Bei Menschen, die an Bluthochdruck leiden, sollten Sartane aufgrund ihrer besseren Verträglichkeit ACE-Hemmern vorgezogen werden. ©BrianAJackson / iStock / Getty Images Plus

ACE-Hemmer | Bluthochdruck

BLUTHOCHDRUCK: BEHANDLUNG MIT SARTANEN IST ANGESAGT

Bei der Behandlung von Patienten, die unter Bluthochdruck oder kardiovaskulären Erkrankungen leiden, wurden bislang häufig ACE-Hemmer eingesetzt. Sie sollten durch Sartane ersetzt werden, so die Empfehlung einer Forscher-Gruppe.

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Die Begründung für diese Entscheidung liegt für Professor Dr. Franz Messerli und seine Gruppe vom Universitätsspital Bern auf der Hand. Beide Substanzklassen haben eine annähernd gleiche Wirkung. Allerdings haben AT1-Antagonisten, also die Sartane, weniger Nebenwirkungen.

Schaut man sich beide Substanzklassen genauer an, so blockieren ACE-Hemmer im Blut die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II, die durch das Angiotensin-Converting Enzyme (ACE) katalysiert wird. Dadurch kommt es im weiteren Verlauf nicht nur zu einer Abnahme von Angiotensin II, sondern zu einer Anreicherung von Bradykinin, da der Abbau von diesem Gewebshormon auch über ACE läuft. Dadurch wird der trockene Husten, die häufigste Nebenwirkung der ACE-Hemmer, ausgelöst. Das Gewebshormon Bradykinin hat nämlich eine ähnliche Wirkweise wie Histamin. Dadurch lässt sich auch erklären, warum Patienten unter ACE-Hemmern ein erhöhtes Risiko für Angioödeme haben. Bei AT1-Antagonisten, die die Wirkung von Angiotensin II direkt an seinen Rezeptoren blockieren, sind die Risiken nicht so hoch.

Betrachtet man die Wirkung der beiden Substanzklassen hinsichtlich Blutdruck, Gesamtsterblichkeit, kardiovaskuläre Sterblichkeit, Herz- und Niereninsuffizienz und Herzinfarkt- und Schlaganfall-Häufigkeit, so können keine Unterschiede festgestellt werden. Aus diesem Grund ist die bessere Verträglichkeit der Sartane entscheidend und sie sollten den ACE-Hemmern vorgezogen werden. Zudem können so Therapieabbrüche und Unverträglichkeiten vermieden werden.

Nadine Hofmann,
Leitung Online-Redaktion

Quelle: Pharmazeutische Zeitung

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