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Grüne Tomaten

© Fernando Gregory / 123rf.com

Im Film des Regisseurs Jon Avnet geht es um die aufblühende Freundschaft zwischen der Hausfrau Evelyn und der rüstigen Seniorin Ninny. Deren Erinnerungen verhelfen Evelyn in den Wechseljahren dazu, ihre bürgerliche Existenz zu überdenken.

Filmplakat © Dieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt.
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Evelyn Couch , eine frustrierte Hausfrau in den Wechseljahren, ist ihren tristen Alltag einfach leid. Mit ihrem Mann Ed (Gailard Sartain) führt sie in einem Südstaaten-Provinzstädtchen ihr eingefahrenes Leben ohne jede Abwechslung. Ihre Ehe ist unglücklich, Evelyn ist ebenso von ihrem Mann gelangweilt wie er von ihr. Er interessiert sich mehr für Baseball und gutes Essen als für sie.

Beim üblichen Besuch von Eds Tante im Altersheim trifft Evelyn auf die schrullige, aber muntere Seniorin Ninny Threadgoode (Jessica Tandy). Sie freundet sich mit der sympathischen, alten Dame an, die ihr die tragisch-komische Lebensgeschichte eines heranwachsenden Mädchens in den 1920er und 1930er Jahren erzählt: Idgie Threadgoode (Mary Stuart Masterson) ist ein kleines, dickköpfiges Mädchen und versteht sich nur mit ihrem Bruder Buddy (Chris O´Donnell). Doch dieser ist in die bezaubernde Ruth Jamison (Mary-Louise Parker) verliebt, sodass er nur Augen für sie hat.

Bei einem tragischen Unfall verunglückt Buddy tödlich, sodass für Idgie eine Welt zusammen bricht. Sie ist vergrämt und möchte zunächst von niemandem etwas wissen. Erst nach Jahren baut sie eine innige Freundschaft zur viel braveren und gläubigen Ruth auf. Die Freundinnen werden jedoch getrennt, als Ruth heiratet und nach Georgia fortzieht. Einige Jahre später besucht Idgie ihre Freundin dort und erfährt, dass Ruth von ihrem brutalen Ehemann Frank (Nick Searcy) geschlagen wird.

Kurz nach dem Treffen erhält Idgie einen Brief von Ruth, in dem diese ihr mitteilt, dass ihre Mutter in der Zwischenzeit verstorben ist und sie daher nun bereit für ein neues Leben sei. Idgie, eine mittlerweile selbstbewusste und burschikose Frau, beschließt, die schwangere Ruth aus Franks Händen zu befreien.

Mit dem schwarzen Arbeiter Big George (Stan Shaw) entführt sie die werdende Mutter und nimmt sie bei sich zuhause auf. Zusammen eröffnen sie schließlich in dem kleinen Ort Whistle Stop in Alabama das Whistle Stop Café, wo neben Barbecue gebratene grüne Tomaten zu den Spezialitäten gehören.

Eine weitere Besonderheit des Cafés besteht darin, dass hier Schwarze genauso wie Weiße bedient werden. Idgie und Ruth müssen sich daher gegen Rassisten behaupten, die der Meinung sind, man dürfe Afroamerikaner nicht derart gut behandeln. Auch Frank macht Probleme und möchte Ruth den gemeinsamen Nachwuchs wegnehmen. Als er nach dem Versuch, das Kind zu kidnappen, spurlos verschwindet, fällt der Verdacht auf Idgie und ihren Freund Big George.


Später wird sie deswegen des Mordes angeklagt, allerdings freigesprochen. Erst im Nachhinein erfährt sie, dass Frank von der afroamerikanischen Köchin Sipsey (Cicely Tyson) mit einer Bratpfanne erschlagen wurde. Als der Fall wieder aufgerollt wird, lenkt Idgie den Mordverdacht zum Schutz der Köchin vorsätzlich auf sich, denn Sipsey hätte als Schwarze bei Gericht keine Chance.

