Individuelle Tonlage

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Es bietet sich als optimale Grundlage für einen gepflegten, ebenmäßigen Teint. Ganz gleich ob sensibel, fettig oder Anti Aging: Die Apotheke bietet dazu hochwertige Produkte. Ihre Beratung hilft bei richtiger Auswahl.

Frauen mochten es schon immer, sich zu verschönern. Fast jede hat deshalb mindestens einen Mascara in Gebrauch. Statistiken zufolge ist er das liebste Kosmetikprodukt. Dicht gefolgt von Make-up, für das jährlich hierzulande insgesamt etwa 175 Millionen Euro ausgegeben werden. Allerdings entpuppt sich Suche und Auswahl des passenden Produktes für viele als schwierig. Denn nie war die Auswahl größer als heute. Für sämtliche Bedürfnisse gibt es Foundations. Sie unterscheiden sich nicht nur im Farbton, sondern auch in Konsistenz, pflegenden Eigenschaften und zusätzlichem Benefit. Unterstützen Sie Kundinnen dabei, den individuell passenden Ton zu finden.

Unterschiedliche Wahrnehmung Unebenheiten kaschieren, Falten und Linien weichzeichnen, Poren verfeinern, der Haut eine gesunde Farbe verleihen, Glanz absorbieren, vor UV-Strahlung schützen, perfekt abdecken. All das sind Erwartungen, die Frauen an ein Make-up stellen. Ähnlich einer Gesichtscreme gibt es kein Produkt, weder in Parfümerie, Drogeriemarkt noch Apotheke, das sämtliche Attribute erfüllt. Viel wichtiger und sinnvoll ist es, sich zwei oder drei Aspekte aus dem Portfolio der Make-up-Palette auszusuchen.

Verbraucherbefragungen zeigen, dass der Trend heute zu mehr Natürlichkeit geht. Zeigt man Frauen und Männern Bilder einer Frau, einmal mit wenig Make-up sowie einmal stark geschminkt, empfindet ein Großteil ein natürlich wirkendes Make-up am schönsten. Viele Frauen kennen sich mit dem Thema Farbe und Technik nicht besonders gut aus. Sie haben einmal ein Produkt mit ihrer Lieblingsnuance entdeckt und bleiben dabei. Nur was passiert, wenn der Hersteller genau dieses aus seinem Sortiment nimmt? Oft hilft es, mal etwas Neues auszuprobieren, was vielleicht sogar besser zum Teint passen kann, als der Ursprungsfavorit. Wird eine Grundierung richtig ausgewählt und angewendet, lässt sie jeden Teint gesund und strahlend erscheinen.

Tipps fürs Beratungsgespräch Wer ein falsches Produkt gekauft hat, wird sich auf Dauer damit nicht wohlfühlen. Daraus entsteht bei vielen Frauen oft der Eindruck, dass Make-up nicht hält, was es verspricht. Wer dann noch an Märchen von verstopften Poren oder Entstehung unreiner Haut glaubt, kauft so schnell keine Foundation mehr.

Im Beratungsgespräch können Sie schnell herausfinden, wie es um das Thema steht. Wurde schon einmal ein Make-up verwendet? Wenn ja – welches Produkt? Wie sind die Erfahrungen damit? Was ist der Kundin dabei wichtig? Welche Deckkraft ist gewünscht? Wie ist die Hautbeschaffenheit? Bestehen Allergien oder Unverträglichkeiten? Wo liegt die preisliche Vorstellung? Wie sollte die Konsistenz sein: fest, flüssig, Schaum, Mousse? Gibt es eine Firma die ihr bekannt oder vertraut ist, beziehungsweise präferiert sie Produkte bestimmter Hersteller?

Weniger ist oft mehr Anhand dieser Fragen können Sie zwei bis drei Produkte auswählen. Das reicht völlig aus, damit Kunden nicht mit Infos überfrachtet werden. Zuviel des Guten kann dazu beitragen, dass die Entscheidung schwer fällt oder gar nichts gekauft wird. Typisch, wenn Kunden sich unsicher sind. Sie haben zwei oder drei Produkte ausgewählt, um Sie Ihrer Kundin vorzustellen? Tragen Sie die diese in kleiner Menge auf der Unterseite des Handgelenks auf.

