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Glyphosat: Wieder keine Entscheidung!

Da es erneut zu keiner Entscheidung im EU-Experten Gremium gekommen ist, soll nun ein Vermittlungsausschuss zur Lösungsfindung beitragen. © rioblanco / 123rf.com

Bereits im Dezember läuft die Zulassung für das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel ab und weiterhin kommt es zu keiner Einigung über eine Verlängerung der Lizenz auf EU-Ebene. Wird das Herbizid 2018 nicht mehr auf den Feldern zum Einsatz kommen?

Ursprünglich war eine Verlängerung um zehn Jahre im Gespräch, als sich dafür keine Mehrheit fand, wurden fünf Jahre angepeilt. Derzeit führt aber auch dieser Vorschlag zu keiner Einigung im EU-Experten Gremium. Jetzt soll ein Vermittlungsausschuss zur Lösungsfindung beitragen, wobei auch hier ein mehrheitlicher Anteil von 55 Prozent nötig ist, sodass damit, rein rechnerisch, 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentiert werden. Sollte dieses Vorgehen wieder zu keiner Entscheidung führen, könnte die EU-Kommission theoretisch allein entscheiden. Nach Informationen des Tagesspiegels, drohen Monsanto und weitere Glyphosat-Hersteller bei Nicht-Zulassung mit Schadensersatzforderungen, sollte es zu Rechtsverstößen im Zusammenhang mit der Entscheidung kommen. Das heißt Druck von allen Seiten, eine zusätzliche Belastung für die EU-Kommission. Es zeigt zudem die Wichtigkeit endlich eine Entscheidung zu treffen und zwar vor dem 15. Dezember, nachdem die Zulassung von Glyphosat abläuft.

Momentan sind 14 Länder für eine Verlängerung, neun dagegen und fünf enthielten sich. Darunter auch Deutschland. Innerhalb der Bundesregierung ist man sich nämlich ebenfalls uneins über eine weitere Lizenz-Verlängerung.

Das weltweit eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel steht im Verdacht krebserregend zu sein. Die internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation nahm 2015 eine entsprechende Einstufung vor. Seitdem gibt es immer mehr Studien, die gegen einen Einsatz sprechen und zusätzliche Kritik aus der Bevölkerung. Wie wird Brüssel entscheiden?

Farina Haase, Volontärin

Quellen: www.freiepresse.de
           www.tagesspiegel.de

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