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Repetitorium

HORMONELLE BESCHWERDEN DER FRAU – TEIL 1

„Versteh‘ einer die Frauen!“ Gestern fröhlich und gut gelaunt, heute überempfindlich. Das monatliche Auf und Ab der Hormone macht vielen Betroffenen zu schaffen. Diese Repetitoriumsserie beschäftigt sich gezielt mit den „Frauenproblemen“.

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Menstruationsstörungen sind Thema dieses ersten Repetitoriumsteils. Denn die ersten „Wechseljahre“ im Leben einer Frau sind gekennzeichnet durch das Einsetzen der Ovarialfunktion und Beginn der Produktion von Sexualhormonen, insbesondere Estrogenen, Progesteron und Androgenen. Körperliche Veränderungen, etwa die Entwicklung und das Wachstum der Brustdrüse, der Schambehaarung und letztlich das Auftreten der ersten Menstruationsblutung werden ab dem zehnten Lebensjahr beobachtet.

Die ersten Blutungen der Mädchen sind meist noch Durchbruchsblutungen ohne vorhergehenden Eisprung. Im Zeitraum von zwei bis drei Jahren werden die Zyklen zunehmend regelmäßiger und es stellt sich im Normalfall ein periodisch verlaufendes Gleichgewicht der Geschlechtshormone ein.

Der weibliche Zyklus Dabei wird der Hormonhaushalt über sehr komplexe Regelkreise mit unterschiedlichen Feed-back-, also Rückkopplungs-Mechanismen gesteuert. Eine wichtige Rolle spielen dabei Estrogen und Gestagen, Gonadotropine, Androgene, Inhibine und Aktivine. Aber auch andere Hormone, etwa die Steuerungshormone der Schilddrüse, sind bei der Regulierung der Eierstockfunktion relevant.

Die Regulation der Ovarfunktion erfolgt über das Steuerungshormon des Hypothalamus, das Gonadotropin-freisetzende Hormon (Gonadotropin Releasing Hormone – GnRH), dessen Synthese durch übergeordnete Zentren wie das limbische System oder die Großhirnrinde bestimmt wird. Dies erklärt, warum psychische und körperliche Veränderungen Einfluss auf das Zyklusgeschehen haben. GnRH regt die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) an, diese produziert das follikelstimulierende Hormon (FSH) sowie das luteinisierende Hormon (LH) und stimuliert beziehungsweise steuert hierüber die Eierstöcke.

Die Eierstöcke (Ovarien) wiederum setzen als endokrines Organ Steroidund Peptidhormone, insbesondere Estrogen, Gestagen und Androgen frei, als exokrines Organ produzieren sie nach erfolgreichem Reifungsprozess eine Eizelle, die meist in der Zyklusmitte zur Befruchtung freigegeben wird. Dabei wird die erste Zyklushälfte wesentlich durch FSH kontrolliert („Follikelphase“). In der Zyklusmitte kommt es infolge zunehmender Estrogenkonzentration zu einem steilen Anstieg der LH-Ausschüttung in der Hypophyse und damit zur Auslösung des Eisprungs.

»Vor allem zu Blutungsbeginn leiden etwa 60 bis 80 Prozent aller Frauen unter heftigen, meist krampfartigen Unterleibsschmerzen.«

Die zweite Zyklushälfte („Lutealphase“), die mit dem Tag des Eisprungs beginnt, steht dann stärker unter dem Einfluss des Gelbkörperhormons (Progesteron). Findet eine Konzeption statt, bleibt die Menstruation aus. Erfolgt keine Befruchtung/Einnistung des Eis, sinken Estrogen- und Progesteronspiegel wieder ab und nach circa vierzehn Tagen wird die Periodenblutung ausgelöst (Estrogen-Entzugsblutung). Es kommt dabei zur Abstoßung der funktionellen Gebärmutterschleimhaut. Insgesamt spielen in dem komplexen Zyklus natürlich auch noch die Konzentrationen anderer Hormone, etwa der Androgene oder des Prolaktins eine mithelfende Rolle.

