Die Ernährung und Gesundheit der Eltern vor der Empfängnis haben große Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes.© Foxys_forest_manufacture / iStock / Getty Images Plus

Ernährung | Schwangerschaft

ELTERN: ERNÄHRUNG VOR DER EMPFÄNGNIS HAT AUSWIRKUNGEN AUF DAS BABY

Es ist ja nichts Neues, dass man auf seine Ernährung und Gesundheit achten sollte. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass bereits die Ernährung und Gesundheit der Eltern vor der Empfängnis enorme Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben.

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Paare, die planen schwanger zu werden, sollten laut den Autoren eine bessere Beratung und Unterstützung erhalten. Zudem sollten Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit verstärkt werden, um Fettleibigkeit zu reduzieren und die Ernährung ausgewogener zu gestalten.

„Die Zeit vor der Empfängnis ist eine kritische Zeit, in der die elterliche Gesundheit – einschließlich Gewicht, Stoffwechsel und Ernährung – das Risiko zukünftiger chronischer Krankheiten bei Kindern beeinflussen kann, und wir müssen jetzt die öffentliche Gesundheitspolitik überprüfen, um dieses Risiko zu verringern“, erklärt Judith Stephenson vom Institute for Women’s Health vom University College London. Es geht letztlich auch darum, dass Bewusstsein für die Gesundheit vor der Empfängnis zu schärfen.

Man kann die Zeit, in der ein Paar beschließt, ein Kind zu bekommen, auch als Vorkonzeptionsphase bezeichnen. Diese Phase kann man auf drei verschiedene Weisen betrachten: Biologisch: Darunter versteht man die Tage bis Wochen vor und nach der Befruchtung. Individuell: Es geht um die Wochen oder Monate, in denen eine Frau oder ein Paar beschließt, ein Kind zu bekommen. Als letztes wäre da noch die öffentliche Ebene. Hier geht es um die Monate oder Jahre, die erforderlich sind, um Vorkonzeptionsrisikofaktoren wie Ernährung und Fettleibigkeit bereits vor der Schwangerschaft anzugehen.

Natürlich gibt es auch Risikofaktoren, die bei einer möglichen Schwangerschaft zu beachten sind. Darunter fallen Rauchen, hoher Alkohol- und Koffeinkonsum sowie Übergewicht oder Unterernährung. Es wird davon ausgegangen, dass vor allem das Übergewicht der Mutter zu schlechteren Geburtsergebnissen führt. Zudem erhöht eine mütterliche Adipositas das Niveau der Entzündungen, Hormone und Metaboliten, wodurch wiederum die Entwicklung der Eizelle und auch des Embryos direkt verändert wird.

Doch man muss nicht nur auf die Frau achten. Auch beim männlichen Geschlecht sollte man auf die Gesundheit und Ernährung schauen. Sind die Männer übergewichtig, wird dies mit einer schlechteren Spermienqualität,- quantität und –motiliät in Verbindung gebracht. Dadurch erhöht sich das Risiko für mögliche spätere chronische Erkrankungen. Ob allerdings der Einfluss der väterlichen Ernährung und Gesundheit eine ebenso große Rolle spielt, wie die der Mutter, ist nicht final geklärt.

In einer neuen Untersuchung haben die Autoren Frauen im Alter zwischen 18 und 42 Jahren berechnet, die ernährungsphysiologisch auf eine Schwangerschaft vorbereitet sind. Bei 96 Prozent konnte festgestellt werden, dass die Frauen zu wenig Eisen und Folat aufnehmen, als für eine Schwangerschaft empfohlen wird.

Nadine Hofmann,
Leitung Online-Redaktion

Quelle: Ärzteblatt

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