Alle Jahre wieder

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Der Herbst ist die beste Zeit, um sich gegen Grippe impfen zu lassen. Wer das Risiko einer Ansteckung minimieren möchte, sollte diese Schutzmöglichkeit in den nächsten Wochen in Anspruch nehmen.

Eine „richtige“ Grippe ist keine simple Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, welche die Atemwege betrifft. Die Infektion wird durch hochansteckende Influenza A oder B Viren verursacht, die sich rasend schnell verbreiten. Schon kleinste Tröpfchen beim Niesen, Husten oder Sprechen sowie der direkte Kontakt können zu einer Übertragung führen.

Hinzu kommt, dass die unerwünschten Keime im Winter fast überall lauern und beispielsweise an Rolltreppen, auf Münzen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln auf ihren Angriff warten. Manch einer verlässt sich dennoch auf sein Immunsystem und stärkt dieses durch Vitaminpräparate, Saunieren oder regelmäßige moderate Bewegung. Doch nicht immer gewährleisten diese Maßnahmen einen effektiven Schutz: Die Grippe kann jeden treffen, auch gesunde Menschen. Empfehlen Sie Ihren Kunden daher, sich beim Hausarzt gegen die unerwünschte Infektion impfen zu lassen.

Der richtige Zeitpunkt Die Ständige Impfkommission rät allen Personen ab 60 Jahren, Schwangeren, medizinischem Personal, Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens sowie Bewohnern von Alten- oder Pflegeheimen zu einer Impfung gegen Influenza. Dennoch ist Deutschland von der für Risikogruppen geltenden Impfquote von 75 Prozent weit entfernt, wie eine neue Studie des RKI zeigt. Sie lag bei Personen über 60 Jahren in 2013/14 bei 49 Prozent, bei chronisch Kranken im Alter von 18-59 Jahren lediglich bei 23 Prozent.

Gründe für den Verzicht auf die Impfung waren Misstrauen sowie die Meinung, dass eine Erkrankung nicht gefährlich sei. Außerdem war die Hälfte der Risikopersonen der Auffassung, dass die Immunisierung eine Infektion hervorrufen kann, was jedoch nicht der Fall ist.

Jährliche Aktualisierung Die Wirksamkeit der Grippeimpfung hängt von vielen Faktoren ab und unterscheidet sich von Jahr zu Jahr. Ausschlaggebend ist, inwiefern die im Impfstoff enthaltenen Virusvarianten mit den tatsächlich im Umlauf befindlichen Viren übereinstimmen. Jedes Jahr wird die Stammzusammensetzung der Influenza-Impfstoffe an die aktuelle epidemiologische Situation angepasst, weil sich die Eigenschaften der zirkulierenden Viren verändern.

Die Impfstoffe für die neue Saison unterscheiden sich in zwei der drei Komponenten gegenüber denen des vergangenen Jahres. In Australien gab es mit der Kombination allerdings Probleme, weil ein unerwarteter Virusstamm (B-Victoria) derzeit kursiert. Daher ist es möglich, dass in Deutschland in diesem Winter ein Virus auftritt, gegen das die Impfung nicht ausreichend schützt.

Verwechslungsgefahr Erkältung oder doch Influenza? Viele Laien sprechen von einer Grippe, wenn sie eigentlich eine Erkältung meinen. Kein Wunder, denn die Krankheitsbilder der beiden Varianten ähneln sich. Was viele Kunden nicht wissen: Die Grippe beginnt in der Regel unverhofft und wird von starken Kopf- und Gliederschmerzen begleitet. Betroffene leiden auch unter Fieber sowie einem ausgeprägten Krankheitsgefühl. Dagegen entwickelt sich eine Erkältung über zwei bis drei Tage bis sie ihren Höhepunkt erreicht, abschwächt und nach etwa einer Woche vorüber ist.

Beide Erkrankungen haben gemeinsam, dass sie durch Viren hervorgerufen werden. Während Rhino- und Coronaviren für die Erkältung verantwortlich sind, lösen Influenza- Viren eine Grippe aus. Raten Sie Ihren Kunden während der Erkältungszeit dazu, regelmäßig die Räume zu lüften und häufig die Hände zu waschen. Empfehlen Sie Ihnen zudem, ausreichend Abstand zu Erkrankten einzuhalten.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 10/15 auf Seite 24.

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