Nur wenige Jahre später werden die beiden Freundinnen getrennt: Ruth stirbt 1939 an Krebs – für Idgie ein schwerer Verlust. Im Verlauf von Ninnys Erzählungen gewinnt Evelyn zunehmend an Selbstvertrauen und beginnt, ihr Leben zu ändern: Sie setzt sich beispielsweise durch, als ihr ein Parkplatz vor der Nase weggeschnappt wird. Außerdem nimmt sie es mit Ed auf, indem sie Ninny, die ihr in der Zwischenzeit sehr wichtig geworden ist, gegen den Willen ihres Ehemanns zu sich nach Hause holen möchte.

In Whistlestop informiert Evelyn Ninny über ihre Pläne. Die alte Frau zeigt ihr daraufhin den Grabstein von Ruth, neben dem sich ein Glas Honig mit der Aufschrift „Ich werde dich ewig lieben. Deine Bienenbetörerin“ befindet.

Zeit des Umbruchs Die Wechseljahre können einiges auf den Kopf stellen: Im Film wird das Leben einer Frau thematisiert, die sich zu Beginn des Klimakteriums befindet und mit der Zeit, angeregt durch die vorgetragenen Erinnerungen einer alten Frau, ihr Leben verändern möchte. Der genaue Zeitpunkt des Klimakteriums variiert von Frau zu Frau. In dieser natürlichen Phase wechselt die Konzentration der Geschlechtshormone Estrogen und Progesteron. Nach drei bis vier Jahrzehnten der Gebärfähigkeit stellt sich der Organismus mit der Veränderung des hormonellen Niveaus auf einen weiteren Lebensabschnitt ein.

ÜBERBLICK
In unserer Serie „Kino – Schon gesehen?“ stellen wir Ihnen demnächst folgende verfilmte Krankheitsthemen vor:
+ Medicus (Pest)
+ Freundinnen (Kardiomyopathie)
+ Contagion (Viruserkrankungen wie Sars)
+ Beim Leben meiner Schwester (Leukämie)
+ The Bay (Endoparasitenplage)
+ Million Dollar Baby (Querschnittslähmung)
+ Wenn der Wind weht (Strahlenkrankheit)

Charakteristisch für die Wende ist die Menopause, die letzte von den Eierstöcken gesteuerte Regelblutung. In der Vorphase, der Prämenopause, machen sich schon erste Anzeichen bemerkbar, beispielsweise werden die Abstände zwischen den Monatsblutungen deutlich größer. In der Perimenopause vollzieht sich der eigentliche Umschwung, bis schließlich in der folgenden Postmenopause die Estrogen- und Gestagenproduktion vollständig zum Erliegen kommt.

Im Apothekenalltag begegnen uns häufig Kundinnen, die unter den typischen Anzeichen wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Reizbarkeit oder Haarausfall leiden. Weil vielen Frauen das Thema unangenehm ist, haben sie Scheu, die Problematik offen anzusprechen. Beschreiben die Betroffenen die passenden Symptome und sind zudem in einem entsprechenden Alter, sollten PTA und Apotheker einfühlsam auf die Thematik eingehen.

Medikation im Klimakterium Eine Möglichkeit der Behandlung der Wechseljahre ist die Hormontherapie, von der die meisten Frauen allerdings absehen, weil sie die Begleiterscheinungen der Medikamente fürchten. Auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt diese Maßnahme nur mit Vorsicht und zwar dann, wenn sehr starke Beschwerden und ein extremer Leidensdruck vorliegen, vorausgesetzt es gibt keine anderen, effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Die Anwendungsdauer sollte allerdings nie länger als zwei Jahre betragen.

Eine Alternative zur Hormonbehandlung sind Phytotherapeutika oder Homöopathika. Pflanzliche Präparate basieren in der Regel auf Extrakten der Traubensilberkerze und sind oft mit Johanniskraut kombiniert. Homöopathische Arzneimittel können beispielsweise Ignatia, Cimicifuga, Sanguinaria sowie Sepia enthalten und lindern psychische und physische Symptome der Wechseljahre.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 10/15 ab Seite 138.

Martina Görz, PTA und Fachjournalistin (FJS)

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