Durststrecke für Füße

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Jetzt kommen sie ins Versteck: Geschlossene, enge Schuhe und nachlassende Pflege hinterlassen deutliche Spuren. Was mit trockener Haut beginnt, kann sich zu tiefen Rissen entwickeln.

Zeigt her eure Füße – das gilt für viele Frauen und Männer in den Wintermonaten nicht. Sobald Stiefel und robuste Schuhe angezogen werden, vergessen sie regelmäßige Pflege. Für die Körperlotion reicht es noch, doch vor dem unteren Teil des Körpers wird quasi haltgemacht. Nur die Haut fordert nach wie vor eine gewisse Aufmerksamkeit.

Wenn nicht mindestens einmal täglich gecremt wird, lassen Hornhaut und damit verbunden eine Kette an Folgebeschwerden nicht lange auf sich warten. Und rissige, verhornte Haut an den Füßen ist weit verbreitet, auch wenn man es den Menschen beim ersten Eindruck nicht unbedingt ansieht. Klären Sie Ihre Kunden auf und empfehlen Sie auch jetzt regelmäßige, pflegende Fuß-Streicheleinheiten. Denn sie leisten täglich Schwerstarbeit, die selbstverständlich ist, solange alles intakt und gesund funktioniert.

Werdegang trockener Haut Zunächst wird eine Veränderung an den Füßen nicht zwingend wahrgenommen. Doch mit der Zeit wird die Haut so trocken, dass sich starke Verhornungen und daraus resultierend Risse (Schrunden oder Rhagaden) bilden können. Diese bieten eine perfekte Eintrittspforte für Bakterien und Keime. So kann sich ein gesunder Fuß zum kranken entwickeln. Hinzu kommt meist, dass die Haut aufgrund der Trockenheit stark juckt, schuppt und sich einfach unangenehm anfühlt.

(K)ein rein kosmetisches Problem? Trockene Haut mag vielleicht auf den ersten Blick ein rein optisches Problem sein. Doch je mehr sie an Elastizität nachlässt, desto unangenehmer das Hautgefühl und je schneller bilden sich – insbesondere an den Fersen – Fissuren. Zunächst sind es minimale Risse, die sich aber zu tiefen Rhagaden entwickeln können. Spätestens jetzt ist es nicht nur unschön anzusehen. Sie werden schmerzhaft und können bis in die Lederhaut eindringen, eine der unteren Hautschichten.

Lipide alleine sind nicht sinnvoll Wer jetzt zu Melkfett oder Vaselin greift, schadet mehr als er Gutes tut. Auch wenn die äußerst fettige Grundlage als hilfreich assoziiert wird. Inhaltsstoffe wie beispielsweise Vaselin und Paraffin sind aufgrund ihrer ausschließlichen Auflagerung an der Oberfläche auch nach längerer Zeit noch vorhanden. Sie ziehen im Grunde nicht ein, haften quasi wie ein Film auf der Haut. Selbst wenn es den Anschein macht, dass die Haut wieder weich wird, ist dem nicht so.

Verhornte, trockene Haut wird damit auf Dauer nicht weicher. Anwender haben den Eindruck, dass ihre Haut nicht mehr richtig atmen kann. Wer jetzt trotzdem Strümpfe und Schuhe anzieht, kann zusätzlich eine Pilzinfektion provozieren. Denn im warmen, feuchten Niveau, das Pilze jetzt vorfinden, fühlen sie sich besonders wohl. Eine fachgerechte Beratung in der Apotheke ist jetzt wichtig, um die strapazierte Haut schnell wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Schrunden geplagt Bei Diabetikern kommt meist noch dazu, dass sie ohnehin eine tendenziell trockene und empfindliche Haut haben – insbesondere an den Füßen. Grund hierfür sind schlechte Blutzuckerwerte. Sie führen dazu, dass die Haut Feuchtigkeit schlechter speichert und austrocknet. Nervenschädigungen (diabetische Neuropathien) vermindern zusätzlich das Empfinden für Schmerzen und Temperaturschwankungen.

Sind bereits kleinste Veränderungen an den Füßen sichtbar, sollte spätestens jetzt eine professionelle Fachkraft zu Rate gezogen werden. Auch Diabetiker mit motorischem Handicap, Augenproblemen, bei langer Diabetesdauer und in hohem Alter profitieren von Ihrer Beratung und einer Behandlung durch Podologen. Denn klassische Fußpflege dient lediglich der reinen Versorgung gesunder Füße. Raten Sie Kunden mit Diabetes unbedingt zur vierteljährlichen Untersuchung beim behandelnden Arzt. Hier sollten Betroffene auf Veränderungen an ihren Füßen hinweisen. So kann der Mediziner einen individuellen Therapieplan festlegen.

Pflegender Hautschutz Damit Rhagaden und Hornhaut sich zurückbilden, ist täglich eine Extraportion Feuchtigkeit sinnvoll. Das hält sie weich und verhindert eine starke Verhornung (Hyperkeratose). Empfehlen Sie spezielle Formulierungen, beispielsweise mit Urea (Harnstoff), Glycerin oder Pentavitin. Urea sorgt für den perfekten Feuchtigkeitsschub. Pentavitin gleicht Feuchtigkeitsverluste aus. Besonders angenehm sind Produkte auf Schaumbasis. Ihre luftig-leichte Konsistenz ermöglicht ein schnelles Auftragen, ohne zu fetten. Strümpfe und Schuhe können direkt angezogen werden.

In akuten Phasen empfehlen Sie, Füße zwei Mal täglich mit speziellen Fußpflegeprodukten aus Ihrem Sortiment einzucremen. Zur gründlichen Fußinspektion helfen zusätzlich Spiegel und Lupe. Mit dem Spiegel lässt sich die Fußsohle leicht begutachten. Erholsam und pflegend sind auch ein bis zwei nicht zu heiße Fußbäder (maximal 37°C) pro Woche. Wichtig ist es, Füße gründlich abzutrocknen – auch zwischen den Zehen. Weiche Hornhaut mit einem Bimsstein abrubbeln. Nicht an die Füße gehören Raspel, scharfe Gegenstände und spitze Scheren. Weder bei Stoffwechselgesunden, noch Diabetikern.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 11/15 ab Seite 116.

Kirsten Metternich, Freie Journalistin

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