FIT FÜR DIE BERATUNG
BEI SODBRENNEN SCHNELL GEGENSTEUERN
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Fast jeder hat Sodbrennen oder saures Aufstoßen schon einmal erlebt und kennt das brennende Gefühl hinter dem Brustbein. Es tritt häufig nach üppigen Mahlzeiten und dem Genuss von Alkohol auf. 2021 nahmen laut Statista etwa 1,25 Millionen Menschen in Deutschland täglich oder fast täglich Mittel gegen Sodbrennen ein. Umso wichtiger ist Ihre kompetente Beratung in der Apotheke.
Wie der Magen arbeitet
Der Magen produziert täglich etwa drei bis vier Liter Magensaft. Er besteht überwiegend aus Wasser und enthält Salzsäure, Elektrolyte, Schleim (Muzine), das Verdauungsenzym Pepsin und weitere Proteine, wie den Intrinsic Factor, der die Resorption von Vitamin B12 ermöglicht. Die Salzsäure schafft ein stark saures Milieu. Sie entfaltet Nahrungsproteine (Denaturierung), sodass Enzyme sie leichter spalten können. Außerdem reduziert sie Keime aus der Nahrung und trägt damit zum Schutz vor Infektionen bei. Pepsin setzt die Eiweißverdauung in Gang. Dafür geben Hauptzellen zunächst Pepsinogen ab, die noch inaktive Vorstufe des Enzyms. Erst im sauren Milieu entsteht daraus Pepsin, das große Eiweißmoleküle in kleinere Peptidstücke zerlegt. Die benötigte Salzsäure liefern die Belegzellen über die Protonenpumpe (H⁺/K⁺-ATPase): Unter ATP-Verbrauch gibt sie Protonen ins Magenlumen ab und nimmt im Gegenzug Kalium auf. Chlorid strömt über Kanäle ebenfalls ins Lumen, wo es mit den Protonen zu Salzsäure reagiert.
Damit sich der Magen nicht selbst angreift, schützt sich die Magenschleimhaut durch eine wirksame Barriere: Oberflächenzellen bilden Schleim, der eine dünne, bicarbonatreiche Schicht an der Zelloberfläche bildet. So bleibt die Oberfläche der Schleimhaut trotz sauren Mageninhalts weitgehend neutral (pH-Wert 7-8). Damit die sauren Verdauungssäfte im Magen bleiben, dichtet ein Ventil am Übergang zur Speiseröhre ab: der untere Schließmuskel der Speiseröhre, auch Ösophagussphinkter genannt.
Wie kommt es zu Sodbrennen?
Schlucken wir Nahrung und erreicht diese den Magenübergang, öffnet sich der Ösophagussphinkter für einen Moment, lässt die Nahrung passieren und verschließt sich anschließend wieder. Ist der Schließmuskel geschwächt oder baut sich im Magen zu viel Druck auf, schließt er nicht mehr zuverlässig: Die Magensäure fließt in die Speiseröhre zurück – es kommt zu Reflux und typischem Sodbrennen. Im Gegensatz zum Magen, ist die Speiseröhre mit keiner schützenden Schleimschicht überzogen. Säure und Verdauungssäfte können so die Ösophagusschleimhaut reizen und das brennende Gefühl hinter dem Brustbein auslösen. Die Beschwerden können bis in den Halsbereich ausstrahlen. Auch Schluckbeschwerden, ein unangenehm saurer Geschmack im Mund, Übelkeit oder das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben, können die Folge sein. Gelangt Mageninhalt in die Luftröhre, können Hustenreiz und Heiserkeit hinzukommen. Häufiger kann es auch dazu kommen, dass zusätzlich zu Sodbrennen auch säurebedingte Magenbeschwerden vorliegen – die Magensäure also nicht nur die Speiseröhre angreift, sondern an vereinzelten Stellen auch den Magenschleimhautschutz überwindet und die Schleimhaut im Magen direkt reizt. Dann strahlen Symptome nochmals mehr in den Bauchraum aus und können sich mit begleitenden Schmerzen im Oberbauch oder auch einem Völlegefühl äußern. Besonders leicht treten die Beschwerden nach großen, fettreichen Mahlzeiten auf und ein Reflux wird nachts, wenn man liegt und die Schwerkraft weniger „gegenhält“, zusätzlich begünstigt.
