Gelenke

© Dmytro Smaglov / fotolia.com

Homöopathika sind im Akutfall oft erfolgreich. Anders als schmerz- und entzündungshemmende Medikamente können sie die Funktionalität nachhaltig verbessern.

Selbstverständlich sollte, soweit möglich, vor einer Behandlung eine klinische Diagnose gestellt werden. Die Auswahl einer geeigneten homöopathischen Arznei hängt allerdings nicht in erster Linie von der Krankheitsbezeichnung ab, sondern von der Art der individuellen Symptomatik.

Akute Entzündung Hier kommen folgende Arzneien in Betracht: Steht eine ausgeprägte Schwellung im Mittelpunkt, ist Apis mellifica angezeigt. Das Gelenk fühlt sich heiß an, kalte Anwendungen sind angenehm. Apis hat seine heilende Wirkung beispielsweise bei bei Entzündungen des Kniegelenkes mit ausgeprägter Ergussbildung, wie sie auch nach einer Operation an dem Gelenk auftreten kann, häufig unter Beweis gestellt. Für die Wahl von Belladonna spricht ein starker, meist pulsierender Schmerz (hämmernd, klopfend), das Gelenk ist heiß und intensiv rot gefärbt.

Erschütterungen sind unangenehm, auffallend ist eine Besserung durch milde Wärme, Bedecken oder Einhüllen. Eine akute Gichtarthritis passt meist gut zu dem Arzneimittelbild von Belladonna. Eine Verschlechterung der Schmerzen durch jede Bewegung ist das führende Leitsymptom von Bryonia. Im Gegensatz zu den vorgenannten Arzneien sind es nicht die äußeren Zeichen, sondern das Bedürfnis nach Ruhe sowie die Besserung durch lokalen Druck oder Bandagieren, die auf die Arznei hinweisen. Der zu Grunde liegende physiologische Prozess ist eine fibrinöse Entzündung (trockene Entzündung). Aus diesem Grunde kann auch ein Reiben von Gelenken oder Sehnen auf Bryonia hinweisen.

Rhus toxicodendron Insbesondere im Herbst und im Winter ist diese eine der wichtigsten Arzneien für verschiedene Arten von Gelenkbeschwerden. Erneut ist es die charakteristische Symptomatik, die Sie zur Arznei führt: Symptome werden ausgelöst (oder verschlechtert) bei kalter, feuchter Witterung und durch übermäßige Anstrengung. Gelenke und umgebende Muskulatur fühlen sich lahm und steif an. Ruhe führt nicht zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden.

Oft eher im Gegenteil: Betroffene wechseln oft die Lage, suchen immerzu nach einer bequemen Position für die schmerzende Region. Am Anfang der Bewegung, nach einer längeren Ruhepause, insbesondere am Morgen, sind die Schmerzen heftig. Zunehmende Bewegung („Einlaufen“) ist angenehm, ebenso warme, am besten heiße Anwendungen. Bei passender Symptomatik kann Rhus toxicodendron für alle Gelenke hilfreich sein, besonders bei Beschwerden des Kniegelenks (Gonarthrose).

Bitte beachten Sie, dass Pulsatilla ebenfalls eine sehr starke Beziehung zu diesem Gelenk aufweist und der Symptomatik von Rhus toxicodendron ähnlich ist. Einen wesentlichen Unterschied: Betroffene möchten ihre kranken Gelenke kühlen, decken sie in der Nacht lieber ab und suchen Linderung bei sanfter Bewegung an kühler frischer Luft.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 11/15 auf Seite 48.

Dr. med. M. Berger, Facharzt für Allgemeinmedizin/Homöopathie

Weitere Informationen

Das könnte Sie interessieren

© privat
Zu Besuch in Venedig weiter
Hoffnung durch neue Therapien weiter
Spielsteine © Jon Le-Bon / Fotolia.com
Was Namen sagen weiter
ACE-Hemmer und Sartane weiter
Tote Mädchen lügen nicht weiter
Fiesta olé weiter