Infektionen im und am Mund
PTA-Fortbildung

Alarm: Infektionen im und am Mund

Im Mund kann eine Menge los sein: Zahn- und Zahnfleischprobleme durch Bakterien, virale Infektionen oder ein Pilzbefall können Betroffenen zu schaffen machen. Was hilft, wenn es passiert ist, und wie sieht die optimale vorbeugende Mundhygiene aus?

22 Minuten

Die Mundhöhle beherbergt ein komplexes Mikrobiom, das aus mehreren hundert Bakterienarten, Pilzen und Viren besteht. Wird die Balance zwischen den Mikroorganismen gestört – etwa durch eine unzureichende Mundhygiene, Antibiotikatherapie, immunschwächende Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder durch Rauchen – können Bakterien den Zahnschmelz angreifen. Die Folge: Karies, Entzündungen des Zahnfleisches (Gingivitis) oder des Zahnhalteapparates (Parodontitis). Aber auch Herpesviren oder Hefepilze lösen Infektionen im und am Mund aus.

Eine umfassende Mund- und Zahnhygiene ist daher bereits vom ersten Zahn an essenziell. Im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter liegt der Fokus auf dem Erhalt kariesfreier Zähne. Später im Erwachsenenalter rücken Erkrankungen des Zahnbettes in den Vordergrund sowie die typischen Infektionen der Mundhöhle und wie man ihnen vorbeugt. Diese Fortbildung erklärt die wichtigsten Infektionen im und am Mund und ihre Therapieoptionen.

Lernziele

Lernen Sie in dieser von der Bundesapothekerkammer akkreditierten Fortbildung unter anderem,

  • welche mikrobiellen Infektionen im und am Mund häufig vorkommen,
  • welche Erreger dabei eine Rolle spielen,
  • wie es zu den Infektionen kommt,
  • was eine gute Mundpflege umfassen sollte und
  • welche Substanzen Sie in der Selbstmedikation bei Infektionen im und am Mund empfehlen können.

Das gesunde Gebiss

Vorab aber erst einmal ein kleiner anatomischer Überblick. Beim Erwachsenen umfasst das vollständige Gebiss 32 Zähne, jeweils 16 im Ober- und im Unterkiefer. Pro Kiefer sind das je

  • vier Schneidezähne,
  • zwei Eckzähne,
  • vier kleine Backenzähne (Prämolaren),
  • vier große Backenzähne (Molaren) und
  • zwei Weisheitszähne.

Von oben nach unten

Jeder Zahn besteht aus der sichtbaren Zahnkrone (Corona), die in den Zahnhals (Colum) übergeht. Das ist der Übergang zur Zahnwurzel (Radix), die wiederum im Kiefer sitzt. Während Schneide- und Eckzähne normalerweise nur eine Wurzel haben, verfügen Backenzähne über mehrere.

Von außen nach innen

Jeder Zahn ist aus mehreren Schichten aufgebaut. Die äußere Hülle ist der sehr harte, aber säurelösliche Zahnschmelz (Enamelum). Er besteht hauptsächlich aus Calciumphosphat (Hydroxylapatit) und kann nicht vom Körper nachgebildet werden. Der Zahnschmelz ummantelt das innen liegende – durch Biomineralisation nachwachsende – knochenähnliche Zahnbein (Dentin), das die Hauptmasse des Zahns ausmacht. Dieses umschließt wiederum das Zahnmark (Pulpa), das aus Blut- und Lymphgefäßen, Bindegewebe und Nerven besteht und mit dem allgemeinen Blutkreislauf verbunden ist.

Der Zahn im Kiefer

Die Zähne sind schließlich über das Zahnbett, auch Zahnhalteapparat (Parodont) genannt, im Kiefer fest verankert. Es besteht aus Zahnfleisch (Gingiva), Wurzelhaut, Zahnzement und Alveolarknochen (Alveolarfortsatz). Dabei sind die Zähne mit einem feinen Wurzelhäutchen überzogen, das mit einem dichten, gut durchbluteten Fasernetzwerk mit dem Knochen im Zahnfach (Alveolen = Bereich im Alveolarknochen) verwachsen ist.

Darüber liegt das ein bis zwei Millimeter dicke Zahnfleisch, das mit vielen kleinen Saugnäpfchen am Zahnhalsbereich des Zahnes haftet. Gesundes Zahnfleisch ist straff, zart-rosa, leicht getüpfelt und es blutet bei Berührung oder beim Zähneputzen nicht.

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