© Schirn Kunsthalle Frankfurt/ Norbert Miguletz
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Schon mal da gewesen?

KANADA ANDERS SEHEN

Flammende Wälder, majestätische Arktis, geheimnisvolle Nordlichter: In der Frankfurter Ausstellung „Magnetic North“ kann man die Malerei der kanadischen Moderne bewundern. Sie zeigt zugleich: Die menschenleere Wildnis war schon damals Illusion.

Seite 1/1 2 Minuten

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Stubenhocker waren sie nicht, die Künstler, die sich im Mai 1920 in Toronto zur „Group of Seven” zusammenschlossen, im Gegenteil: Fürs Malen reisten sie mit Zug und Kanu in entlegene Ecken Kanadas wie den Norden Ontarios, an den Lake Superior und den Rand der Arktis. Sie zelteten, lebten teilweise in umgebauten Güterwagen – und suchten in der Natur nach Schönheit und Erhabenheit, außerdem nach künstlerischer Unabhängigkeit von Europa und neuem malerischen Ausdruck für das, was den jungen Staat Kanada ausmachte. Als ein Vorreiter dieses Künstlertypus galt der Maler Tom Thomson. Er arbeitete auch noch als Ranger und Parkführer.

Prägend fürs Kanada-Bild „Unseren Besucherinnen und Besuchern zeigen wir die Ikonen der kanadischen Moderne schlechthin – und das erstmals in Deutschland“, schwärmt Schirn-Direktor Dr. Philipp Demandt. „Es sind Gemälde, die bis heute das Bild prägen, das man sich von Kanada macht.“ Zu betrachten sind wunderschöne Exponate in satten Farben und unterschiedlichen Stilen, die die Natur in zig Facetten zeigen: unterschiedlich gefärbte Wälder, wilde Seen, monumentale Eisberge. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert mit der Ausstellung „Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910–1940“ aber nicht nur rund 90 Skizzen und Gemälde aus großen Sammlungen Kanadas. Sie ergänzt diese um Videoarbeiten und dokumentarisches Filmmaterial.

Dadurch weitet sich der Blick der Ausstellungsbesucher: Denn Kanada war zur Zeit der „Group of Seven“ und anderer Künstler keine vorwiegend unberührte Wildnis, auch wenn deren Gemälde dies vorgeben. In dem erst 1867 unabhängig gewordenen Land lebten seit Jahrtausenden Indigene Völker. Auch wurden Anfang des 20. Jahrhunderts bereits weite Teile Kanadas forstwirtschaftlich genutzt, waren von Bergbau und Industrialisierung geprägt, was Umweltzerstörung und Umsiedlung der ursprünglichen Einwohner nach sich zog. Dies alles spiegelt sich nicht in den Motiven der kanadischen Moderne wider. Zwar thematisieren einige Künstler und Künstlerinnen Holzabschlag oder Bergbau – doch auch dies in fast menschenleerer Umgebung.

Tiefgang in den KabinettenDie Ausstellungsmacher gehen darauf mehrdimensional ein. Die einzelnen Abschnitte von „Magnetic North“ mit ihren schön gehängten Gemälden werden durch kleine Kabinette ergänzt. Darin kann, wer will, das dokumentarische Material auf sich wirken lassen. Auch die Übersichtstexte an den Wänden geben Hinweise. Zusätzlich durchbrechen die in Endlosschleife laufenden Filme die relative Stille in der Kunsthalle. Am Anfang ist das irritierend. Doch je weiter man sich in die Motive vertieft, desto passender erscheint einem dieser Kunstgriff: Die „Group of Seven“ und Künstler in deren Umfeld sparten Indigene Bevölkerung und Industrialisierung weitgehend aus. Die Ausstellung ergänzt die schönen Exponate um beide Realitäten.

Den Artikel finden Sie auch in die PTA IN DER APOTHEKE 05/2021 ab Seite 123.

Sabine Rieser, freie Journalistin

KONTAKT
Schirn Kunsthalle Frankfurt
Tickets und Programm: www.schirn.de
Verlängert bis: 29.8.2021
Online-Führung durch die Highlights: www.schirn.de/digital/angebote/webinare/

Feierabend! - Lifestyle-Themen für PTA

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Flammende Wälder, majestätische Arktis, geheimnisvolle Nordlichter: In der Frankfurter Ausstellung „Magnetic North“ kann man die Malerei der kanadischen Moderne bewundern. Sie zeigt zugleich: Die menschenleere Wildnis war schon damals Illusion.

