Depressionen und Stimmungsschwankungen
20 Minuten
- 1Traurig oder depressiv?
- 2Depression und Hormone
- 3Verlauf und Diagnose
- 4Therapieplanung
- 5Johanniskraut
- 6Antidepressiva
- 7Apotheken als Lotsen
- 8Lernerfolgskontrolle
01. Januar 2026
Lotsenfunktion der Apotheke
Nicht nur der Arzt, auch das Apothekenpersonal ist ein wichtiger Ansprechpartner für Betroffene. Die aktuelle NVL sieht die Apotheken als ein niedrigschwelliges Versorgungsangebot ausdrücklich in der Verantwortung, wenn die Therapie nicht wunschgemäß verläuft.
PTA und Apotheker können die medikamentöse Behandlung begleiten und damit zum Therapieerfolg beitragen. Beispielsweise kann die Aufklärung des Betroffenen über Wirkweise und Nutzen des verordneten Antidepressivums ebenso Compliance-fördernd sein wie praktische Empfehlungen. Beispielsweise zum Vorsortieren der Tabletten in Tablettenboxen, um eine regelmäßige Tabletteneinnahme zu gewährleisten.
Auch lassen sich im Beratungsgespräch Interaktionen und Nebenwirkungen erkennen. Oder Ängste von Kunden hinsichtlich einer gefürchteten Medikamentenabhängigkeit oder Persönlichkeitsveränderung entkräften.
Bei Verdacht auf eine depressive Störung sollte sich das Apothekenpersonal Zeit für ein einfühlsames Gespräch nehmen. PTA und Apotheker sind häufig in der Lage, beim Kunden Hinweise auf depressive Störungen und Krisen wahrzunehmen, vor allem bei Stammkunden, die regelmäßig die Apotheke aufsuchen. Besonders hellhörig sollten Sie beispielsweise bei wiederholten Selbstmedikationswünschen nach Johanniskraut, Beruhigungs-, Schlaf- oder Schmerzmitteln sein.
Die Leitlinie macht darauf aufmerksam, dass typische somatische Symptome oder diffuse Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche oder Kopfschmerzen Anzeichen für eine Depression sein können. Damit kommt der Apotheke die wichtige Aufgabe zu, unter Depressionen leidende Kunden einer adäquaten Versorgung beim Arzt oder Psychotherapeuten zuzuführen.
Die Autorin versichert, dass keine Interessenkonflikte im Sinne von finanziellen oder persönlichen Beziehungen zu Dritten bestehen, die von den Inhalten dieser Fortbildung positiv oder negativ betroffen sein könnten.