Gastroösophageale Refluxkrankheit
Wenn Sodbrennen regelmäßig auftritt, den Alltag deutlich einschränkt oder bereits Folgeprobleme verursacht, sprechen Fachleute von der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD). Studien zufolge betrifft GERD in westlichen Industrieländern ungefähr jede fünfte Person.
Reizt Magensäure die Schleimhaut der Speiseröhre über längere Zeit, kann sich ein sogenannter Barrett-Ösophagus entwickeln. Dieser ist mit einem erhöhten Risiko für Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) assoziiert. Dabei reagiert der Körper auf die chronische Entzündung, indem er die Zellen im unteren Abschnitt der Speiseröhre in widerstandsfähigeres Gewebe umwandelt. Um Komplikationen früh zu erkennen, achten Sie in der Beratung gezielt auf Alarmsymptome.
Berichten Ihre Kundinnen und Kunden über Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken (Dysphagie/Odynophagie), Blut im Stuhl oder Erbrochenem, anhaltendes Erbrechen, ungewollten Gewichtsverlust oder über starke, anhaltende Schmerzen, raten Sie zur raschen ärztlichen Abklärung.
Warum brennt es?
Leidet man ab und zu an Symptomen, sind es oftmals die Ernährungsgewohnheiten, die Sodbrennen auslösen, wie der Verzehr von großen, fettreichen Mahlzeiten, übermäßiger Genuss von Alkohol und Nicotin, Kaffee sowie stark saure und scharfe Lebensmittel. Auch Stress kann sich negativ auswirken. Ebenso kann Übergewicht Sodbrennen begünstigen: Vor allem Bauchfett erhöht den Druck im Bauchraum und begünstigt so den Rückfluss von Mageninhalt. Auch das Tragen enger Kleidung kann den Druck im Oberbauch verstärken. Zudem häufen sich die Beschwerden mit zunehmendem Alter. Schwangere haben ebenfalls oft mit Reflux zu kämpfen: Hormonelle Veränderungen und der zunehmende Druck durch das wachsende Kind begünstigen, dass Mageninhalt leichter nach oben in die Speiseröhre zurückfließt. Außerdem können bestimmte Medikamente Auslöser für Sodbrennen sein, wie beispielsweise Calcium-Antagonisten. Zudem kommen auch organische Ursachen in Frage: Ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) kann dazu führen, dass der Ösophagussphinkter nicht mehr richtig schließt. Auch Magenmotilitätsprobleme und Funktionsstörungen der Speiseröhre können Auslöser sein.
Wenn Sodbrennen nur zeitweise auftritt
Bei gelegentlichen Beschwerden können Ihre Kunden vorbeugen, in dem sie beispielsweise mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt einnehmen, spätabends nicht mehr essen und säurelockende Lebensmittel, wie fette Speisen, Alkohol und Nicotin meiden. Empfehlen Sie außerdem: in Ruhe essen, kleine Bissen nehmen und gründlich kauen. Auch weniger Stress kann die Beschwerden senken. Gegen nächtliche Symptome hilft es, mit erhöhtem Kopfteil zu schlafen und zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu sich zu nehmen.
