Leibniz-Institut DSMZ stellt Forschenden Pilze der WHO-Liste zur Verfügung
GEFÄHRLICHE PILZINFEKTIONEN – LEIBNIZ-INSTITUT DSMZ LIEFERT GRUNDLAGE ZU DEREN ERFORSCHUNG
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Zunehmende Pilzresistenzen als globale Herausforderung
Invasive Pilzinfektionen nehmen weltweit zu, insbesondere bei immungeschwächten Personen. Gleichzeitig treten Pilzinfektionen zunehmend als Mischinfektionen mit Bakterien und Viren oder als Sekundärinfektionen auf, etwa während der SARS-CoV-2-Pandemie. „Pilzinfektionen werden in ihrer Bedeutung häufig unterschätzt oder zu spät erkannt, obwohl sie mit hoher Morbidität und Mortalität einhergehen können“, erläutert Dr. Sabine Gronow, Kuratorin der DSMZ-Sammlung Pathogene Bakterien.
„Die WHO-Liste macht deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.“,
so Doktorin Gronow weiter.
Pilzisolate für Forschung und Entwicklung
Die jetzt von der DSMZ zusammengestellten Pilzstämme repräsentieren genau jene Erreger, die in der medizinischen Praxis zunehmend Probleme bereiten. Besonders bei Hefen ist dies eine immense Herausforderung: Viele Arten sehen sich unter dem Mikroskop sehr ähnlich, können sich aber in ihren Eigenschaften deutlich unterscheiden – etwa darin, ob sie gegenüber bestimmten Medikamenten wirksam behandelt werden können oder nicht - Resistenzen gegenüber Antimykotika. Neben der taxonomischen Einordnung wurden ausgewählte Isolate gegenüber verschiedenen Fungiziden getestet, um erste Hinweise auf ihre Empfindlichkeit beziehungsweise Resistenz zu erhalten. Diese Daten werden gemeinsam mit den Stämmen der internationalen Forschungsgemeinschaft zur Verfügung gestellt.
„Unsere Sammlung von Pilzen und Hefen verfügt über eine lange Expertise im Umgang mit humanpathogenen Pilzen“,
betont Dr. Andrey Yurkov, Kurator der Sammlung und taxonomischer Experte für Hefen.
"Diese umfasst insbesondere ausgewiesene Kompetenzen in Taxonomie, Systematik und der Einstufung in Risikogruppen und bildet damit eine zentrale Grundlage, um relevante Erreger gezielt für Forschung, Diagnostik und Wirkstoffentwicklung bereitzustellen“,
so Dr. Yurkov weiter.
Beitrag der DSMZ zur globalen Gesundheitsforschung

„Mit der Bereitstellung WHO-priorisierter Pilzpathogene leistet das Leibniz-Institut DSMZ einen wichtigen Beitrag zur internationalen Infektions- und Wirkstoffforschung. Wie bereits bei den bakteriellen Prioritätserregern ist die DSMZ auch hier auf neue Hinterlegungen aus dem klinischen Bereich angewiesen, um aktuelle Entwicklungen bei Pathogenität und Resistenzlage abbilden zu können“
fasst Prof. Dr. Yvonne Mast, Leiterin der Abteilung Bioressourcen für Bioökonomie und Gesundheitsforschung, abschließend zusammen. Eine Übersicht der bei der DSMZ verfügbaren Pilzstämme der WHO fungal priority pathogens list ist online unter www.dsmz.de abrufbar.
1 Vor diesem Hintergrund hat die DSMZ aus ihren Sammlungen Pathogene Bakterien sowie Pilze und Hefen Vertreter aller drei WHO-Prioritätsgruppen zusammengestellt (https://www.dsmz.de/collection/catalogue/microorganisms/special-groups-of-organisms/ who-fungal-priority-pathogens-list) und ausgewählte Stämme in ersten Bioassays gegenüber gängigen Antimykotika getestet.












