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Der Medicus

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Der Film von Regisseur Philipp Stölzl aus dem Jahr 2013 thematisiert die ungewöhnliche Lebensgeschichte de Heilkundlers Robert Cole. Er wurde nach dem gleichnamigen Weltbestseller von Noah Gordon gedreht.

Filmplakat © Dieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt
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England im elften Jahrhundert: Der kleine Rob Cole hat eine seltsame Gabe: Er fühlt, wenn Menschen krank sind und ihnen der Tod bevorsteht. Dies spürt er eines Tages auch bei seiner eigenen Mutter und er hat sich nicht getäuscht. Sie leidet plötzlich unter schrecklichen Schmerzen und stirbt kurze Zeit später an der Seitenkrankheit.

Sein Schicksal weckt in Rob das Verlangen, anderen Menschen zu helfen. Er schließt sich einem herumreisenden Arzt, einem sogenannten Bader (Stellan Skarsgard), an. Allzu groß ist dessen Heilkunst nicht, dennoch behandelt er Krankheiten und unterhält die Bürger zudem mit Taschenspielertricks. Rob erlernt bei seinem Bader die Grundlagen der mittelalterlichen Heilkunde, wie den Aderlass oder das Zähneziehen. Als sein Meister unerwartet erblindet, sucht Rob mit ihm einen jüdischen Heiler auf, der den Erkrankten mittels eines Starstiches vollständig kuriert. Bei einem gemeinsamen Schabbatmahl mit den Juden sieht Rob zum ersten Mal eine Weltkarte und erfährt, dass im arabischen Isfahan der größte Arzt aller Zeiten lebt.

Dieser Ibn Sina (Ben Kingsley) lehrt im fernen Persien Medizin und leitet in Isfahan die bedeutendste Schule für angehende Ärzte. Rob beschließt, sich dort ausbilden zu lassen. Da die Ansiedelung von Christen jedoch nicht erlaubt ist, hat er vor, sich als Jude auszugeben. Schließlich tritt er die lange und für Christen gefährliche Reise an und bricht nach Persien auf. In Ägypten angekommen nimmt Rob den Namen Jesse Ben Benjamin an und vollzieht an sich selbst eine Beschneidung. Er schließt sich einer Karawane nach Isfahan an und lernt zwischendurch Rebecca (Emma Rigby) kennen. Die beiden verstehen sich gut und Rebecca erzählt Rob die Geschichten von Aladin und Sindbad.

Als die Karawane weiter zieht, gerät sie in einen Wüstensturm, den letztlich nur Rob überlebt. Er reist von nun an alleine und erreicht einige Zeit später völlig entkräftet sein Ziel Isfahan. Zunächst wird Rob an Ibn Sinas Lehranstalt abgelehnt. Sein Glück ist allerdings, dass er durch einen Wächter eine Kopfverletzung erleidet und in der Klinik vom Medicus persönlich behandelt wird. Dieser setzt sich für ihn ein und ermöglicht ihm schließlich das Studium.

Von diesem Zeitpunkt an lernt Rob die Grundlagen der Medizin und der Philosophie. Er eignet sich das Vorgehen bei der Anamnese, verschiedene medizinische Untersuchungen sowie kleinere chirurgische Eingriffe an. Als die Pest in der Stadt ausbricht und zahlreichen Menschen das Leben kostet, schlägt Robs große Stunde. Er erkennt, dass Rattenflöhe Überträger der Krankheit sein könnten. Durch die Vernichtung der Tiere gelingt es, den „Schwarzen Tod“ in Isfahan zu besiegen.