Zyklus aus dem Takt Nur etwa jede zehnte geschlechtsreife Frau hat tatsächlich konstante Zykluslängen von 28 Tagen. Als Idealfall wird eine Zyklusdauer von 28 plus/ minus drei Tagen betrachtet. Insofern sind stets regelmäßige Zyklen tatsächlich eher ungewöhnlich. Auch die Blutungen unterscheiden sich von Frau zu Frau. So gilt als physiologisch, wenn die Blutung alle 24 bis 31 Tage einsetzt, etwa vier bis sieben Tage anhält und dabei circa 30 bis 40 Milliliter Blut mit Sekreten und Schleimhautresten ausgeschieden wird. Sind die Abstände zwischen den Blutungen länger, kürzer, gar nicht vorhanden oder fallen die Blutungen stärker aus, liegt eine Menstruations- oder Zyklusstörung vor.

Vielfältige Ursachen und Diagnosestellung Eine nicht zu unterschätzende Rolle für den Menstruationszyklus spielen Körpergewicht, Ernährung und Bewegung. Bei Übergewichtigen existiert mit dem Fettgewebe, insbesondere am Bauch (viszerales Bauchfett) ein weiteres endokrines Organ, das Estrogene bildet und damit die Regulation stört. Bekannt ist: Je früher eine Adipositas (Fettleibigkeit) bei Heranwachsenden auftritt, um so häufiger kommt es zu Zyklusstörungen. Häufig kommt es zu verkürzten (anovulatorischen) Zyklen ohne Eisprung oder Blutungsstörungen.

Adipöse Teenager sind öfter unfruchtbar. Zudem kommen übergewichtige Frauen durchschnittlich vier Jahre eher als normalgewichtige in die Menopause. Umgekehrt resultiert bei Magersüchtigen (Anorexia nervosa) oder Bulimikerinnen (Essbrechsucht) aufgrund der Fehlernährung häufig eine Amenorrhoe, Oligomenorrhoe oder stark irreguläre Blutung. Quasi als Schutzfunktion des Körpers ist hier die Ei- und Hormonproduktion des Körpers deutlich heruntergefahren, die Eierstöcke arbeiten nicht mehr richtig.

Zudem können vermehrte körperliche und/oder psychische Belastungen den Zyklus aus dem Takt bringen, etwa Leistungssport, beruflicher Stress oder familiäre Spannungen. Daneben führen hormonelle beziehungsweise Organfunktionsstörungen wie Erkrankungen der Geschlechtsorgane, der Schilddrüse, der Leber, der Nieren, Stoffwechselkrankheiten, etwa Diabetes mellitus, unter Umständen zu Menstruationsstörungen. Werden diese Erkrankungen behandelt, sind die Betroffenen richtig eingestellt, normalisiert sich häufig auch der Zyklus wieder.

ÜBERBLICK ZYKLUSSTÖRUNGEN
Dysmenorrhoe Auftritt starker Regelschmerzen (auch: Algomenorrhoe)
Prämenstruelles Syndrom  Vielzahl von Beschwerden in den Tagen vor der Regelblutung

Regeltempo-Störungen:
Amenorrhoe
Ausbleiben der Regelblutung
Oligomenorrhoe seltene Blutungen mit Blutungsintervall > 35 Tage
Polymenorrhoe häufige Blutungen mit Blutungsintervall < 25 Tage

Regeltypus-Störungen:
Hypomenorrhoe
sehr schwache Blutung (< 10 ml Blutverlust)
Hypermenorrhoe sehr starke Blutung (> 80 ml Blutverlust)
Menorrhagie länger als sechs Tage anhaltende Blutung
Metrorrhagie Zusatzblutungen

Das gleiche gilt für stressbedingte Störungen: Hier können Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Yoga, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Qi Gong oder gar Meditation helfen. In schwierigen Fällen ist womöglich ein Psychologe notwendig. Auch eine ausgewogene, gesunde Ernährung sowie Normalisierung des Gewichtes und moderater, regelmäßiger Sport helfen, den Zyklus und die Empfängnisfähigkeit wieder ins Gleichgewicht zu bringen – allerdings nur, wenn die Eierstöcke noch nicht aufgrund einer langanhaltenden Fehlregulation unabänderlich geschädigt worden sind (Syndrom der polyzystischen Ovarien, PCO).

