Husten

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Auch wenn bei einer Erkältungskrankheit die Palette der infrage kommenden homöopathischen Arzneimittel riesig ist, können bei einer ersten Annäherung an das Thema einige, die häufig angezeigt sind, gut identifiziert werden.

Husten ist einer der häufigsten Anlässe für einen Arztbesuch. Die Erkrankung wird vorwiegend durch Viren ausgelöst. Alle Studien und Übersichtsarbeiten zu diesem Thema haben gezeigt, dass Antibiotika, wenn überhaupt, dann allenfalls einen unbedeutenden Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen können. Das Risiko der unerwünschten Effekte wiegt in der Regel schwerer.

Um die Arzneimittelwahl zu erleichtern hat es sich bewährt, als ersten „Einstieg“ die Lokalisation des Hustens zu beachten. Für die Bestimmung der passenden Arznei erfragen Sie bitte, ob der Husten trocken oder gelöst ist, ob schmerzhaft und welche Umstände bessern oder verschlechtern. Auf die weiteren medizinischen Aspekte des Themas wird in diesem Beitrag nicht eingegangen.

Es steckt im Hals Wenn vor allem der Hals betroffen ist, könnte auch der Kehlkopf (mit) entzündet sein. Mehr oder weniger ausgeprägte Heiserkeit kann den Husten begleiten. Allium cepa ist angezeigt bei heftigem Kitzeln im Halsbereich. Der Husten ist sehr schmerzhaft, es fühlt sich an, als ob etwas im Kehlkopf losgerissen wird. Betroffene fassen sich instinktiv beim Hustenstoß an den Hals. Eine Verursachung durch Kitzeln im Hals könnte auch auf Phosphorus hinweisen. In diesem Fall ist der Hals allerdings eher berührungsempfindlich.

Meist begleitet starke Heiserkeit den Infekt, Sprechen ist anstrengend und schmerzhaft, es verschlechtert auch den Husten. Klagen Betroffene über das Gefühl, störenden Schleim im Rachen oder Kehlkopf nicht recht los zu werden, sollte ihre Wahl auf Causticum fallen. Der Schleim nötigt zum Räuspern. Weil er sich so schlecht löst, kommt es auch zu heftigen, quälenden Hustenattacken. Charakteristisch für die Arznei ist das Gefühl, nicht „unter“ den Schleim zu kommen, um ihn abhusten zu können. Er scheint auch auf den Stimmbändern zu sitzen und verursacht Heiserkeit. Abhusten und Trinken kalter Getränke lindert (kurzzeitig) die Beschwerden.

Bei extrem trockenem und krampfartigem Husten, der ebenfalls vorwiegend aus dem Halsbereich kommt, ist vor allem Spongia tosta angezeigt. Die Atmung wird von lauten Geräuschen begleitet. Auffallend ist die Linderung des Hustens durch alles, was die Atemwege befeuchten könnte, wie Lutschen eines Bonbons, Essen und Trinken. Spongia ist die häufigste Arznei beim Pseudokrupp kleiner Kinder.

Trockener Husten Wenn dieser in der Brust entsteht, kommen vor allem folgende zwei Arzneien in Betracht: Bryonia, wenn er sehr hart ist, Betroffene sich vor Schmerz den Brustkorb halten und jede Aktivität, ebenso wie das Betreten eines warmen Zimmers schnell zur Verschlechterung führt. Drosera, wenn der Husten sehr krampfartig ist und so heftige Attacken verursachen kann, dass man kaum Luft bekommt. Ein nahezu unfehlbares, auf die Arznei hinweisendes Leitsymptom ist der Beginn der Attacken unmittelbar nach dem Hinlegen.

Bei Husten aus dem Brustkorb, der mit viel gelb (-grünem), schleimigem Auswurf einhergeht, denken Sie bitte an Pulsatilla. (Die Farbe weist nicht unbedingt auf die Auslösung der Erkrankung durch Bakterien hin und ist keine Indikation für ein Antibiotikum!). Am Abend oder in der Nacht kann die Absonderung auch „eintrocknen“. Auffallend ist die deutliche Verschlechterung in warmen Räumen und im Laufe der Nacht, an der frischen Luft hingegen werden Husten und Krankheitsgefühl deutlich gebessert.

Ipecacuanha sollte die passende Arznei sei, wenn der Husten zwar gelöst erscheint, der Auswurf des Schleimes aber schwierig ist. Die Atmung ist oft rasselnd, in mühsamen Attacken haben Betroffene mitunter das Gefühl an ihrem Schleim zu ersticken. Husten bis zum Würgen und Erbrechen sind ebenfalls charakteristische Zeichen.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 10/15 auf Seite 71.

Dr. med. M. Berger, Facharzt für Allgemeinmedizin/ Homöopathie

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