ACE-Hemmer

Die PTA ermittelt. © markus_marb / fotolia.com

Bei der Erstverordnung von Arzneimitteln haben Apotheker und PTA eine besondere Beratungspflicht. Die Erläuterung der Wirkung und möglicher unerwünschter Wirkungen kann zur Steigerung der Therapietreue beitragen.

Nun hat der Arzt mir neue Blutdrucktabletten verschrieben, ob ich diese vertrage? fragt Elisabeth Meier die PTA. Diese schaut sich die ärztliche Verordnung genauer an – Valsartan 160 Milligramm. Sie hakt nach und erfährt, dass die Kundin vor einigen Wochen bereits Ramipril ausprobiert hat, nachdem der Arzt erhöhten Blutdruck festgestellt hatte.

„Wissen Sie, mir wurde so schwindelig, die Tabletten konnte ich gar nicht vertragen. Außerdem hatte ich danach immer so einen unangenehmen Reizhusten. Ganz ehrlich, eigentlich weiß ich auch nicht, ob die Tabletten überhaupt nötig sind, denn ich fühle mich pudelwohl. Es ist nur so, dass auch meine Eltern schon zu hohen Blutdruck hatten und mein Vater sogar am Herzinfarkt gestorben ist.“

Pharmakologischer Hintergrund Typische Eingangswirkungen einer antihypertensiven Therapie sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel. Die meisten Bluthochdruckpatienten fühlen sich subjektiv mit den erhöhten Werten gut und zunächst unwohl unter der Behandlung. Neben diesen allgemeinen unerwünschten Wirkungen hat jede Medikamentenklasse typische Nebenwirkungen, wie zum Beispiel der durch Bradykinin ausgelöste Reizhusten, der etwa bei zehn Prozent der Patienten, die ACE-Hemmer, hier Ramipril, einnehmen, auftritt.

Häufig erfolgt dann die Umstellung auf einen AT1-Antagonisten, also ein Sartan. Wirkstoffe dieser Substanzklasse sind spezifische Hemmstoffe des Angiotensin-IIRezeptors und wirken über Angriff im Renin-Aldosteron-System blutdrucksenkend. Einige AT1-Antagonisten werden daneben gegen die chronische Herzinsuffizienz , den Zustand nach Herzinfarkt (Valsartan) und die diabetische Nephropathie eingesetzt.

Bei Erstverordnung eines Antihypertensivums sollte der Patient darüber informiert werden, dass das Blutdruckmittel täglich eingenommen wird und nur dann effektiv den Blutdruck herunterkontrollieren kann. Auch auf die Eingangswirkungen sollten PTA und Apotheker aufmerksam machen, damit diese nicht als Unverträglichkeit mißgedeutet werden und so zu einem Therapieabbruch führen. Einige Ärzte empfehlen zunächst eine halbe Dosis zum Einschleichen und erhöhen nach einigen Tagen. Der Patient sollte verstehen, dass die Senkung des Blutdrucks einen Schutz für Blutgefäße und das Herz bedeutet – die Behandlung also einen positiven Nutzen hat –, auch wenn er sich zunächst unwohl fühlt.

Zurück zum Fall Die PTA erläutert Frau Meier, dass die von ihr empfundenen Nebenwirkungen ganz normal seien – sogar das beste Zeichen, dafür, dass der Blutdruck effektiv und zum Schutze ihres Herzens gesenkt werde. Mit der Zeit gewöhne sich der Körper daran, beruhigt die PTA. Ergänzend gibt sie der Patientin den Rat, mit dem Arzt über ihre Bedenken zu sprechen, sodass die Dosis zu Beginn möglicherweise in den ersten Tagen erst einmal niedriger gewählt werde.

Um mehr Sicherheit zu haben und selber den Blutdruck im Blick zu behalten, empfiehlt die PTA, ein Blutdruckmessgerät zu kaufen. Die gemessenen Werte könne Frau Meier dann in ein Tagebuch eintragen und dem Arzt beim nächsten Termin zeigen. Die PTA erklärt das Gerät und erläutert Frau Meier die von der Hochdruckliga empfohlenen Grenzwerte. Zur Einnahme des Valsartans unterstützt sie den Rat des Arztes, die Tabletten am Abend unzerkaut mit einem Glas Wasser einzunehmen.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 10/15 auf Seite 26.

Dr. Katja Renner, Apothekerin

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