Um bezüglich Zyklusstörung eine ärztliche Diagnose zu erhalten, hilft vielfach das Führen eines Regelkalenders. In diesen sollten Betroffene ihre Blutungshäufigkeit, -stärke, -schmerzen oder vorhandene Zwischenblutungen und womöglich auch die Basaltemperatur (die Körpertemperatur steigt nach dem Eisprung um etwa ein halbes Grad Celsius an) zur Eisprungermittlung eintragen.

Außer der auf diesen Daten sowie den Aussagen von betroffenen Frauen fußenden Anamnese wird der Gynäkologe des Vertrauens im Regelfall noch eine Tast- und Ultraschalluntersuchung durchführen sowie die Konzentrationen von relevanten Hormonen, insbesondere Estradiol, Progesteron, Testosteron, Dehydroepiandrosteron beziehungsweise Prolaktin bestimmen.

Nicht jede Abweichung von der Norm hat allerdings gleich Krankheitscharakter. Dies wird der Arzt im Einzelfall aufgrund der Gesamtlage beurteilen. In manchen Fällen kann zur Feststellung der Ursache zusätzlich auch eine Gebärmutterspiegelung oder eine Ausschabung (Kürettage) notwendig werden.

Dysmenorrhoe Vor allem zu Blutungsbeginn leiden etwa 60 bis 80 Prozent aller Frauen unter heftigen, meist krampfartigen Unterleibsschmerzen. Diese Menstruationsbeschwerden (dys = nicht der Norm entsprechend; menorrhoe = Menstruation, Regelblutung) sind bei etwa fünf Prozent ärztlich behandlungsbedürftig, insbesondere wenn die Unterleibsschmerzen noch mit Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Kreislaufschwäche und Schwindel einhergehen.

Eine primäre Dysmenorrhoe, die recht schnell nach der ersten Periode (Menarche) auftritt und bei der ärztlicherseits kein krankhafter Befund festgestellt wurde, bessert sich häufig nach dem 25. Lebensjahr oder nach einer Schwangerschaft. Einer sekundären Dysmenorrhoe, die nach Jahren ohne Symptome auftritt, liegen hingegen häufig organische Ursachen, wie beispielsweise Myome (gutartige Geschwulste der Gebärmutter), Polypen, Endometriose (Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle; kann Ursache für Unfruchtbarkeit sein), narbige Verwachsungen, Entzündungen an Uterus oder Eileiter zugrunde.

Erwachsene Kundinnen, die über neuartige Regelbeschwerden klagen, sollten demzufolge umgehend zum Gynäkologen geschickt werden. Ansonsten gilt: Die schmerzhaften, krampfartigen Menstruationsbeschwerden entstehen, da sich die Gebärmuttermuskulatur wehenartig zusammenzieht, um die aufgebaute Uterusschleimhaut abzustoßen. Haupt-Übeltäter sind hierbei Prostaglandine.

Therapie: Abhilfe schaffen Ruhe, Wärme, Prostaglandinsynthesehemmer, insbesondere Naproxen, aber auch Ibuprofen, Paracetamol sowie bei krampfartigen Beschwerden auch Wirkstoffkombinationen mit Butylscopolaminiumbromid. Krämpfe und Schmerzen, die damit nicht ausreichend behandelt werden können, sprechen meist auf Metamizol an, was dann jedoch vom Arzt verordnet werden muss.

Bei fehlendem Kinderwunsch bessert oft die regelmäßige Einnahme eines Kontrazeptivums die Beschwerden. Ernährungsmediziner empfehlen eine vitamin- und mineralstoffreiche Kost, vor allem mit hohem Vitamin-B-Komplex-, Magnesium- (spasmolytischer Effekt) und Eicosapentaensäure- Anteil (Drosselung der Prostaglandinbildung). In der Apotheke können entsprechende Nahrungsergänzungspräparate ebenfalls empfohlen werden.

In den weiteren Repetitoriumsteilen werden unter den hormonellen Frauenbeschwerden die Themen Schwangerschaft/ Unfruchtbarkeit sowie die Wechseljahre näher beleuchtet.

ZUSATZINFORMATIONEN
Das prämenstruelle Syndrom (PMS)
Bis zu 75 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter bemerken in der zweiten Zyklushälfte, also noch vor Einsetzen der Menstruation, körperliche und psychische Veränderungen – bekannt als prämenstruelles Syndrom. Diese beginnen vier bis vierzehn Tage vor der Periode und bessern sich deutlich mit Einsetzen der Blutung.

