Allergien bei Kindern
PKA-Fortbildung

Allergieprävention für die Kleinsten

Allergische Erkrankungen sind in westlichen Industrieländern leider sehr verbreitet. Eltern können von Anfang an einiges tun, um Allergien bei ihren Kindern vorzubeugen. Das ist keine Garantie für ein allergiefreies Leben, aber es kann das Erkrankungsrisiko senken.

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Veröffentlichung der Teilnahmebescheinigung:
01. Januar 2027

Allergien können die Lebensqualität stark einschränken, deshalb ist eine Primärprävention von großer Bedeutung. Darunter versteht man die Beseitigung beziehungsweise die Verminderung von (Teil)-Ursachen, die für die Krankheitsentstehung von Bedeutung sind sowie die Erhöhung der Allergietoleranz der einzelnen Kinder. Zu den allergischen Erkrankungen gehören Asthma bronchiale, allergische Rhinitis (Heuschnupfen), Nahrungsmittelallergien und das atopische Ekzem (Neurodermitis).

Lernziele

In dieser von der Bundesapothekerkammer akkreditierten Fortbildung lernen Sie unter anderem,

  • worin der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärpravention besteht,
  • welche aktuellen Empfehlungen zur Ernährung für Schwangere, Stillende und Babys gelten und
  • was sonst noch für die Allergieprophylaxe getan werden kann.

Wissenschaftliche Daten

Zur Vorbeugung von Allergien haben Sie bestimmt schon viel gelesen und auch in Ihrem Bekanntenkreis oder in Ihrer Familie viel gehört und vielleicht zum Teil kontrovers diskutiert. Auch in den sozialen Medien gibt es viele, zum Teil selbst ernannte Fachleute, die ihre eigenen Erfahrungen oft ungefiltert teilen und für allgemeingültig erklären. Diese Fortbildung hingegen beruht auf der aktuellen S3-Richtlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) für Ärzt*innen und Gesundheitspersonal. Die AWMF entwickelt seit 1995 Leitlinien zu medizinischen Fragestellungen, um darin Empfehlungen nach dem aktuellen medizinischen Stand zu geben. Dabei fließen nicht nur aussagekräftige Studienergebnisse (hier 286 Studienergebnisse) und das Fachwissen von wissenschaftlichen Experten ein, auch die Erfahrungen von Selbsthilfegruppen werden berücksichtigt. Nur wenn die jeweiligen Mitglieder mehrheitlich für eine Empfehlung stimmen, wird diese Empfehlung auch in die Leitlinie aufgenommen. Dabei lässt sich nachlesen, wie groß die jeweilige Übereinstimmung (der Konsens) für die einzelnen Empfehlungen ist:

Eine Empfehlung im starken Konsens liegt bei über 95 Prozent Zustimmung der Teilnehmenden vor, im Konsens bei einer Zustimmung von über 75 bis 95 Prozent. Bei einer Zustimmung von 50 bis 75 Prozent spricht man von einer mehrheitlichen Zustimmung. Die Empfehlungen gelten sowohl für Risiko-, als auch für Nicht-Risikokinder, es sei denn, es wird im Einzelfall ausdrücklich darauf hingewiesen. Als Risikokind gilt ein Kind, wenn ein Elternteil oder ein Geschwisterkind bereits von Allergien betroffen ist.

In Schwangerschaft und Stillzeit

Empfohlen wird eine abwechslungsreiche, ausgewogene und alle notwendigen Nährstoffe abdeckende Ernährung. Eine diätetische Restriktion wird also nicht mehr empfohlen. Das bedeutet, dass die Meidung von üblichen Nahrungsmittelallergenen wie Kuhmilch und Kuhmilchprodukte, Eiern, Nüssen oder Fisch nur erfolgen soll, wenn die Schwangere oder Stillende selbst bereits eine konkrete Allergie darauf besitzt.

Allgemeine Empfehlungen fürs Stillen

Es herrscht weiterhin Konsens, dass Stillen viele Vorteile für Mutter und Kind bietet. Bei Stillwunsch der Mutter sollte in den ersten Lebenstagen das Zufüttern von kuhmilchbasierter Formula-Nahrung (auch Säuglingsanfangsnahrung oder Pre-Nahrung genannt) wenn möglich vermieden werden. Dabei ist es wichtig, die Mutter durch Information, Entlastung und bei Bedarf durch Hilfsmittel wie Brusthütchen für das Stillen weitmöglichst zu unterstützen. Falls ein zeitweises Zufüttern in den ersten Lebenstagen medizinisch notwendig ist, ist dafür Aminosäure-Formula (auch HA-Nahrung genannt) vorzuziehen. In Aminosäure-Formula sind die Eiweißketten in die einzelnen Bausteine hydrolysiert, also in die einzelnen Aminosäuren zerlegt, wodurch das allergieauslösende Potenzial reduziert ist. Präbiotika oder Probiotika dagegen werden zur Allergieprävention weder für Schwangere noch für Säuglinge empfohlen. Für vier bis sechs Monate soll nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden. Danach beginnt das Beikostalter.

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