten die Borsten abgerundet und nicht zu hart sein, um das Zahnfleisch nicht zu verletzten. Prinzipiell sind weiche bis mittelharte Borsten empfehlenswert. Vor allem bei freiliegenden Zahnhälsen oder empfindlichem Zahnfleisch sind weiche Varianten vorzuziehen.
Ob die Bürsten parallel, schräg oder kreuzweise angeordnet sind, spielt eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist hingegen die richtige Größe des Bürstenkopfes. Er sollte so gewählt werden, dass sich die Rückseite des letzten Backenzahnes erreichen lässt. Nur dann werden auch schwer erreichbare Stellen oder Problemzonen gezielt gereinigt.
Für Kinder gibt es spezielle Kinderzahnbürsten in farbenfrohen Varianten mit besonders kleinem Bürstenkopf. Sie lassen sich zudem durch ihren nicht rutschigen Griff gut halten.
Zum Reinigen der allerersten Zähne können Eltern weiche Babyzahnbürsten oder Wattestäbchen verwenden. Ab etwa drei Jahren ist es für Kinder möglich, selbst das Putzen zu erlernen. Allerdings sollten die Eltern bis ins Grundschulalter hinein immer nachputzen, um sicherzustellen, dass die Zähne effektiv gereinigt sind.
Nach einer Herpes- oder Pilzinfektion sollte die Zahnbürste gewechselt werden.
Spezialzahnbürsten
Spezialbürsten runden das Sortiment an Handzahnbürsten ab. Dazu zählen beispielsweise Prothesenbürsten, die sich häufig durch zwei Bürstenfelder auszeichnen (ein großes und ein kleineres) oder besonders lange und kräftige Borsten auf einem biegbaren Kopf besitzen. Einbüschelbürsten sind zur Reinigung von Implantaten und Brücken ideal. Mit ihnen lassen sich der Zahnsaum am Übergang zum Zahnfleisch besonders gut säubern sowie Zahnbereiche, die durch Zahnersatz, Retainer oder festsitzende Zahnspangen schwer erreichbar sind. Eine Alternative für Zahnspangenträger sind Ortho-Bürsten, die V-förmige Borstenfelder besitzen. Sie reinigen die Zähne um die Brackets herum und unter den Drähten.
Verschiedene Putztechniken
Wer eine Handzahnbürste verwendet, hat die Wahl zwischen verschiedenen Vorgehensweisen um die Zahnflächen zu reinigen. Ob Kreisen, Rütteln oder Auswischen die beste Zahnputztechnik ist, darüber wird immer wieder diskutiert. Daten deuten darauf hin, dass sich Plaque besonders sorgfältig durch Putzen mit kreisenden Bewegungen reduzieren lässt. In der Regel wird Kindern und Jugendlichen vor allem die KAI-Methode, Erwachsenen die Bass- (oder Rüttelmethode), Rotations- (oder Fonesmethode) sowie die Stillmanmethode angeraten.
Den Putztechniken auf den Zahn gefühlt
KAI-Methode – Sie stellt den Klassiker dar und erlaubt ein systematisches Säubern der Kauflächen (K), der Außenflächen (A) und der Innenflächen (I). Grundsätzlich wird dabei immer vom letzten Zahn an mit dem Putzen begonnen. Die Kauflächen werden durch horizontales Hin- und Herbürsten gereinigt (Hin- und Herbewegungen). Bei den Außenflächen erfolgen kleine kreisende Bewegungen entlang des Zahnbogens, wobei der Mund geschlossen ist (Kreisbewegungen). Zur Reinigung der Innenflächen wird mit waagerecht gehaltenem Bürstenkopf vom Zahnfleisch zu den Zähnen hin (von rot nach weiß) streichend geputzt (Auswischbewegungen). Die Innenseite der Schneidezähne wird am besten erreicht, wenn die Zahnbürste senkrecht gehalten wird.
