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Von „Gut Jet Lag“ bis „Aging Colon“

CHRONOBIOLOGISCHE EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE DARMMOTILITÄT – UND WAS SIE FÜR DIE THERAPIE BEDEUTEN

Der Darm folgt einer inneren Uhr: Verschiebungen von Schlafrhythmus, Es-senszeiten und altersbedingte Veränderungen können die Motilität beeinflussen und zur Entstehung von Obstipation beitragen. Diese Zusammenhänge standen im Mittelpunkt eines Pressegesprächs mit der Gastroente-rologin PD Dr. Jutta Keller zum Thema chronobiologische Einflussfaktoren auf die Darmfunktion und deren therapeutische Implikationen. Aus dem besseren Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen lassen sich konkrete Ansätze für die Offizin ableiten – von alltagsnahen Maßnahmen wie stabilen Routinen bis hin zum gezielten Einsatz evidenzbasierter Laxanzien wie Bisacodyl, Natriumpicosulfat und Macrogol (z. B. in DulcoLax®, DulcoSoft®). Ergänzt wurden die wissen-schaftlichen Erkenntnisse durch Ergebnisse der aktuellen Darmtrend-Umfrage1, die einen Einblick in das Alltagsverhalten der Bevölkerung geben.

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Wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät

Der Darm folgt einem klar strukturierten Tagesrhythmus. Motilität, Sekretion, mikrobielle Aktivität und Barrierefunktion greifen zeitlich ineinander. Bereits kleinere Verschiebungen können diese Abstimmung stören – mit unmittelbaren Auswirkungen auf die Verdauung. Dr. Keller erklärte, dass funktionelle Veränderungen der Darmmotilität eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Obstipation spielen. Bereits Verschiebungen im Zusammenspiel von Aktivitäts- und Ruhephasen können die Passage im Kolon verlangsamen und typische Beschwerden begünstigen. Das Konzept des „Gut Jet Lag“ beschreibt diese Zusammenhänge als Desynchronisa-tion zwischen innerer Uhr, Darmmikrobiota und Darmbewegung. Dadurch können zeitlich abgestimmte Prozesse im Darm aus dem Gleichgewicht geraten – etwa mikrobielle Stoffwechselaktivität, propulsive Motilität und Barrierefunktion.2

Alltag als entscheidender Einflussfaktor

Unregelmäßige Tagesabläufe wirken direkt auf diese Systeme. Beobachtungsdaten3 zeigen, dass Menschen mit Schichtarbeit oder wechselnden Routinen häufiger über gastrointestinale Beschwerden berichten – von einzelnen Symptomen bis hin zu funktionellen Störungen wie Obstipation. Dr. Keller wies darauf hin, dass unregelmäßige Schlaf- und Essenszeiten sowie das wiederholte Aufschieben des Toilettengangs dazu beitragen können, die natürliche Darmtätigkeit zu stören und bereits bestehende Beschwerden zu verstärken.

Die Ergebnisse der Darmtrend-Umfrage1 zeigen, wie verbreitet solche Muster sind: Nur etwa ein Drittel der Befragten mit Verdauungsbeschwerden hat regelmäßige Schlafzeiten. Gleichzeitig berichten rund 40 %, dass Veränderungen im Tag-Nacht-Rhythmus ihre Verdauung beeinflussen – oft in Richtung Verstopfung (25 %). Zudem unterdrücken 15 % den Stuhldrang häufig oder sehr häufig, weitere 56 % zumindest gelegentlich. Besonders bei jüngeren Erwachsenen zeigt sich der Einfluss des (Arbeits-)Alltags: Rund 70 % der 25- bis 29-Jährigen, die ihren Stuhlgang unterdrücken, geben dafür zeitliche und organisatorische Gründe an.

Extreme Bedingungen als Modell: Mikrogravitation

Wie sensibel die Darmmotilität auf äußere Einflüsse reagiert, zeigt sich auch unter Extrembedingungen: In der Mikrogravitation verlangsamt sich die Darmtätigkeit. Obstipation zählt zu den häufigsten Beschwerden während Raumfahrtmissionen.4 Veränderte Druckverhältnisse, re-duzierte Bewegung und gestörte Schlaf-Wach-Zyklen wirken hier gleichzeitig – Faktoren, die auch im Alltag in abgeschwächter Form eine Rolle spielen können.

Aging Colon: Wenn die Reserve abnimmt

Der Darm reagiert nicht nur auf solche äußeren Einflüsse, sondern auch auf natürliche Prozesse. Mit zunehmendem Alter verändern sich seine Struktur und Funktion. Betroffen sind unter anderem die Schleimhautbarriere, die neuronale Steuerung und die neuromuskuläre Aktivität.5 Mit abnehmender „intestinal reserve“ – also der Fähigkeit des Darms, funktionelle Einschränkungen zu kompensieren – kann er Belastungen zunehmend schlechter ausgleichen. Diese Veränderungen machen sich häufig erst unter zusätzlicher Belastung bemerkbar, etwa durch Multimedikation, Bewegungsmangel oder veränderte Routinen. Dr. Keller wies darauf hin, dass die funktionelle Reserve des Darms im Alter abnimmt und damit die Anfälligkeit für Verstopfung steigt, Verstopfung jedoch in der Regel multifaktoriell bedingt ist und nicht zwangsläufig auftritt.