RIOPAN® Magengel – Schnelle Hilfe bei Sodbrennen
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können Sie säurebindende Antazida zur kurzfristigen Anwendung empfehlen. Sie wirken sowohl gegen die Symptome von Reflux und Sodbrennen als auch gegen die Beschwerden von säurebedingten Magenbeschwerden, da sie gezielt die Magensäure und nicht nur den Reflux adressieren. RIOPAN® Magengel mit dem Wirkstoff Magaldrat eignet sich besonders, um den drückenden Säureschmerz schnell und nachhaltig zu stoppen. Das Schichtgitterantazidum ist das Mittel mit der höchsten Säurebindungskapazität von 45,2 Millival (mval) pro Einmaldosis. Die clevere Schichtgitterstruktur besteht aus Schichten positiv geladener Magnesium- und Aluminium-Ionen und negativ geladenen Sulfat- und Hydroxid-Ionen. Im stark sauren Milieu im Magen reagieren die negativ geladenen Ionen mit den Wasserstoffionen der Magensäure und neutralisieren überschüssige Säure schnell und effektiv. Bei Magaldrat, dem Wirkstoff in RIOPAN®, werden die negativ geladenen Sulfat- und Hydroxid-Ionen besonders leicht abgegeben, weshalb eine besonders schnelle Bindung von Säureionen stattfindet. Schichtgitterantazida verfügen außerdem über eine pH-abhängige Löslichkeit, sodass die Reaktion nur bis zu einem pH-Wert von etwa 5 abläuft – eine Überneutralisation findet nicht statt. Damit fehlt auch der Reiz für eine vermehrte Gastrinfreisetzung und eine anschließende gesteigerte Magensäureproduktion: der Säure-Rebound-Effekt bleibt aus. Nach Wirkeintritt stabilisiert RIOPAN® den Magen-pH typischerweise im therapeutischen Bereich von etwa pH-Wert 3-5, ohne den Verdauungsprozess unnötig zu stören.
Doppelter Magenschutz & langfristige Wirkung

Das Schichtgitter bleibt intakt bis zur nächsten Säureproduktion. Erst wenn nach der Nahrungsaufnahme erneut Magensäure gebildet wird und der pH-Wert wieder absinkt, werden erneut Ionen aus dem Gitter freigesetzt. Dadurch profitieren Ihre Kunden von einem Depot-Effekt, der langanhaltend vor wiederholten Säureschüben schützt. Da sich der Depot-Effekt immer aus der noch vorhandenen und noch nicht verbrauchten Säurebindungskapazität speist, ist dieser Effekt bei RIOPAN® Magengel besonders ausgeprägt. Zwar ist die genaue Wirkdauer abhängig von der individuell vorhandenen Menge an problematischer Säure und der Menge an nachproduzierter Magensäure, kann bei Magaldrat jedoch einige Stunden andauern.1 RIOPAN® Magengel unterstützt zudem die Schleimproduktion im Magen, indem es die Prostaglandinsynthese in der Magenschleimhaut fördert. Durch den besonders ausgeprägten Depot-Effekt findet auch die Stimulation der Prostaglandinsynthese besonders langanhaltend statt und wird um bis zu 200 Prozent gesteigert.2 Damit unterstützt RIOPAN® auch die Regeneration und Selbstheilung des Magens. Darüber hinaus bindet Magaldrat aggressive Gallensäuren, Pepsin und Lysolecitin und schützt so Ihre Kunden vor einer zusätzlichen Schädigung der Speiseröhre.
Gut verträglich und praktisch in der Anwendung
RIOPAN® Magengel ist zudem besonders gut verträglich: Da es keinen Zucker enthält, ist es auch für Diabetiker geeignet. Außerdem ist es natriumarm. Ideal ist es auch für Kunden mit Nahrungsmittelintoleranzen: Es ist lactose- und glutenfrei, enthält keinen Alkohol und eignet sich für eine vegane Ernährung. RIOPAN® Magengel ist in praktischen Portionsbeuteln erhältlich. Das Gel mit Karamell-Sahne-Geschmack lässt sich auch ohne Wasser einnehmen und eignet sich daher gut für unterwegs. Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren empfehlen Sie bei Bedarf einen Beutel; pro Tag höchstens vier Beutel. Vor der Einnahme muss der Beutel kräftig geschüttelt werden. Wichtig für die Beratung: Da Antazida die Resorption anderer Arzneimittel beeinträchtigen können, weisen Sie Ihre Kunden darauf hin, einen Abstand von zwei Stunden zu anderen Arzneimitteln einzuhalten. Halten die Beschwerden länger als 2 Wochen an, raten Sie zur ärztlichen Abklärung.

