Ungleiche Behandlung für alle
20 Minuten 1 Punkte
- 1Was ist Gendermedizin?
- 2Warum Gendermedizin?
- 3Unterschiede zwischen Geschlechtern
- 4Immunsystem
- 5Herz & Stoffwechsel
- 6Schmerz
- 7Darm
- 8Arzneimitteldosierung
- 9Lernerfolgskontrolle
01. Januar 2027
Weibliche und männliche Darmmikroben
Darmkrankheiten betreffen Frauen und Männer gleichermaßen – aber bei der Verteilung der Erkrankungen lassen sich statistische Unterschiede feststellen: Männer scheinen häufiger an Darmkrebs zu erkranken, Frauen eher an einer funktionellen Krankheit wie Reizdarm oder Reizmagen sowie an der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn.
Jedoch macht sich der Gender Data Gap auch hier bemerkbar, es existieren wenige und hauptsächlich retrospektive Daten. Zudem machte man lange Zeit vor allem die typischen Ernährungsgewohnheiten zwischen Frauen (eher gesundheitsbewusst) und Männern (viel Fleisch, Alkohol) für die unterschiedliche Epidemiologie verantwortlich.
Natürlich spielt die Ernährung eine große Rolle für die Darmgesundheit, ebenso wie Bewegung und die genetische Veranlagung. In einer Analyse von 2021 fanden Forschende jedoch einen signifikanten Unterschied in der Zusammensetzung des Mikrobioms von weiblichen und männlichen Teilnehmenden: Im Darm von Frauen fand man zum einen eine größere Artenvielfalt – darunter auch viele Bakterienarten, die bekanntermaßen einen positiven Einfluss auf verschiedene Stoffwechselprozesse zeigen – zum anderen unterschiedliche Mengen der einzelnen Mikrobenarten.
Auch das Alter der Studienteilnehmenden spielte eine Rolle: So veränderte sich das Mikrobiom sowohl nach der Pubertät als auch nach der Menopause – Sexualhormone scheinen demnach auch hier einen Einfluss zu haben.
Ebenso anatomische Einflüsse, denn Nahrung bewegt sich bei Männern tendenziell schneller durch den Darm als bei Frauen, zudem bilden Frauen weniger Magensäure und haben eine längere Magenverweildauer. Insgesamt scheinen Männer und Frauen Nahrung unterschiedlich zu verwerten. Was das alles für die Darmgesundheit bedeutet, wird allerdings noch erforscht.