Dass sich solche Zusammenhänge auch in der Wahrnehmung widerspiegeln, zeigt die Darmtrend-Umfrage: 75 % der Befragten gehen davon aus, dass sich die Verdauung im Laufe des Lebens verändert.1

Konsequenzen für die Therapie

Die Erkenntnisse zur Chronobiologie schärfen den Blick auf die Obstipation. Neben Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Bewegung spielt die Zeitstruktur eine eigenständige Rolle. Regelmäßige Mahlzeiten, stabile Schlafzeiten und das Nutzen des natürlichen Stuhldrangs können die Darmfunktion unterstützen. Im Apothekenalltag wird jedoch deutlich, dass diese Maßnahmen allein nicht immer ausreichen. Dr. Keller hob hervor, dass Lebensstilmaßnahmen eine wichtige Grundlage darstellen, bei anhaltenden Beschwerden jedoch eine gezielte medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein kann, bei der Laxanzien leitliniengerecht und evidenzbasiert eingesetzt werden. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt zur Behandlung der Obstipation sowohl osmotische als auch stimulierende Laxanzien.6 Während os-motische Wirkstoffe Wasser im Darmlumen binden und den Stuhl aufweichen, fördern stimulierende Wirkstoffe zusätzlich die Darmmotilität.

DulcoLax®: Bewährte Optionen bei Obstipation

Zur Behandlung der Obstipation stehen mit DulcoLax® verschiedene Darreichungsformen zur Verfügung. DulcoLax® Dragées mit Bisacodyl und DulcoLax® NP Tropfen mit Natriumpicosulfat regen die Darmperistaltik an und erhöhen den Flüssigkeitsgehalt im Stuhl. Die Wirkung der Dragées setzt in der Regel nach 6 bis 12 Stunden ein, bei den Tropfen nach etwa 10 bis 12 Stunden. Für eine rasche Entleerung können DulcoLax® Zäpfchen (Bisacodyl) eingesetzt werden, deren Wirkung meist nach 15 bis 30 Minuten eintritt.

Ergänzend steht mit DulcoSoft® (Macrogol 4000) eine ebenfalls gut verträgliche Option zur Verfügung, die Wasser im Darm bindet und so für einen weicheren Stuhl sorgt. Sie wirkt rein physikalisch und ohne die Darmtätigkeit direkt zu stimulieren. Damit eignet sich DulcoSoft® auch für Kundinnen und Kunden, die eine besonders schonende Regulierung der Stuhlkonsistenz wünschen.


1 Darmtrend-Umfrage 2026, repräsentative Umfrage von Bilendi im Auftrag von Opella, Stichprobe: 1.000 Personen der deutschen Bevölkerung zwi-schen 25 und 79 Jahren, (2/3 Frauen, 1/3 Männer) bei denen eine oder meh-rere Verdauungsbeschwerden auftreten, Befragungszeitraum 30.01.2026 bis 16.02.2026 | Grundlage der Quotenstichprobe dieser Befragung sind die ak-tuellen Bevölkerungsstatistiken (Alter, Geschlecht, Bundesländer) der deut-schen Bevölkerung.
2 Li J et al. Gut jet lag: how circadian rhythm disruption undermines the Chrono-Microbiota-Motility axis and induces functional constipation. Front. Nutr. 12: 1678482.
3 Alyami SH et al. Gastrointestinal Symptoms and the Assessment of Diet in Shift Workers: A Systematic Scoping Review. Journal of Human Nutrition and Dietetics, 2025; 38:e70114.
4 Roma PG et al. Assessment of Spaceflight Medical Conditions’ and Treat-ments’ Potential Impacts on Behavioral Health and Performance. Life Sciences in Space Research 2021; 30: 72–81.
5 Baidoo N, Sanger GJ. The Aging of the Human Lower Bowel. Br J Hosp Med 2025; 86(7):1–16.
6 Aktualisierte S2k-Leitlinie chronische Obstipation der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie & Moti-lität (DGNM) April 2022 – AWMF-Registriernummer: 021–019.

