Frau wird von Ärztin in den Oberarm geimpft© Zinkevych / iStock / Getty Images Plus
Bei den eingesetzten COVID-19-Impfstoffen gibt es Unterschiede in der Wirkdauer.

Impfschemata

KOMBI AUS VAXZEVRIA UND SPIKEVAX ERGIBT DIE DEUTLICHSTE IMMUNANTWORT

Die Booster-Impfungen für alle stehen vor der Tür. Doch wann lässt eigentlich der Impfschutz nach, bei welchem Impfstoff ist der Impfschutz am größten? Mehrere Studien ergaben: Ein Mix ergibt bessere Ergebnisse.

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Heterologes Impfschema nennt es der Fachmann: Wenn zwei Impfstoffe unterschiedlicher Herkunft nacheinander verabreicht werden. Insgesamt gilt auch bei Doppelimpfungen mit demselben Vakzin: Der anfangs sehr gute Impfschutz vor der COVID-19-Infektion lässt nach mehreren Monaten deutlich nach. Um wieviel genau, wollten nun schwedische und deutsche Forscher herausbekommen und werteten dafür die Daten von Tausenden Geimpften systematisch aus.

Comirnaty® von der deutschen Firma BioNTech ist hierzulande der mit Abstand am meisten verabreichte Impfstoff. Nach sieben Monaten, so sagen Professor Dr. Peter Nordström und sein Team von der Universität Umeå in Schweden, sei der Impfschutz jedoch kaum noch gegeben. 
 

Rückgang des Impfschutzes

Den Forschern zufolge sinkt der Schutz von 92 Prozent (an den Tagen 15 bis 30 nach Abschluss der Grundimmunisierung) auf 47 Prozent nach vier Monaten und 23 Prozent nach sieben Monaten. Etwas geringer fiel der Rückgang des Impfschutzes beim Moderna-Präparat Spikevax® (ebenfalls ein mRNA-Impfstoff) aus: Er fiel von ursprünglich 96 Prozent auf 71 Prozent nach vier und 59 Prozent nach sechs Monaten.

Anders sah das nach einer zweifachen Impfung mit Vaxzevria® von AstraZeneca aus: Der Schutz fiel nicht nur schwächer aus als bei den mRNA-Impfstoffen, sondern sank auch schneller. Nach vier Monaten war er praktisch nicht mehr vorhanden. Dagegen schützt eine heterologe Impfserie mit Vaxzevria® und anschließender Impfung mit einem mRNA-Impfstoff vier Monate nach Erhalt dieser zweiten Impfung noch zu 66 Prozent vor einer Infektion mit Symptomen.
 

Impfung als Schutz vor schwerer Erkrankung

Alle Impfstoffe schützen vor schweren Verläufen (also Klinikeinweisungen und Todesfällen), anfangs zu 89 Prozent, nach sechs Monaten zu 42 Prozent. Dieser Effekt sei besonders bei gebrechlichen älteren Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen zu beobachten. Für Professor Dr. Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, ist das nichts Neues: „Der Schutz vor Infektion lässt mit der Zeit nach. Der Schutz vor schwerer Erkrankung ist deutlich stabiler, lässt zwar auch etwas nach, aber nicht so stark“. Die schwedische Untersuchung sei „in Bezug auf die Stärke des Abfalls sicherlich ein Extrembeispiel“. Andere Studien zeigten ebenfalls einen Rückgang der Wirksamkeit, aber einen nicht so starken. Eine Untersuchung aus den USA hatte gezeigt, dass die Schutzwirkung der Vakzine von Johnson & Johnson von allen Impfstoffen am schnellsten nachlässt.
 

Der Impfschemata-Vergleich

Auch ein Team um Professorin Dr. Martina Sester von der Universität des Saarlandes verglich die Immunogenität von fünf in Deutschland eingesetzten Impfschemata miteinander. Das waren neben den homologen Impfungen (zweimal Comirnaty® oder Spikevax® oder Vaxzevria®) auch heterologe Kreuzimpfungen (Vaxzevria® gefolgt von Comirnaty® oder Spikevax®).

Die zweifache Vaxzevria®-Impfung wies hier die geringste Immunogenität auf. Bei den anderen Kombinationen sehe man eindrücklich, dass die Varianten mit Spikevax® eine stärkere Immunantwort induziere als die jeweiligen Kombinationen mit Comirnaty®.

Insgesamt induziere die Kombi Vaxzevria® und Spikevax® die deutlichste Immunantwort, so die Wissenschaftler. Auf Platz zwei kommt die Variation Vaxzevria®/Comirnaty®. Danach folge die doppelte Spikevax®-Impfung, die allerdings mit mehr Nebenwirkungen einhergehe. Die zweifache Vaxzevria®-Gabe erzielte insgesamt die schwächste Wirkung der verglichenen Varianten.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung

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