Arzneimittel im Straßenverkehr
PTA-Fortbildung

Arzneimittel im Straßenverkehr

Medikamente sind oftmals ein Segen für kranke Menschen. Doch sie haben auch Nebenwirkungen. Was, wenn diese die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen? Ab wann müssen Sie Kunden darüber aufklären, dass sie besser nicht mehr selbst fahren? 

16 Minuten 1 Punkte

Kommunikation in der Apotheke

Eine fachkundige pharmazeutische Beratung zum Thema Verkehrssicherheit gehört zu den zentralen Aufgaben des Apothekenfachpersonals, darauf weist auch die Bundesapothekerkammer hin. Im Beipackzettel wird dies meist mit den Worten „mögliche Auswirkungen auf die Fähigkeit zum sicheren Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen“ angegeben. Der Apotheke kommt dabei eine wichtige präventive Funktion zu. Kunden unterschätzen das Risiko oft – gerade bei rezeptfreien Medikamenten. 

Wichtig ist die Botschaft, dass nicht jedes verkehrsrelevante Arzneimittel automatisch fahruntüchtig macht – entscheidend ist die individuelle Reaktion des Patienten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Schläfrigkeit, Schwindel, Konzentrationsstörungen, eine verlangsamte Reaktionsfähigkeit, verschwommenes Sehen sowie Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen. 

Besonders wichtig ist der Hinweis an den Kunden, dass das Risiko einer Beeinträchtigung vor allem 

  • zu Beginn einer Therapie, 
  • nach einer Dosiserhöhung, 
  • beim Wechsel des Arzneimittels 
  • oder bei der Kombination mehrerer zentral wirksamer Medikamente 

erhöht ist. Deshalb kann die Empfehlung gegeben werden, dass gerade während der ersten Tage die individuelle Verträglichkeit getestet werden sollte, bevor das Autofahren wieder aufgenommen wird. 

Eine intensivere Beratung ist besonders sinnvoll bei älteren Menschen, denn bei ihnen liegen nach Einnahme der Medikamente längere Halbwertszeiten sowie eine längere Elimination und eine stärkere Sedierung vor. Auch ist bei ihnen ein höheres Sturzrisiko durch Einschränkungen der Bewegungskoordination vorhanden. 

Zudem sollte Kunden mit vielen verschiedenen Medikamenten (Polypharmazie), Berufskraftfahrern, Menschen mit neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen eine erhöhte Aufmerksamkeit in der Beratung zuteilwerden. Generell muss immer Ziel der Beratung sein, den Kunden in die Lage zu versetzen, die Auswirkungen seiner Medikation realistisch abzuschätzen, und nicht, sie einfach nur vom Autofahren abzuhalten.


Die Autorin versichert, dass keine Interessenkonflikte im Sinne von finanziellen oder persönlichen Beziehungen zu Dritten bestehen, die von den Inhalten dieser Fortbildung positiv oder negativ betroffen sein könnten. 

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