Ein Mädchen bekommt einen Löffel mit pinkem Saft vor den Mund gehalten, sie soll den Saft einnehmen. Aber das Mädchen hält sich mit beiden Händen den Mund zu.© NickyBlade / iStock / Getty Images Plus
Keine Chance: Damit Kinder ihre Medizin einnehmen, sind manchmal Tricks nötig.

Antibiotika und Hustensaft

WIE KOMMT DIE MEDIZIN INS KIND? 5 TIPPS

Fast jeder, der ein Kind zu Hause hat, kennt das: die Weigerung, eine Medizin einzunehmen. Während einige süße Säfte oft noch akzeptiert werden, haben es andere wegen ihrer Konsistenz oder des Geschmacks schwer – und andere Darreichungsformen wie Tabletten sowieso.

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Wenn ein Kind sich weigert, Medizin einzunehmen, hängt der Haussegen schnell schief. Manche Eltern verstecken das Arzneimittel dann in einem Löffel Apfelmus oder ähnlichem, ohne dem Nachwuchs Bescheid zu sagen.

Doch Vorsicht: Wenn das herauskommt, kann eine generelle Skepsis Nahrungsmitteln gegenüber entstehen und das Kind weigert sich, überhaupt noch etwas zu sich zu nehmen. Die Spezialistin Emily Glarum vom Kinderkrankenhaus Los Angeles gibt deshalb Tipps für eine möglichst stressfreie Einnahme.

Tipp 1: Nicht schummeln

Der erste lautet Tipp lautet, Medizin möglichst direkt zu geben. „Wir fördern Ehrlichkeit. Das Verstecken von Medikamenten in Lebensmitteln kann dazu führen, dass sich Kinder ausgetrickst fühlen“, sagt Glarum.

"Das Verstecken von Medikamenten in Lebensmitteln kann dazu führen, dass sich Kinder ausgetrickst fühlen.“

Man kann Medikamente zwar mit Lebensmitteln kaschieren, sollte dabei aber ehrlich sein: „Stellen Sie sicher, dass Kinder sich dessen bewusst sind und erklären Sie verständlich, warum sie das Arzneimittel brauchen. Zum Beispiel „damit fühlen sich deine Knie besser“ oder „wir versuchen, deinem Magen zu helfen“.“

Tipp 2: Feste Zeiten fördern die Gewohnheit.

Wenn etwas fest in den Tag verbaut ist, also eine Routine entsteht, ist es leichter, auch die Arzneimittelgabe unterzubringen. Zum Beispiel immer um acht, um eins oder um sechs. Eine feste Medizinzeit, die in den üblichen Tagesablauf integriert ist, trägt dazu bei, dass die Einnahme zur Gewohnheit wird.

Tipp 3: Schluck für Schluck

Es hilft manchmal, die Medikamentengabe in kleine Portionen zu unterteilen. „Lassen sie jeder Mini-Dosis etwas Wasser folgen oder ein anderes Getränk, das Ihr Kind mag“, rät Glarum. Zwischendurch kann man als Belohnung für die Einnahme eine kleine, unterhaltsame Ablenkung bieten – zum Beispiel Malen oder Lego spielen.

Bei Säuglingen kann man einzelne Tropfen des Arzneimittels mit einer Pipette zwischen Wange und Zunge geben, bis die volle Dosis erreicht ist.“

Tipp 4: Das Einnehmen üben

Selbst Erwachsene tun sich mit großen Tabletten oder Kapseln schwer – kein Wunder also, wenn Kinder sie nicht schlucken können. Die Medikamenteneinnahme kann man jedoch üben: zum Beispiel mit Smarties, M&M’s oder ähnlichem.

Ein Clou kann es auch sein, die Flüssigkeit für das Arzneimittel mithilfe eines Strohhalmes zu sich zu nehmen. Das macht den Kindern einerseits Spaß und lenkt so vom Medikament ab, andererseits kann das Ziehen am Strohhalm einen ausreichend starken Sog erzeugen, um die Pille in den Hals des Kindes zu spülen.

Tipp 5: Das Kind darf entscheiden.

Mögen Sie es, wenn über Ihren Kopf hinweg bestimmt wird? Eben. Kinder auch nicht, auch wenn die Medikamenteneinnahme nun mal sein muss. Eine Möglichkeit, dem Kind Medikamente schmackhaft zu machen, ist deshalb, ihm Wahlmöglichkeiten zu geben.

"Mögen Sie es, wenn über Ihren Kopf hinweg bestimmt wird? Kinder auch nicht."

Natürlich nicht bei der Tatsache an sich, aber beim Wie: Möchtest du einen kleinen Becher oder sollen wir die Medizin in den Mund spritzen? Möchtest du die Kapsel mit Wasser oder Saft herunterspülen?

Quelle: Aponet

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