Vitamin D
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Vitamin D: Beratungswissen kompakt

Zwischen „Vitamin D kann der Körper selbst bilden“ und „Im Winter sollte jede*r Vitamin D einnehmen“: Wie steht es um die Versorgung in Deutschland? Welchen Kund*innen können Sie proaktiv Vitamin D empfehlen, und sollte es ein Mono- oder Kombipräparat sein? Machen Sie sich schlau!

8 Minuten 50 Punkte

Antwort B ist richtig,

Vitamine sind per Definition essenziell, müssen dem Körper also zugeführt werden. Und die meisten Vitamine wirken als Coenzyme an katalytischen Reaktionen mit, Vitamin D aber wirkt hormonähnlich. Dass es ein Sammelbegriff für mehrere chemische Einzelsubstanzen ist und dass es fettlöslich ist, spricht hingegen nicht gegen die Einordnung als Vitamin.


Vitamin-D-Mangel

Generell sind wir hierzulande gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Das zeigt die Nationale Verzehrstudie II und das bestätigt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung. Mangelerscheinungen sind generell selten. Mit zwei Ausnahmen: Folat und Vitamin D.

Nur 38 Prozent der Menschen in Deutschland schaffen es, ihren Bedarf an Vitamin D zu decken und mit ihrem Vitaminspeicher über den Winter zu kommen. Hingegen sind rund 30 Prozent der Erwachsenen zwischen November und April unterversorgt. Untersucht wird ein Vitamin-D-Mangel über den Calcidiol-Spiegel im Blut; auf dem Blutbild wird der Wert als 25(OH)D ausgewiesen.

🌤️Normwert für Erwachsene: 50 – 75 nmol/l
🌤️Leichter Mangel: 25 – 50 nmol/l
🌤️Schwerer Mangel: < 25 nmol/l

Wer neigt zu einem Vitamin-D-Mangel?

Generell sind alle Menschen auf der Nordhalbkugel anfällig für einen Vitamin-D-Mangel, insbesondere im Winter. Bestimmte Gruppen haben aber ein besonders hohes Risiko:

🌤️Säuglinge, weil sich ihr Skelett noch bildet
🌤️Schwangere, da sie den Embryo mitversorgen müssen
🌤️Menschen of Color, da das Hautpigment Melanin die Vitamin-D-Synthese blockiert
🌤️Menschen mit Adipositas können Vitamin D zwar speichern, aber kaum wieder abgeben.
🌤️Bei vielen Grunderkrankungen, vor allem von Leber und Niere
🌤️Bei der Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Antiepileptika)
🌤️Durch intensives sportliches Training
🌤️Ältere Menschen, da ihre Haut weniger Vitamin D bildet und sie sich meist weniger im Freien aufhalten

Vitamin-D-Spiegel bestimmen lassen

Wer zu diesen Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel gehört, aber auch wer Symptome zeigt und sich abgeschlagen fühlt, infektanfällig ist, Muskel- und Gliederschmerzen, häufige Krämpfe und Haarausfall hat, sollte seinen Vitamin-D-Spiegel ärztlich bestimmen lassen.

Der 25(OH)D-Wert im Serum gehört nicht zu den regulären Blutbildparametern. In Verdachtsfällen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung den Test dennoch, ansonsten ist er eine IGeL-Leistung. Für die reine Laboruntersuchung rechnen Ärzt*innen in der Regel 32,17 Euro ab, hinzu kommen eventuell Kosten für die Beratung und die Blutabnahme in der Praxis.

Beratungstipp: Falls Sie ein Kit für einen Selbsttest empfehlen: Empfehlen Sie unbedingt ein Set, bei dem man die Probe zur Analyse in ein Labor schickt – und nicht selbst daheim auswertet. Doch auch diese Testkits sind nicht so aussagekräftig wie eine ärztliche Untersuchung.

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