Gehen Sie mit Ihrer Kundin ans Tageslicht: dort lässt sich am besten erkennen, welcher Ton sich optimal mit der Haut verbindet. Als Faustregel gilt: eher einen tendenziell neutralen bis gelblicheren Ton empfehlen, da rosa getönte Foundations schnell maskenhaft wirken. Viele Frauen ab 40 aufwärts neigen zu Rötungen und Couperose, auch hier sollte kein Produkt mit rötlichem Unterton in die Auswahl kommen.

Spurensuche perfekter Farbton Damit Sie die passende Farbe für Ihre Kundin treffen, schauen Sie auf die Innenseite ihrer Handgelenke und auch das möglichst bei Tageslicht. Schimmern Adern bläulich-violett durch und hat die Haut einen eher rosa-bläulichen Schimmer, raten Sie zu Produkten mit kühlem Farbton. Foundations, die hier passen, tragen oft Namen wie „cool beige“, „natural rose“ oder „rose beige“. Meist passend bei naturblondem, roten, hell- bis mittelbraunem Haar, hellgrünen, haselnussbraunen, grauen oder blauen Augen.

Die Gesichtshaut ist meist hell und eher sonnenempfindlich. Zeigen sich Adern am Handgelenk eher in grünlicher Färbung, ist der Hautton warm. Hier eignen sich Produkte mit gelblichem Grundton. Sie heißen beispielsweise „golden sand“, „honey“ oder „amber“. Diese Frauen haben oft goldbraune, dunkelbraune oder schwarze Haare sowie braune oder grüne Augen. Im Hinblick auf Sonneneinstrahlung reagiert ihre Haut weniger empfindlich.

Was Make-up alles kann Damit der Teint so natürlich wie möglich wirkt, empfehlen Sie, die Tagescreme vorher aufzutragen und fünf Minuten einwirken zu lassen. Sonst können sich beide Texturen vermischen, mit fleckigem Ergebnis. Moderne Produkte sind gefüllt mit Inhaltsstoffen, die nicht nur ebenmäßig wirken. Hersteller arbeiten fortlaufend an neuen Formulierungen, die der Kundin ein angenehmes Gefühl mit Pflege-Benefit bieten.

»Damit der Teint so natürlich wie möglich wirkt, empfehlen Sie, die Tagescreme vorher aufzutragen und fünf Minuten einwirken zu lassen.«

Im Trend liegen deshalb BB- (Blemish Balm) und CC-Creams (Colour Correction). Sie haben eine leichte bis mittlere Deckkraft. Kleine Unebenheiten werden kaschiert, ohne dass die Haut maskenhaft wirkt. Besonders gut verträgliche Produkte, die zu fast jeder Kundin passen, sind apothekenexklusive Complexion Correction Creams mit Hyaluronsäure und Lichtschutz. Sie bieten Farbe und Pflege in einem Produkt.

Klassische Make-ups in flüssiger Form gibt es von leichter bis starker Deckkraft. Je dicker ihre Konsistenz, desto deckender. Im Angebot sind sie für jeden Hauttyp, ob ölfrei, mit Hyaluronsäure, Mineralstoffen, Thermalwasser oder lichtreflektierenden Partikeln, die kleine Fältchen und Hautunebenheiten minimieren.

Kompakt-Make-up hat eine höhere Deckkraft als seine flüssigen Verwandten. Produkte gibt es von transparent bis stark deckender Intensität in Stiftform oder Döschen mit Applikatorschwamm. Pudercreme-Make-up verleiht der Haut ein mattiertes, gepudertes Aussehen, mit guter Deckkraft. Durch den hohen Puderanteil ist es für großporige und faltenreiche Haut wenig sinnvoll, da sich Partikel schnell absetzen können.

Camouflage sind Spezialprodukte, die es in guter Qualität in der Apotheke gibt. Damit lassen sich großflächige Hautanomalien wie Verbrennungen, Pigmentstörungen, Augenschatten, Tattoos oder Muttermale wirksam abdecken. Vorteil: sie sind stark deckend, wasser- und weitgehend abriebfest. Sämtliche flüssige und halbflüssige Produkte lassen sich besonders gleichmäßig mit einem leicht angefeuchteten Make-up-Schwamm auftragen.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 11/15 ab Seite 52.

Kirsten Metternich, Freie Journalistin

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