Metabolom-Forschung/Stoffwechsel

TEST ZUR DIABETES-FRÜHERKENNUNG

Der noch jungen Disziplin Metabolom-Forschung ist möglicherweise eine Entdeckung geglückt, die in einen einfachen Test zur Vorhersage eines Typ-2-Diabetes mellitus münden könnte.

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Die Publikation in Nature Medicine zeigt, dass Veränderungen in der Konzentration von fünf Aminosäuren der Erkrankung um mehr als zehn Jahre vorausgehen. Als Metabolom wird die Gesamtheit aller Stoffwechselprodukte bezeichnet, die sich zu einem Zeitpunkt in einem Organismus befinden. Der Aufwand, mehrere tausend Stoffwechselprodukte gleichzeitig nachzuweisen, ist enorm. Er kommt deshalb nur in wissenschaftlichen Studien infrage.

Doch das Ziel der Forscher ist stets, einzelne Metabolite zu finden, die für eine Erkrankung charakteristisch sind und auf die sich die klinische Diagnostik später beschränken kann. Thomas Wang vom Massachusetts General Hospital (MGH) in Boston unter Mitarbeiter suchten in ihrer Studie nach Markern, die einer Manifestation des Typ-2-Diabetes mellitus vorausgehen. Dazu wurde das Blut von 2422 Teilnehmern der Framingham Offspring Study untersucht. Alle waren zu Beginn der Studie noch normoglykämisch. Zwölf Jahre später waren indes 2000 an einem Typ-2-Diabetes mellitus erkrankt.

Der Vergleich der Metabolome in den ursprünglichen Blutprobe dieser Patienten mit jenen, die nicht an einem Typ-2-Diabetes mellitus erkrankten, führte dann zu einer bemerkenswerten Entdeckung: Die Werte von Isoleucin, Leucin, Valin, Tyrosin und Phenylalanin zeigten ein deutliches Risiko auf einen späteren Typ-2-Diabetes mellitus an. Die Ergebnisse wurden inzwischen unter 326 Teilnehmern der Malmö Diet and Cancer Study bestätigt, wie Wang mitteilt. Der Nachweis von Aminosäuren im Blut ist ohne Weiteres und ohne hohe Kosten im Labor möglich. Die Forscher könnten deshalb auf einen einfachen Frühwarntest gestoßen sein. Quelle: aerzteblatt.de

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