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Stubenhocker waren sie nicht, die Künstler, die sich im Mai 1920 in Toronto zur „Group of Seven” zusammenschlossen, im Gegenteil: Fürs Malen reisten sie mit Zug und Kanu in entlegene Ecken Kanadas wie den Norden Ontarios, an den Lake Superior und den Rand der Arktis. Sie zelteten, lebten teilweise in umgebauten Güterwagen – und suchten in der Natur nach Schönheit und Erhabenheit, außerdem nach künstlerischer Unabhängigkeit von Europa und neuem malerischen Ausdruck für das, was den jungen Staat Kanada ausmachte. Als ein Vorreiter dieses Künstlertypus galt der Maler Tom Thomson. Er arbeitete auch noch als Ranger und Parkführer.

Prägend fürs Kanada-Bild „Unseren Besucherinnen und Besuchern zeigen wir die Ikonen der kanadischen Moderne schlechthin – und das erstmals in Deutschland“, schwärmt Schirn-Direktor Dr. Philipp Demandt. „Es sind Gemälde, die bis heute das Bild prägen, das man sich von Kanada macht.“ Zu betrachten sind wunderschöne Exponate in satten Farben und unterschiedlichen Stilen, die die Natur in zig Facetten zeigen: unterschiedlich gefärbte Wälder, wilde Seen, monumentale Eisberge. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert mit der Ausstellung „Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910–1940“ aber nicht nur rund 90 Skizzen und Gemälde aus großen Sammlungen Kanadas. Sie ergänzt diese um Videoarbeiten und dokumentarisches Filmmaterial.

Dadurch weitet sich der Blick der Ausstellungsbesucher: Denn Kanada war zur Zeit der „Group of Seven“ und anderer Künstler keine vorwiegend unberührte Wildnis, auch wenn deren Gemälde dies vorgeben. In dem erst 1867 unabhängig gewordenen Land lebten seit Jahrtausenden Indigene Völker. Auch wurden Anfang des 20. Jahrhunderts bereits weite Teile Kanadas forstwirtschaftlich genutzt, waren von Bergbau und Industrialisierung geprägt, was Umweltzerstörung und Umsiedlung der ursprünglichen Einwohner nach sich zog. Dies alles spiegelt sich nicht in den Motiven der kanadischen Moderne wider. Zwar thematisieren einige Künstler und Künstlerinnen Holzabschlag oder Bergbau – doch auch dies in fast menschenleerer Umgebung.

Tiefgang in den KabinettenDie Ausstellungsmacher gehen darauf mehrdimensional ein. Die einzelnen Abschnitte von „Magnetic North“ mit ihren schön gehängten Gemälden werden durch kleine Kabinette ergänzt. Darin kann, wer will, das dokumentarische Material auf sich wirken lassen. Auch die Übersichtstexte an den Wänden geben Hinweise. Zusätzlich durchbrechen die in Endlosschleife laufenden Filme die relative Stille in der Kunsthalle. Am Anfang ist das irritierend. Doch je weiter man sich in die Motive vertieft, desto passender erscheint einem dieser Kunstgriff: Die „Group of Seven“ und Künstler in deren Umfeld sparten Indigene Bevölkerung und Industrialisierung weitgehend aus. Die Ausstellung ergänzt die schönen Exponate um beide Realitäten.

Den Artikel finden Sie auch in die PTA IN DER APOTHEKE 05/2021 ab Seite 123.

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Flammende Wälder, majestätische Arktis, geheimnisvolle Nordlichter: In der Frankfurter Ausstellung „Magnetic North“ kann man die Malerei der kanadischen Moderne bewundern. Sie zeigt zugleich: Die menschenleere Wildnis war schon damals Illusion.

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Stubenhocker waren sie nicht, die Künstler, die sich im Mai 1920 in Toronto zur „Group of Seven” zusammenschlossen, im Gegenteil: Fürs Malen reisten sie mit Zug und Kanu in entlegene Ecken Kanadas wie den Norden Ontarios, an den Lake Superior und den Rand der Arktis. Sie zelteten, lebten teilweise in umgebauten Güterwagen – und suchten in der Natur nach Schönheit und Erhabenheit, außerdem nach künstlerischer Unabhängigkeit von Europa und neuem malerischen Ausdruck für das, was den jungen Staat Kanada ausmachte. Als ein Vorreiter dieses Künstlertypus galt der Maler Tom Thomson. Er arbeitete auch noch als Ranger und Parkführer.

Prägend fürs Kanada-Bild „Unseren Besucherinnen und Besuchern zeigen wir die Ikonen der kanadischen Moderne schlechthin – und das erstmals in Deutschland“, schwärmt Schirn-Direktor Dr. Philipp Demandt. „Es sind Gemälde, die bis heute das Bild prägen, das man sich von Kanada macht.“ Zu betrachten sind wunderschöne Exponate in satten Farben und unterschiedlichen Stilen, die die Natur in zig Facetten zeigen: unterschiedlich gefärbte Wälder, wilde Seen, monumentale Eisberge. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert mit der Ausstellung „Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910–1940“ aber nicht nur rund 90 Skizzen und Gemälde aus großen Sammlungen Kanadas. Sie ergänzt diese um Videoarbeiten und dokumentarisches Filmmaterial.