Bass- oder Rüttelmethode – Erwachsenen wird auch zur Bass- oder Rüttelmethode geraten, die allerdings anspruchsvoller ist und Übung erfordert. Hierbei wird die Zahnbürste im 45 Grad-Winkel je zur Hälfte außen an das Zahnfleisch und die Zähne gesetzt. An den Außen- und Innenflächen werden kleine kreisende Rüttelbewegungen über zwei bis drei Zähne ausgeführt (etwa zehnmal). Der gelockerte Zahnbelag wird dabei vom Zahnfleisch zur Zahnkrone ausgewischt. Abschließend werden die Kauflächen mit kleinen Kreisbewegungen gesäubert.
Stillmannmethode – Schonender ist die Stillmannmethode, die auch Auswischmethode genannt wird. Hierbei wird mit der Zahnbürste in fegenden oder rüttelnden Bewegungen bei geringem Druck senkrecht vom Zahnfleisch weg zur Zahnkrone gestrichen. Diese Methode eignet sich vor allem bei freiliegenden und empfindlichen Zahnhälsen oder nach Zahnfleisch-Operationen.
Hier können Sie sich die Putztechniken ansehen:
Mit elektrischen Zahnbürsten wird anders geputzt
Werden elektrische Zahnbürsten eingesetzt, entscheidet die Art der Zahnbürste über die korrekte Putztechnik. Während bei den herkömmlichen Modellen mit den rotierend-oszillierenden Bürstenköpfen jeder Zahn einzeln geputzt wird, erlauben die länglichen Bürsten der Schall- und Ultraschallzahnbürste das Reinigen von zwei oder drei Zähnen auf einmal.
Bei der ersten Variante wird der Bürstenkopf am Zahnfleischrand angesetzt und die Zahnbürste senkrecht gehalten. Bei den anderen wird sie waagerecht im 45 Grad-Winkel halb auf das Zahnfleisch und halb auf den Zähnen platziert. Ausnahme dabei machen die letzten Zähne hinten sowie die Innenflächen der Schneidezähne. Dort wird auch mit Schall- und Ultraschallzahnbürsten der längliche Bürstenkopf senkrecht positioniert.
Wichtig ist bei allen Varianten, langsam an den Zähnen entlangzufahren. Je langsamer, desto gründlicher ist das Putzergebnis.
Zwischenräume säubern
Zusätzlich ist der Interdentalraum zu beachten. Diese Bereiche machen 40 Prozent der Zahnoberfläche aus. Doch sie sind für die Zahnbürste schwer zugänglich und stellen so Schwachstellen bei der Zahnpflege dar. Karies beginnt oft genau hier. Durch die versteckte Lage ist sie selbst für den Zahnarzt nur unter dem Röntgenbild sichtbar, deshalb wird sie meist erst spät erkannt.
Für kleine Zahnzwischenräume eignet sich Zahnseide, die mindestens einmal täglich zur Anwendung kommen sollte. Ungewachste Zahnseide zeigt bessere Reinigungsergebnisse, gleitet aber nicht so gut. Empfehlen Sie sie vor allem geübten Anwendern.
Zahnseide mit flauschigeren Fadenabschnitten (Super-Floss-Zahnseide) ist für spezielle Anwendungen ideal, etwa bei bei Brücken, Implantaten oder Brackets. Anfang und Ende haben eine verstärkte Spitze, mit der ein Einfädeln in die engen Sonderbereiche leicht möglich ist. Die flauschigen Abschnitte reinigen hingegen die größeren Zwischenräume des Zahnersatzes oder der Zahnspangen.
Mit Zahnbändern (Tapes) lassen sich besonders enge Interdentalräume erreichen. Für größere Zahnzwischenräume sind Interdentalbürsten gedacht, die es in unterschiedlichen Größen und Formen (kegel- oder walzenförmig) gibt. Die Bürsten werden in der Regel ohne Zahncreme verwendet. Man kann auch zusätzlich Interdentalgele auftragen, um die Reinigung zu unterstützen oder eine Fluoridierung vorzunehmen. Spätestens nach 14 Tagen sollte die Interdentalbürste ausgetauscht werden, oft ist sie vorher schon kaputt.











