Spiel mit Licht und Schatten

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Haben Sie schon einmal was von Contouring, Strobing oder Nontouring gehört? Mit diesen Schminktechniken lassen sich Vorzüge und kleine Makel im Gesicht dank heller und dunkler Farbe kaschieren.

Make-up-Trends gibt es zu Genüge und nicht alle halten sich auf Dauer. Was sich zunehmend etabliert, ist das Auftragen verschiedener Nuancen, um das Gesicht zu modellieren, Nasen schmaler zu schminken, ein lästiges Doppelkinn zu minimieren oder Wangenknochen optisch anzuheben. Das Ganze nennt sich Contouring. Den Hype ausgelöst hat Kim Kardashian, die sich auf ihren zahlreichen Social Media-Kanälen mit farblich unterschiedlichen Balken im kompletten Gesicht präsentierte. Was zunächst aussah wie eine lustige Bemalung ist heute eine ernst zu nehmende Make-up Technik, mit der sich jede Gesichtsform positiv modellieren lässt.

Wohl dosiert anzuwenden Tricksen wie es sonst nur Schmink-Profis oder Visagisten können, ist seit den unzähligen Ratgebern und Tutorials auf Youtube auch für Laien möglich. Etwas Vorkenntnis kann dennoch nicht schaden, damit das Ergebnis möglichst natürlich erscheint. Wird falsch oder zu stark konturiert, erscheint das Gesicht nicht vorteilhaft, sondern eher wie eine Maske. Zunächst wird das Gesicht wie gewohnt eingecremt, kurz gewartet und dann die gewohnte Foundation aufgetragen. Mittels leicht angefeuchtetem Make-up-Schwämmchen lässt sich jedes Make-up leicht auftragen und es landet nur so viel im Gesicht, wie unbedingt nötig ist.

Dunkle und helle Töne für Wangen, Kinn und Stirn Konturiert wird mit einem dunkleren Ton als der Hautton. So lässt sich eine Illusion von Schatten erzeugen. Als Highlights kommen hellere Nuancen als der ursprüngliche Teint ins Spiel. Mittlerweile bieten zahlreiche Hersteller Kombiprodukte mit je einem hellen und dunkleren Ton an. Praktisch eignen sich auch Puder und Grundierungen in hellen und dunklen Tönen. Empfehlen Sie für leichte Schattierungen oder als Tages-Konturierung Puder; wer es intensiver wünscht verwendet cremige Formulierungen. Durch das Wechselspiel von dunkel und hell ergibt sich eine optische Dreidimensionalität, die beispielsweise eine große Nase oder ein spitzes Kinn optisch minimieren.

Formen-Kaschieren-Aufhellen-Verblenden Um Farben auf den einzelnen Partien im Gesicht aufzutragen, eignen sich weiche Kosmetikpinsel, Make-up Applikatoren auf Silikonbasis oder spezielle Make-up-Schwämmchen in Form eines Eis (beauty blender). Wer Konturieren zunächst einmal ausprobieren möchte, beginnt am besten mit dem Formen der Gesichtsmitte. Dazu wird ein dunkler Ton unterhalb der Wangenknochen von außen zur Gesichtsmitte aufgetragen, so wirkt jedes Gesicht im Nu schmaler. Cremige Produkte anschließend etwas in die Haut einarbeiten.

Ihre Kundin möchte eine hohe Stirn, breite Nase oder ein spitzes Kinn kaschieren? Empfehlen Sie auch hier etwas dunkle Farbe aufzutragen. Damit das Gesicht gleichzeitig strahlt, wird eine helle Nuance oberhalb der Wangenknochen, auf dem Nasenrücken, der Stirn- und Kinnmitte aufgetragen. Zum Abschluss geht es ans Verblenden: dazu mit einem dicken Pinsel etwas neutralen Gesichtspuder sanft über das ganze Gesicht streichen.

Konturieren für Anfänger Wem das zu kompliziert ist, kann mit Nontouring diverse Highlights setzen. Bei dem sehr jungen Trend im Wechselspiel von Licht und Schatten, ist sehr wenig Make-up im Spiel. Dazu eine sehr leichte Grundierung oder eine getönte Tagescreme auftragen. Anschließend ein zum Hautton passendes Rouge auf den höchsten Punkt der Wangenknochen, Nasenspitze und unter den Brauenbogen auftragen. Sofort wirkt das Gesicht frischer. Eine ganz einfache Möglichkeit Vorzüge ohne große Schminkkenntnisse hervorzuheben. Allerdings werden hierbei kleine Hautunregelmäßigkeiten nicht kaschiert, was beim klassischen Contouring der Fall ist.

Frische Akzente lassen das Gesicht erstrahlen Zum krönenden Abschluss bietet sich Strobing an. Praktisch werden mit Schimmerpuder, Stiften oder Fluid mit Perlmuttpartikeln Glanzpunkte gesetzt. Für einen offenen wachen Blick etwas im inneren Augenwinkel platzieren. Das Auge wirkt größer, wenn unterhalb des Brauenbogens etwas irisierender Lidschatten aufgetragen wird: eine sehr wirkungsvolle und einfache Möglichkeit Augen zu betonen. Zur Akzentuierung der Wangenknochen etwas Puder oder Fluid auf den höchsten Punkt auftragen und in Richtung Brauen ausstreichen. Jedes Gesicht erscheint mit etwas Schimmer auf den Wangenknochen sofort weicher und frisch.

Viele Frauen empfinden ihre Lippen zu schmal. Auch hier kann Strobing helfen: eine kleine Menge auf das Lippenherz über der Oberlippe und aufs Kinn auftragen, schon wirken sie schwungvoller. Wer seine Nase schmaler wünscht, gibt etwas Schimmer auf den Nasenrücken. Empfehlen Sie hier einen sparsamen Auftrag, damit die Nase nicht metallisch und damit unnatürlich wirkt. Es ist also gar nicht so schwierig etwas mehr Kontur ins Gesicht zu bringen und der natürlich wirkende Vorher-Nachher-Effekt ist wirklich verblüffend.

Kirsten Metternich, Freie Journalistin

Den Artikel finden Sie auch in die PTA IN DER APOTHEKE 09/17 auf Seite 68.

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