Parasiten: Schmarotzer am Menschen
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01. November 2026
Milben im Überblick
Milben sind kleine Spinnentiere. Zu ihnen gehört zum Beispiel die Zecke (der ein eigenes E-Learning gewidmet ist). Die bekannteste parasitäre Milbe ist wohl die Krätzmilbe. Sie löst Skabies, die Krätze, aus. Aber auch Grasmilben können dem Menschen schaden: Ihre Bisse und ihr Speichelsekret verursachen die sogenannte Erntekrätze, eine Hauterkrankung mit Juckreiz und Unwohlsein.
Skabies
Weibliche Krätzmilben graben sich in die Haut von Säugetieren, wobei Komma-förmige Gänge entstehen. Darin legen die Milben ihre Eier ab. Die Gänge in der Haut verursachen Juckreiz, Brennen, Pusteln und Quaddeln, durch Kratzen entstehen leicht Krusten. Typischerweise treten sie um die Brustwarzen herum, in den Fingerzwischenräumen, an den Handgelenken, den Ellenbogen oder in der Leistenregion und am Penis auf.
Die Larven leben in den Hautgängen. Sind sie erwachsen, graben die Weibchen weitere Gänge, die Männchen leben auf der Hautoberfläche und suchen nach paarungsbereiten Weibchen. Ohne Behandlung verlassen Krätzmilben ihren Wirt also nicht. Die Milben werden durch direkten Hautkontakt oder durch infizierte Hautschuppen übertragen, also zum Beispiel über das gemeinsame Bett, über Wäsche oder Polstermöbel. Der Infektionsweg über Hautschuppen ist vor allem bei älteren und immungeschwächten Personen von Bedeutung.
Behandelt wird Skabies mit Antiskabiosa, entweder topisch mit zum Beispiel Permethrin-Creme oder systemisch mit Ivermectin. Wenn die Hautstellen stark verkrustet sind, müssen sie eventuell zunächst keratolytisch mit Salicylsäure aufgeweicht werden, damit Antiskabiosa aufgetragen werden können. Außerdem wichtig: der tägliche Wäschewechsel.
Wichtige Tipps bei der Rezeptbelieferung: Bei der topischen Therapie werden nicht nur die sichtbar betroffenen Regionen eingecremt, sondern der ganze Körper vom Hals abwärts, einschließlich der Bereiche zwischen den Fingern und Zehen, unter den Nägeln, in den Achseln, am Nabel und im Genitalbereich. Bei Kindern werden auch Kopf, Ohren und Gesicht mitbehandelt. Die Creme muss 8 bis 14 Stunden auf der Haut verbleiben, bevor sie abgeduscht wird. Eine zweite Behandlung nach einer bis zwei Wochen wird außerdem empfohlen.
Hausstaubmilben sind auch Milben
Hausstaubmilben sind keine Parasiten, denn sie nisten sich nicht in oder auf einem Wirt ein und sie übertragen auch keine Krankheiten. Schaden können sie einer bestimmten Personengruppe trotzdem: Bei Allergikern löst ihr Kot Beschwerden aus.
Frage: Welche Stellen werden bei einer Skabies-Behandlung eingecremt?
A. Halsabwärts der ganze Körper
B. Typischerweise die Fingerzwischenräume
C. Vor allem die Leistengegend
Antwort A ist korrekt.
Aber das wussten Sie sicherlich schon.
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