Bei fünf Prozent der Betroffenen ist die Lebensqualität so massiv beeinträchtigt, dass sowohl Arbeits- wie Familienleben leiden, weshalb hierfür sogar der Krankheitsbegriff „prämenstruelle Dyphorie“ (PMDD) geprägt wurde. Besonders Frauen älter als 30 Jahre klagen viel darüber. Psychische Veränderungen: Unerklärliche Stimmungsschwankungen, Traurigkeit, Depressionen, starke Gereiztheit bis zur Aggressivität, Einbuße des Selbstwertgefühls, Ängste können auftreten. Körperliche Beschwerden: Unterleibs-Krämpfe, ziehende Rückenschmerzen, Koitusschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung, Wassereinlagerung (Ödembildung), Brustspannen, Verdauungsbeschwerden, Heißhunger einerseits, Appetitlosigkeit andererseits, aber auch Auftreten von Hautunreinheiten (Akne) werden beschrieben.

Zur Ursache bestehen bis heute verschiedene Hypothesen. Hormon- und Neurotransmitterspiegel (insbesondere Estrogen, Progesteron, Prolaktin, Serotonin), auch individuelle Hormonempfindlichkeit spielen in dem komplexen multifaktoriellen Geschehen wohl eine Rolle, ohne dass die Frage endgültig geklärt ist.

Therapie: Häufig bessert eine Anpassung des Lebensstils PMS-Beschwerden. Entspannung hilft vielfach. In der Ernährung sollte Salz, Koffein, Alkohol reduziert werden. Moderate sportliche Betätigung (Radfahren, schwimmen, schnelleres Spazierengehen, leichte Gymnastik) hilft gegen Ödembildung, wirkt entkrampfend und bessert die Stimmungslage. Auch existieren Anhaltspunkte, dass Frauen mit schlechter Vitamin-D-Versorgung häufiger unter PMS leiden. Kalzium in einer Dosis von 1000 bis 1200 Milligramm täglich scheint die PMS-Beschwerden ebenfalls günstig zu beeinflussen, wie sogar Daten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) belegen.

Medikamentös kann ein Kontrazeptivum (Verhütungsmittel), etwa mit dem Gestagen Drospirenon, oder bei bestehendem Kinderwunsch auch ein Medikament mit Eisprung-förderndem Clomifen helfen. Ein weiterer hormoneller Ansatz ist die Anwendung eines Progesteron-Gels. Manche Ärzte verschreiben bei extremen PMDD-Beschwerden GnRH-Analoga. Um die emotionalen Symptome eines PMDD-Leidens zu behandeln, kommen Antidepressiva, insbesondere Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) in Betracht. Bei starken Wasseransammlungen können Diuretika sinnvoll werden.

Auch die Naturheilkunde bietet einiges: Standardisierte Johanniskraut-Extrakte helfen ebenfalls gegen – nicht ganz so starke – depressive Verstimmungen. Extrakte aus Mönchspfeffer (Agnus castus) wirken zyklusstabilisierend und sollen auch ängstliche und depressive Verstimmungen positiv beeinflussen. Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), Gänsefingerkraut (Potentilla anserina), Schafgarbe (Achillea millefolium), Kamille (Matricaria chamomillae) wirken krampflösend und sollten bereits ab eine Woche vor der Regelblutung eingenommen werden.

Wärme, insbesondere krampflösende feuchte Wärme, etwa in Form von Voll- oder Sitzbäder mit Melisse (Melissa officinalis), Lavendel (Lavandula officinalis), Rosmarin (Rosmarinus officinalis) wird ebenfalls von PMS-Geschädigten als lindernd und entspannend empfunden. In der Apotheke können bei PMS oder Zyklusstörungen, die ärztlicherseits als harmlos diagnostiziert wurden, zudem Homöopathika empfohlen werden:

Magnesium phosphoricum D6 hilft bei anfallsartig auftretenden, krampfartigen, heftigen Schmerzen vor und am ersten der Tag der Menstruation, Cimicifuga racemosa D6 bei Kopf- und krampfartigen Leibschmerzen sowie labilem Kreislauf. Auch Komplexmittel (Mischungen aus mehreren bewährten homöopathischen Einzelmitteln), unter anderem mit Agnus castus, Pulsatilla, Sepia (Sepia officinalis – Tintenfisch), Calcium- beziehungsweise Magnesium carbonicum, Lilium tigrinum (Tiger-Lilie), Ignatia (Ignatius-Bohne) sind im Handel.