Zufällig trifft Rob erneut auf Rebecca, die selbst an der Pest erkrankt ist. Ihr Ehemann, an den sie „verkauft“ wurde, hat die Stadt aufgrund der Krankheit längst verlassen. Während Rob sie pflegt, flammt seine Leidenschaft für sie wieder auf. Rebecca wird von ihm schwanger, ihr steht aufgrund des Ehebruchs nun jedoch eine Strafe nach jüdischem Recht bevor. Rob studiert weiterhin die menschliche Anatomie. Obduktionen sind allerdings mit der Religion von Ibn Sina nicht vereinbar und daher verboten. Als Rob einen von der Seitenkrankheit betroffenen Patienten behandelt, der der Religion Zoroastrimus angehört, erfährt er von ihm, dass sein Leichnam nach dem Tod nicht intakt bleiben muss. Heimlich obduziert er den Verstorbenen später und stellt fest, dass ein entzündeter Wurmfortsatz die Todesursache der Seitenkrankheit ist.

Aufgrund dieses Wissens rettet Rob bald darauf den Schah, der an der Seitenkrankheit leidet, durch eine Blinddarmoperation. Seine Forschungen fliegen allerdings auf, sodass Rob und sein Lehrer vor dem Gericht Mullahs zum Tode verurteilt werden. Als in Isfahan Kämpfe ausbrechen, können die beiden fliehen. Sina begeht jedoch Suizid, nachdem die Gebäude seiner Klinik zerstört, die Mitarbeiter ermordet und die Lehrschriften in Brand gesteckt wurden. Kurz vorher vertraute er „Hakim Rob Cole“ sein medizinisches Vermächtnis an.

Zum Dank dafür, dass Rob ihm durch die Operation das Leben gerettet hat, verhilft der Schah vielen Juden zur Flucht. Auch Rebecca wird rechtzeitig vor der Steinigung befreit, sodass das Paar sich eine neue Heimat suchen kann. Der Film endet mit einer Szene, in welcher der Bader von einem in London neu eröffneten Krankenhaus erfährt, das sein alter Schüler Rob und seine Ehefrau führen.

Der schwarze Tod Die Pest ist eine ansteckende Infektionskrankheit und wird durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht. Durch Bisse von verseuchten Insekten, in der Regel von Flöhen, oder durch Tröpfcheninfektion kann man sich anstecken. Bedeutsam für die Verbreitung der Erkrankung sowie für die Entwicklung einer Epidemie sind folgende Faktoren:

  • die vorherrschenden hygienischen Bedingungen,
  • Resistenzen der Erreger gegen Medikamente,
  • die Beseitigung lokaler Zwischenwirte.

Erhalten Patienten frühzeitig Antibiotika, bestehen gute Heilungschancen. In der Regel wird Streptomycin mit einem Einnahmezeitraum von zehn Tagen verordnet. Die Substanzen Doxycyclin, Gentamycin, Tetrazyklin und Chloramphenicol bekämpfen ebenfalls die Erreger. Des Weiteren gehört eine Isolierung infizierter Personen zu den Behandlungsmaßnahmen der Pest. Auch die Kontaktpersonen Erkrankter erhalten vorbeugend ein Antibiotikum. Außerdem hilft es, die hygienischen Verhältnisse zu optimieren. Weil der Rattenfloh als Hauptüberträger der Pest gilt, sollten die Nager unbedingt vernichtet werden. Mithilfe von Insektiziden kann man sich vor Flohbissen schützen.

Aktuelle Fälle Im vergangenen Jahr war die Pest wieder einmal auf Madagaskar ausgebrochen, wie so oft auf der sehr armen Insel vor der Ostküste Afrikas. Madagaskar gilt als das am meisten von der Pest bedrohte Land. Die letzt Meldung bezieht sich auf einen Todesfall im Westen der USA: Ende August sei laut Angaben des CRM (Centrum für Reisemedizin) ein über 70-Jähriger im Bundesstaat Utah an der Krankheit gestorben. Seit April wurden in den USA landesweit 13 Pest-Infektionen registriert, davon vier Todesfälle. Die Krankheit tritt dort zwar sehr selten, aber dennoch regelmäßig auf.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 11/15 ab Seite 138.

Martina Görz, PTA und Fachjournalistin (FJS)

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