Asiatische Tigermücke
PKA-Fortbildung

Mehr als nur lästig

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat sich bis zu uns nach Mitteleuropa verbreitet. Durch den Klimawandel mit milder werdenden Wintern kann sie hier überleben und sich besonders im Sommer auch massenhaft vermehren. Wie gefährlich ist das?  

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Wie verbreiten sich diese Mücken?

Weibliche Mücken legen mehrmals in der Saison ihre Eier ab, vorzugsweise direkt oberhalb kleiner Wasseransammlungen. Dazu zählen auch Regentonnen, Blumentopfuntersetzer, Vogeltränken, Eimer, Gießkannen, Planschbecken oder auch Straßengullis. Leider können die Eier sowohl Trockenperioden als auch die mitteleuropäischen Winter überdauern. Nachdem es geregnet hat und der Wasserstand bis zu den Eiern steigt, bekommen diese genug Feuchtigkeit und entwickeln sich zu schlüpfenden Larven, dann über das Puppenstadium zu fertigen Tigermücken. Mit steigenden Temperaturen verkürzt sich die Entwicklungszeit des wärmeliebenden Insekts. 

Diese Maßnahmen nutzen nicht nur der ganzen Gesellschaft, sondern auch besonders direkt Ihren Kunden, da Asiatische Tigermücken recht flugfaul sind und nur 100 bis 200 Meter weit fliegen. Miteinander abgesprochene Maßnahmen in der Nachbarschaft können so auch die örtliche Gemeinschaft stärken. 

Was kann man sonst noch tun?

Zusätzlich zur Reduzierung von Brutstätten können biologische Schädlinbgsbekämpfungsmittel eingesetzt werden. Sie werden auch als Biozide bezeichnet. Da Schädlingsbekämpfungsmittel zu den apothekenüblichen Waren gehören, können Apotheken hier mit ihrer Beratung zur Gesundheit im Wohnumfeld beitragen. 

Der Ausdruck Biozid klingt etwas abschreckend, bedeutet aber nicht in Analogie zu Fachausdrücken wie Fungizid, dass alles Biologische abgetötet wird. Es handelt sich stattdessen in diesem Fall um einen biologischen Wirkstoff, der aus von dem im Boden lebenden Bakterium Bacillus thuringensis subspecies israelensis, abgekürzt B.t.i. gewonnenen Eiweißkristallen besteht. Dieses Eiweiß tötet gezielt die Stechmückenlarven, auch die der Tigermücke. 

Aus B.t.i. gewonnene Eiweißkristalle gibt es in Form von Tabletten, die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), einer Bundesoberbehörde wie das BfArM. Die Tablettenpackungen enthalten ähnlich wie die von Fertigarzneimitteln eine Gebrauchsanweisung. Im Gegensatz zu Fertigarzneimitteln sind bei Schädlingsbekämpfungsmitteln sowohl auf der Gebrauchsanweisung als auch auf der Umverpackung mögliche Gefahrstoffsymbole abgebildet. In diesem Falls ist es das Piktogramm, dass auf die Gefahr der Verätzung hinweist. Aus diesem Grund soll bei der Anwendung ein Augen/-Gesichtsschutz getragen werden. Außerdem wird wegen des Eiweißgehaltes auf das allergieauslösende Potenzial hingewiesen. Behandelte Gewässer sind danach aber ohne Einschränkungen betretbar, denn die beschriebenen Gefahren gelten in hoher Verdünnung nicht mehr.

Wie werden B.t.i.-Tabletten verwendet?

In der Gebrauchsanweisung steht, für wie viel Liter Wasser eine Tablette ausreicht und wie oft die Anwendung wiederholt werden muss. Das behandelte Wasser wird danach wie gewohnt zum Gießen verwendet. Für offene Gewässer soll die Tablette vorher in einem Gefäß wie einer Gießkanne aufgelöst werden. Die entstandene Suspension wird dann möglichst gleichmäßig auf der Oberfläche verteilt, da sich dort die Larven befinden. Die Wirkung hält mehrere Tage bis Wochen an. Je nach Insektenaufkommen und Wetterbedingungen kann es in einer Saison bis zu 14 Wiederholungen im Abstand von je 15 Tagen kommen. 

Eine andere umweltfreundliche Methode gegen die Ausbreitung der Tigermücke wird in bereits betroffenen Regionen wissenschaftlich getestet: Das Aussetzen großer Mengen steriler Männchen! 

Dafür werden Männchen im Puppenstadium durch Gammastrahlen sterilisiert. Die Puppen können sich dann zwar noch zu erwachsenen Tigermücken entwickeln und mit anderen Männchen konkurrieren, denn sie sind in ihrem Paarungsverhalten nicht eingeschränkt, aber ihr Sperma ist nicht fortpflanzungsfähig. In Käfigen mit etwa 1000 erwachsenen Tieren werden sie in betroffene Gebiete gebracht, um dort mit den fruchtbaren männlichen Tigermücken bei deren Fortpflanzung in Konkurrenz zu treten und so die Tigermückenpopulation zu verringern. Ob diese Methode zum gewünschten Erfolg betragen kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

Woran erkennen Sie die Asiatische Tigermücke? 

Besonders auffällig ist das schwarz-weiß gestreifte Muster mit einem weißen Streifen am Hinterkopf und am Rücken. Die Körpergröße beträgt 0,5 bis 1cm, damit ist sie kleiner als einheimische Mücken. Auch die Hinterbeine sind schwarz-weiß geringelt. 

So können Sie hier in Deutschland die Verbreitung der Asiatischen Tigermücke minimieren 

Am wirksamsten und nachhaltigsten ist es, den Mücken die Möglichkeit zum Brüten zu nehmen. Geben Sie diese Tipps auch Ihren Kunden: 

  • unbenutzte Wasserbehälter umdrehen oder in verschlossenen Gebäuden lagern 
  • ausrangierte Untersetzer, Blumentöpfe, altes Kinderspielzeug wie Förmchen oder alte Autoreifen entsorgen 
  • Wasser aus Vogeltränken regelmäßig erneuern 
  • Regentonnen mit engmaschigen Netzen oder Deckeln versehen 
  • Regenrinnen vom Laub befreien 
  • in Teichen Fische oder Molche ansiedeln, damit die Larven gefressen werden.  
  • dafür sorgen, dass sich weitere natürliche Gegenspieler wie Libellen oder Wasserkäfer im Teich wohlfühlen. 
  • Wasser in Blumenvasen auf Friedhöfen öfter wechseln 

Die Autorin versichert, dass keine Interessenkonflikte im Sinne von finanziellen oder persönlichen Beziehungen zu Dritten bestehen, die von den Inhalten dieser Fortbildung positiv oder negativ betroffen sein könnten.  

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