Regeltempo- und -typusstörungen
Alle weiteren Zyklusstörungen benötigen auf jeden Fall intensiverer ärztlicher, meist gynäkologischer Hilfe. Insofern an dieser Stelle nur ein kurzer Einblick, um was es sich in deren komplexen Geschehen eigentlich handelt.

Bei der Amenorrhoe, dem vollständiges Ausbleiben der Menstruationsblutung, wird zwischen primärer und sekundärer Form unterschieden. Bei der primären bleibt schon die Pubertät aus, die Regelblutung setzt also bis zum vollendeten 15. Lebensjahr nicht ein. Bei der sekundären Form gab es ursprünglich Regelblutungen, die zu einem späteren Zeitpunkt aber für mindestens drei Monate versiegten.

Ursachen können angeborene Chromosomenanomalien, genitale Fehlbildungen, psychischer oder körperlicher Stress, Tumoren (Karzinome) oder Erkrankungen wie Multiple Sklerose, aber auch und insbesondere hormonelle Störungen infolge gestörter Regelkreise, etwa eines Defektes der übergeordneter Steuerzentren Hypophyse oder Hypothalamus, primäre Ovarialinsuffizienz (Störungen der Eierstockfunktion), das Polycystische Ovarial-Syndrom (PCO), auch Störungen in der Hormonsynthese der Nebennierenrinde sein.

Therapie: Behandlung der Grundkrankheit, häufig notwendig sind Hormonpräparate. Normal ist hingegen eine Amenorrhoe vor der Menarche, während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie nach der Menopause.

Die Ursachen einer Oligomenorrhoe (Verlängerung des Regelintervalls) decken sich weitgehend mit denen der Amenorrhoe: meist sind es primäre Ovarialinsuffizienz, Störungen am Hypothalamus oder der Hypophyse sowie insbesondere das Polycystische Ovarial-Syndrom (PCO). Die Polymenorrhoe (Verkürzung des Regelintervalls) beruht meist auf einer Verkürzung der Follikel- und/oder Gelbkörperphase. Dennoch sind vollständige Eizellreifung sowie Eisprung möglich. Natürlicherweise tritt eine Polymenorrhoe kurz nach der Menarche oder vor den Wechseljahren auf.

Eine Hypomenorrhoe (deutlich abgeschwächte Blutung, häufig nur Schmierblutung) trifft häufiger übergewichtige Frauen und kommt öfter zu Beginn der Wechseljahre vor. Bei Frauen mit Kinderwunsch muss sie nur behandelt werden, falls kein normaler Eireifungszyklus festgestellt wurde.

Hypermenorrhoe (deutlich verstärkte Regelblutung) haben neun bis vierzehn Prozent, Menorrhagie (deutlich über das Normale hinaus anhaltende Blutung) circa zehn bis 20 Prozent aller Frauen – und auch diese Zyklusstörungen nehmen mit dem Alter zu. In der Apotheke sollten Betroffene für dieses Thema allerdings sensibilisiert und hierbei zur ärztlichen Konsultation geraten werden, da häufiger Myome, Polypen, Endometriose, Ovarial- oder Gebärmuttertumoren dahinter stecken. Allerdings können auch Stress, Bluthochdruck, Gerinnungsstörungen, Nieren- oder Leberinsuffizienz und natürlich hormonelle Verschiebungen Auslöser sein.

Zu Metrorrhagien, also außerhalb des normalen Zyklus auftretende Blutungen, kommt es besonders häufig im Erwachsenenalter, aber auch kurz vor der Menopause. Auch hier können organische Erkrankungen (etwa Endometriumentzündungen, Endometrium- oder Vaginalkarzinome, Myome oder Polypen) – neben hormonellen Störungen (häufiger Gelbkörperschwäche) – Ursache sein. Die Therapie muss sich immer nach der Ursache der Zusatzblutung richten.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 07/15 ab Seite 76.

Dr. Eva-Maria Stoya, Apothekerin / Journalistin

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