Quellen
1 Der Wirkstoff hat nach einer standardisierten Mahlzeit eine Halbwertszeit für die Magenverweildauer von ca. 90 Minuten, Monés et al. Gut 1991, 32, 147-150.
2 Arnold, R., Häcki, W. H., Magaldrat Experimentelle und klinische Erfahrungen, Verlag Christian M. Silinsky, 1985.
3 Data on file, AWB RIOPAN®, 30.08.2016.
RIOPAN® Magen Gel 1600 mg Gel zum Einnehmen
RIOPAN® Magen Tabletten 800 mg Kautabletten
RIOPAN® Magen Tabletten Mint 800 mg Kautabletten
Wirkstoff: Magaldrat Zus.: RIOPAN Magen Gel: 1 Beutel zu 10 ml enth. 1600 mg wasserfreies Magaldrat. Sonst. Bestandt.: Silbersulfat, Chlorhexidindigluconat, Arabisches Gummi, Hypromellose, Natriumcyclamat, Simethicon-Emulsion, Karamell-Aroma, Sahne-Aroma, flüssig, 3-Hydroxy-2-methyl-pyran-4-on (Maltol), gereinigtes Wasser. RIOPAN Magen Tabletten: 1 Kautablette enth. 800 mg wasserfreies Magaldrat. Sonst. Bestandt.: Sorbitol, Macrogol 4000, Calciumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], 3-Hydroxy-2-methyl-pyran-4-on (Maltol), Karamell-Aroma, Sahne-Aroma. RIOPAN Magen Tabletten Mint 800 mg Kautabletten: 1 Kautablette enth. 800 mg wasserfreies Magaldrat. Sonst. Bestandt.: Sorbitol, Macrogol 4000, Calciumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], 3-Hydroxy-2-methyl-pyran-4-on (Maltol), Krauseminzaroma, Menthol-Aroma, Aroma, Maltodextrin, Gummi arabicum (E 414), Propylenglycol (E 1520). Anw.: Sodbrennen u. säurebedingte Magenbeschwerden; symptomatische Behandlung von Magen- u. Zwölffingerdarmgeschwüren. Gegenanz.: RIOPAN Magen Gel, RIOPAN Magen Tabletten: Überempfindlichkeit gg. Magaldrat od. einen der sonstigen Bestandteile. RIOPAN Magen Tabletten Mint 800 mg Kautabletten: Überempfindlichkeit gg. Magaldrat, Menthol od. einen der sonstigen Bestandteile. Nebenw.: Sehr häufig: weicher Stuhl; sehr selten: Diarrhoe, Aluminium- und Magnesiumintoxikation bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und/oder Langzeitanwendung (Symptome sind z.B. Hautrötung, Durst, Hypotonie, Schläfrigkeit, Verlust der Sehnenreflexe durch neuromuskuläre Blockade, Schwäche, Atemdepression, Herzrhythmusstörungen, Koma und Herzstillstand); nicht bekannt: Abdominalschmerzen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Hypophosphatämie, Nierenrachitis, Osteomalazie (als Folge einer Aluminium- und/oder Magnesiumintoxikation), Neurotoxizität, Enzephalopathie (aufgrund der Einlagerung von Aluminium in das Zentralnervensystem) bei Langzeitanwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. RIOPAN Magen Tabletten Mint 800 mg Kautabletten zusätzlich: Bei entsprechend sensibilisierten Patienten können durch Menthol Überempfindlichkeitsreaktionen (einschl. Atemnot) ausgelöst werden. Warnhinw.: RIOPAN Magen Tabletten enthalten Sorbitol. RIOPAN Magen Tabletten Mint 800 mg Kautabletten enthalten Sorbitol und Menthol. Packungsbeilage beachten. Stand: 10/2025 DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin











