Bruce Willis und das Testosteron

Fast kahler Mann hantiert mit Rundbürste
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Männer und ihre Haare – das ist eine heikle Angelegenheit. Bisher glaubte man zu wissen, wer am allmählich lichter werdenden Haupthaar des Mannes schuld war: das Testosteron. Doch diese Annahme hat sich nun als haltlos erwiesen.

Ship-Trend heißt die Studie der Universität Greifswald, in der die Daten von 373 Männern akribisch untersucht wurden. Das Ergebnis: Es besteht kein Zusammenhang zwischen dem Spiegel von Testosteron, von Androstendion oder Dehydroepiandosteron (DHEAS) und Haarausfall.

Bisherige Studien behaupteten das Gegenteil. Doch die neuen Daten lassen keinen Zweifel. Der Informationsdienst Wissenschaft zitiert die beteiligte Forscherin Dr. Hanna Kische: „Der unterstellte Zusammenhang zwischen Sexualhormonen und männlichem Haarausfall wurde noch nie in einer so großen Bevölkerungsstudie bei gesunden Männern untersucht. Diese Lücke haben wir mit unserer Publikation in der internationalen Fachzeitschrift JAMA Dermatology nun geschlossen.“

Männern, die sich mit dem Haarschwund nicht abfinden wollten, steht neben den Wirkstoffen Finasterid (prominentester Patient: Donald Trump) und Minoxidil noch die Möglichkeit der Haartransplantation offen. Es gibt spezielle Haarsprechstunden bei Fachärzten, die sich des Problems annehmen.

Doch letztere müssen nun umdenken: Welche Botenstoffe des körpereigenen endokrinen Systems sind nun schuld am Haarausfall? Neueren Erkenntnissen zufolge steht das Testosteron-Folgeprodukt Dihydrotestosteron (DHT) unter Verdacht oder auch das Gewebshormon Prostaglandin D 2.

An dieser Stelle wird jetzt gern Bruce Willis erwähnt. Beim ersten „Stirb langsam“-Film, der 1988 gedreht wurde, hatte er noch Haare auf dem Kopf. Beim letzten (2013) nicht mehr. Sieht doch auch toll aus, oder?

Alexandra Regner, PTA, Redaktion

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