pharmazeutische Dienstleistungen
DAPs-Punkte

pDL für PTA: Überblick und Einstieg

Blutdruckmessen – die meisten PTA haben es hunderte Male gemacht. Was aber ist zu berücksichtigen, wenn Sie es als pharmazeutische Dienstleistung anbieten und abrechnen wollen? Und was ist bei der Inhalationsschulung zu beachten?

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Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck

Wer einen ärztlich diagnostizierten Bluthochdruck hat und dagegen Arzneimittel einnimmt, hat einmal im Jahr Anspruch auf die pDL „Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck“. Bei einer Medikamentenumstellung ist die pDL auch früher möglich; immer zwei Wochen nach Therapiebeginn/-umstellung. Sie soll Risiken aufdecken und so der Prävention dienen.

Arzneimittel, die eine Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck rechtfertigen

  • Diuretika
  • Betablocker
  • Calciumkanalblocker
  • ACE-Hemmer, Sartane
  • Blutdrucksenker mit den ATC-Codes C02 (Clonidin, Moxonidin, Doxazosin)

Ein Bild, das Kreis, Entwurf enthält. KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.Wenn aus einer neuen Verordnung eindeutig eine Dosisänderung hervorgeht, gilt das als Medikamentenumstellung (z. B. eine statt einer halben Tablette, 5 mg statt vorher 10 mg). Nach zwei Wochen können Sie die pDL also durchführen.

Das Honorar beträgt 11,20 Euro netto, abrechenbar über die Sonder-PZN 17716872.

Welche Dokumente brauchen Sie?

Die Grundlage für die pDL „Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck" ist die Standardarbeitsanweisung zur Blutdruckmessung der Bundesapothekerkammer. Für die Dokumentation benötigen Sie den Informationsbogen Blutdruck einmal für den Kunden oder die Kundin und eine Kopie für die Apotheke. Außerdem die Vereinbarung (in Kurzform), die Sie vorab unterzeichnen lassen, das Einverständnis zur Datenspeicherung und schließlich die Quittierung der Dienstleistung.

Welche Geräte brauchen Sie?

Generell können Sie jedes validierte Gerät mit Gütesiegel verwenden. Die ABDA empfiehlt Oberarm-Messgeräte mit automatisierter Dreifachmessung, zusätzlich ein Stethoskop-Messgerät. Denn bei Herzrhythmusstörungen, Diabetes oder auch einer fortgeschrittenen Schwangerschaft sind oszillometrisch arbeitende Messgeräte störanfällig; dann greifen Sie lieber zum Stethoskop.

Die Messmanschette muss passen, um korrekte Werte zu ermitteln. Halten Sie also verschiedene Größen parat.

Ein Bild, das Kreis, Entwurf enthält. KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.Die Geräte sollten alle zwei Jahre einer messtechnischen Kontrolle unterzogen werden.

So messen Sie richtig

  • Nehmen Sie den Kunden oder die Kundin für die Messung mit in einen separaten, ruhigen Bereich.
  • Vor der Messung sollten Ihre Kund*innen fünf Minuten ruhig sitzen, an heißen Sommertagen oder nach dem Sport auch länger. In dieser Zeit können Sie die Vereinbarung durchgehen und unterschreiben lassen.
  • Der Messarm sollte ruhig liegen, nicht frei in der Luft gehalten werden.
  • Die Manschette legen Sie auf Herzhöhe an. Achten Sie dabei darauf, dass sie auch richtig passt. Der untere Rand sitzt zwei Fingerbreit über dem Ellbogen. Der Schlauch läuft vom Kunden oder von der Kundin weg in Richtung Hand beziehungsweise in Ihre Richtung.
  • Beginnen Sie die Messung. Währenddessen sollte der Kunde oder die Kundin nicht sprechen, um die Werte nicht zu verfälschen.
  • Insgesamt wird dreimal gemessen, jeweils mit ein bis zwei Minuten Pause. Dazwischen wird die Manschette komplett entlüftet.
  • Dokumentieren Sie alle drei Messungen. Bilden Sie den Durchschnitt aus der zweiten und dritten Messung; dieser Wert gilt als Ergebnis.
  • Besprechen Sie das Ergebnis. Wenn Ihre Kund*innen es wünschen, können Sie sie außerdem im Blutdruckpass oder in der Kund*innendatei der Apotheke protokollieren.
  • Lassen Sie sich die Durchführung quittieren.

Ein Bild, das Regenbogen, Farbigkeit, Kreis enthält. KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein. Tipp: Koffein, Nikotin oder Alkohol können die Werte verfälschen. Vor der Messung sollten Ihre Kund*innen eine Stunde lang verzichten – weisen Sie sie am besten gleich beim Termin-Ausmachen darauf hin.

Was tun mit den Ergebnissen?

Wenn die Blutdruck-Grenzwerte überschritten sind, empfehlen Sie einen Besuch beim Arzt oder bei der Ärztin. Ihre Kund*innen sollten den Bogen mit den Werten mitnehmen.

Achtung: Werte über 180/110 sind ein Notfall. Rufen Sie die 112.

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