Dadurch weitet sich der Blick der Ausstellungsbesucher: Denn Kanada war zur Zeit der „Group of Seven“ und anderer Künstler keine vorwiegend unberührte Wildnis, auch wenn deren Gemälde dies vorgeben. In dem erst 1867 unabhängig gewordenen Land lebten seit Jahrtausenden Indigene Völker. Auch wurden Anfang des 20. Jahrhunderts bereits weite Teile Kanadas forstwirtschaftlich genutzt, waren von Bergbau und Industrialisierung geprägt, was Umweltzerstörung und Umsiedlung der ursprünglichen Einwohner nach sich zog. Dies alles spiegelt sich nicht in den Motiven der kanadischen Moderne wider. Zwar thematisieren einige Künstler und Künstlerinnen Holzabschlag oder Bergbau – doch auch dies in fast menschenleerer Umgebung.

Tiefgang in den KabinettenDie Ausstellungsmacher gehen darauf mehrdimensional ein. Die einzelnen Abschnitte von „Magnetic North“ mit ihren schön gehängten Gemälden werden durch kleine Kabinette ergänzt. Darin kann, wer will, das dokumentarische Material auf sich wirken lassen. Auch die Übersichtstexte an den Wänden geben Hinweise. Zusätzlich durchbrechen die in Endlosschleife laufenden Filme die relative Stille in der Kunsthalle. Am Anfang ist das irritierend. Doch je weiter man sich in die Motive vertieft, desto passender erscheint einem dieser Kunstgriff: Die „Group of Seven“ und Künstler in deren Umfeld sparten Indigene Bevölkerung und Industrialisierung weitgehend aus. Die Ausstellung ergänzt die schönen Exponate um beide Realitäten.

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Tipps für die Freizeit

Auf unserer Seite bieten wir Ihnen aktuelle Themen, die für Sie als PTA beruflich interessant sind. Aber es gibt ja auch noch das Leben außerhalb der Apotheke! In unserer neuen Rubrik Feierabend! sammeln wir für Sie Tipps zu Freizeit-Aktivitäten.

Außerdem finden Sie hier Rezeptideen zum Kochen und Backen. Sie lesen gerne? Wir stellen Ihnen unterhaltsame Bücher vor. Reisen, Ausflüge und was Sie sonst noch unternehmen können, kommen ebenfalls nicht zu kurz. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie Themen, die nichts mit Ihrem Arbeitsalltag zu tun haben. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Stöbern.

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Dadurch weitet sich der Blick der Ausstellungsbesucher: Denn Kanada war zur Zeit der „Group of Seven“ und anderer Künstler keine vorwiegend unberührte Wildnis, auch wenn deren Gemälde dies vorgeben. In dem erst 1867 unabhängig gewordenen Land lebten seit Jahrtausenden Indigene Völker. Auch wurden Anfang des 20. Jahrhunderts bereits weite Teile Kanadas forstwirtschaftlich genutzt, waren von Bergbau und Industrialisierung geprägt, was Umweltzerstörung und Umsiedlung der ursprünglichen Einwohner nach sich zog. Dies alles spiegelt sich nicht in den Motiven der kanadischen Moderne wider. Zwar thematisieren einige Künstler und Künstlerinnen Holzabschlag oder Bergbau – doch auch dies in fast menschenleerer Umgebung.

Tiefgang in den KabinettenDie Ausstellungsmacher gehen darauf mehrdimensional ein. Die einzelnen Abschnitte von „Magnetic North“ mit ihren schön gehängten Gemälden werden durch kleine Kabinette ergänzt. Darin kann, wer will, das dokumentarische Material auf sich wirken lassen. Auch die Übersichtstexte an den Wänden geben Hinweise. Zusätzlich durchbrechen die in Endlosschleife laufenden Filme die relative Stille in der Kunsthalle. Am Anfang ist das irritierend. Doch je weiter man sich in die Motive vertieft, desto passender erscheint einem dieser Kunstgriff: Die „Group of Seven“ und Künstler in deren Umfeld sparten Indigene Bevölkerung und Industrialisierung weitgehend aus. Die Ausstellung ergänzt die schönen Exponate um beide Realitäten.

Den Artikel finden Sie auch in die PTA IN DER APOTHEKE 05/2021 ab Seite 123.

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