 

DulcoLax® Dragées. DulcoLax® Zäpfchen. DulcoLax® NP Tropfen. Wirkstoff: Dragées/Zäpfchen: Bisacodyl. NP Tropfen: Natriumpicosulfat. Zusammens.: Dragées: 5 mg Bisacodyl/ magensaftresistente Tablette. Sonst. Bestandt.: Arab. Gummi, Carnaubawachs, Farbstoffe Chinolingelb (E 104), Gelborange S (E 110), u. Titandioxid (E 171), Glycerol, Lactose-Monohydrat, Macrogol 6000, Magnesiumstearat, Maisstärke, Methac-rylsäure-Methylmethacrylat-Copolymer (1:1),Methacrylsäure-Methylmethac-rylat-Copolymer (1:2), natives Rizinusöl, modifizierte Stärke (oxidierte Mais-stärke), Sucrose, Talkum, gebleichtes Wachs. Zäpfchen: 10 mg Bisaco-dyl/Zäpf. Sonst. Bestandt.: Hartfett. NP Tropfen:7,5 mg Natriumpicosulfat-Monohydrat/1 ml Lsg. Sonst. Bestandt.: Natriumbenzoat, Sorbitol-Lösung 70%, Natriumcitrat-Dihydrat, Citronensäure-Monohydrat, gereinigtes Was-ser. Anw.-geb.: Zur Anwdg. bei Obstipation, bei Erkrank., die eine erleich-terte Defäkation erford., sowie zur Darmentleer. bei diagnost. u. therapeut. Eingriffen am Darm; zusätzlich bei DulcoLax® Dragées u. DulcoLax® Zäpf-chen: sowie zur Darmentleerung bei Behandlungsmaßnahmen u. Maßnah-men zum Erkennen von Krankheiten (therapeut. u. diagnost. Eingriffe) am Darm. Wie andere Abführmittel sollten DulcoLax® Dragées, DulcoLax® Zäpfchen und DulcoLax® NP Tropfen ohne ärztl. Abklärung der Verstop-fungsursache nicht täglich oder über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Gegenanz.: Überempfindlichk. geg. Bisacodyl oder Natriumpicosul-fat oder sonst. Bestandt., Darmobstruktion, Ileus oder akute Erkrank. des Magen-Darm-Trakts (z. B. entzündl. Erkrank., akute Appendizitis), starke Bauchschm. im Zusammenh. mit Übelkeit oder Erbrechen, die Zei-chen einer schw. Erkrank. sein können; bei Stör. des Wasser- und Elektro-lythaushaltes (z. B. erhebl. Flüssigkeitsmangel d. Körpers); zusätzl. bei Dul-coLax® Dragées: Überempfindlichk. geg. Farbstoff Gelborange S, sel-tene angebor. Unverträglichkeit geg. einen Bestandt., Kinder < 2 J.; zusätzl. bei DulcoLax® Zäpf.: Kinder < 10 J.; zusätzl. b. DulcoLax® NP Tropfen: Kin-der < 4 J. Bei älteren Kindern wegen der Möglichk. einer nicht erkannten an-gebor. Fructose-Intoleranz nur nach Rückspr. mit dem Arzt anwenden. Fer-tilit., Schwangersch. u. Stillz.: I. d. Schwangersch. nur auf ärztl. Rat anw. Währ. d. Stillz. Einnahme mögl. Nebenw.: Überempfindlichkeitsreakt., al-lerg. Reaktionen (einschl. Hautreaktionen, Angioödem, Exanthem, Arzneimit-tel-, Pruritus), anaphylakt. Reakt., angioneurot. Ödem. Farbst. Gelborange S kann allerg. Reakt. hervorr. Dehydratation. Diarrhoe, Erbrechen, Blutbeimen-gung im Stuhl (Hämatochezie), abdom. Beschwerden, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, anorekt. Beschw. Colitis., Schwindel, Synkope. Verfügb. In-format. lassen vermuten, dass es sich hierb. um eine vasovag. Antw. auf Schm. im Bauchraum oder der Defäkation handelt. Unsachgemäße An-wendung (zu lange und zu hoch dosiert) kann zu Verlust v. Wasser, Kalium u. a. Elektrolyten und dadurch zu Stör. der Herzfkt. und zu Muskelschw. füh-ren, insb. bei gleichz. Einnah. von Diuretika und Kortikosteroiden. Die Emp-findlichk. ggü. Herzglykosiden kann verstärkt werden. Warnhinw.: Dul-coLax® Dragées: Enthält den Farbstoff Gelborange S, Lactose u. Sucrose. DulcoLax® Dragées und Zäpfchen und DulcoLax® NP Tropfen: Tragen nicht zur Gewichtsreduktion bei. Der gleichzeitige Gebrauch von anderen Abführ-mitteln kann die Nebenwirkungen im Magen-Darmtrakt verstärken. DulcoLax® NP Tropfen: Enthält Sorbitol und Natriumbenzoat. Apotheken-pflichtig.
A. Nattermann & Cie. GmbH, Brüningstraße 50, 65929 Frankfurt am Main
Stand: DulcoLax® Dragées: Februar 2025; DulcoLax® Zäpfchen: August 2025; DulcoLax® NP Tropfen: Februar

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