Temperiertes Gebläse

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Zu heiß, zu lang auf einer Stelle, mit falschem Werkzeug und ohne Schutz. Föhnen kann eine extreme Tortur fürs Haupt sein. Denn allzu oft werden falsche Technik und Tools eingesetzt.

Die schonendste und beste Art, Haare zu trocknen, ist zweifelsfrei an der Luft. Nur leider ist das nicht immer möglich. Vor Terminen muss es schnell gehen und in der kalten Jahreszeit sollte keiner mit nassen Haaren draußen rumlaufen. Kurzum: In den meisten Badezimmern der Republik wird geföhnt, was das Zeug hält.

Nur leider meist falsch: mit dem Resultat, dass Haare trocken, brüchig, glanzlos und spröde werden. Beraten Sie Kunden nicht nur im Hinblick auf hochwertige Pflegeprodukte aus Ihrem Sortiment. Geben Sie Tipps, wie gekonntes Föhnen und Stylen jede einzelne Haarfaser schützt. So bietet sich eine optimale Symbiose zwischen Pflege und Styling.

Was ein Föhn heute alles kann Wer regelmäßig warme Luft durchs Haar bläst, kann bereits beim Gerät aus einer Fülle an Produkten wählen. Moderne Haartrockner erzeugen nicht mehr nur ganz banal heiße Luft. Im Angebot sind Produkte mit Ionenkartuschen, speziellen Lockenaufsätzen, verschiedenen Gebläsestufen, inklusive Kalttaste. Dank Ionentechnik trocknen Haare schonend schneller und werden nicht statisch aufgeladen.

Praktisch sind Aufsätze für Rund- oder Ionenbürsten, Lockenstab oder mit Colorschutzfunktion. Sie helfen dabei, durch Föhnwärme bedingte Schäden möglichst gering zu halten. Wichtig ist, dass das Gerät eine Kaltstufe hat. Sie sollte immer am Ende zum Einsatz kommen. Dank ihr wird dem Haar die letzte Föhnwärme entzogen. Das verleiht mehr Elastizität und Glanz.

Heiße Luft: der Super-Gau Nach der Wäsche sind Haare besonders empfindlich. Statt sie jetzt wie ein rohes Ei zu behandeln, rubbeln und reißen viele an ihnen herum, um sie vorzutrocknen. Empfehlen Sie zum schonenden Antrocknen einen Handtuchturban. Darin können sie ruhig fünf bis 15 Minuten verweilen. Anschließend mit einer breiten Bürste , besser noch mit einer Bürste speziell zum Durchkämmen nasser Haare (Tangle Teezer) bändigen.

Dann geht’s ans Föhnen. Und das bitte nicht zu heiß, denn schon 100 °C schadet nassem Haar auf Dauer deutlich. Wasser im Haar verdampft, es entsteht Druck, der die ohnehin aufgeweichte Oberfläche sprengen kann. Sind Haare vollständig trocken, können sie dagegen bis zu 175 °C gut überstehen.

Pflege nicht vergessen Bevor es ans Föhnen geht, empfehlen Sie ein Hitzeschutzprodukt. Hochwertige Sprays und Balms aus Ihrem Sortiment enthalten beispielsweise Hyaluronsäure, Keratin oder ätherische Öle. Sie ummanteln jedes einzelne Haar und bilden so ein Thermo-Schutzschild. Auch ein Entwirr- oder Feuchtigkeitsspray aus Ihrem Sortiment schützt vor unnötigem Austrocknen durch heiße Föhnluft.

Spray mit Avocado und Zinnkrautextrakt bewahren gefärbtes Haar zusätzlich vor schnellem Verblassen. Gut durchgekämmt geht’s an Vortrocknen. Dazu Haare erst einmal auf lauwarmer Stufe über Kopf oder von unten nach oben soweit durchpusten, bis sie zu 90 Prozent trocken sind. Dann beginnt das eigentliche Stylen mittels Haartrockner.

Richtig Trocknen Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das gilt für viele auch beim Thema Föhnen. Es wird immer gleich durchs Haar gewirbelt, auf heißer Stufe, mit oder ohne Bürste. Generell gilt: Je feiner die Haarstruktur, desto niedriger sollte die Wärmezufuhr sein. Besonders wichtig für ältere Klienten, die meist ohnehin schon zu dünnerem Haar neigen. Fragen Sie Ihre Kunden, wie heiß sie föhnen. Schonend fürs Haar ist mittlere Wärme. Fühlt sich die Kopfhaut dabei zu heiß an, ist die Temperatur eindeutig zu hoch.

Auf Höchststufe werden sie zwar blitzschnell trocken, aber auf Dauer auch im Hinblick auf ihre Struktur brüchig und spröde. Viel sinnvoller ist es, die Gebläsestufe höher zu schalten und den Hitzeknopf moderat zu belassen. Der Abstand zwischen Föhn und Haaren sollte dabei mindestens 20 Zentimeter sein. Dabei den Föhn in Bewegung halten, damit sich Wärme gleichmäßig verteilt und nicht auf eine Stelle fixiert wird. Allein das hilft schon, Haare vor extrem heißer Luft zu schützen.

Styling mit Volumen-Kick Es kommt nicht nur darauf an, wie heiß Haare getrocknet werden. Geben Sie den Kunden Praxistipps, wie sie natürliches Volumen auf ihr Haupt zaubern, das nicht unmittelbar nach dem Styling in sich zusammenfällt. Wer sehr plattes, dünnes oder glattes Haar hat, kann vorab Volumenspray in die Ansätze einarbeiten. Inhaltsstoffe wie Keratin- Aminosäuren, Kapuzinerkresse, Malven- und Hirseextrakte geben mehr Halt und Stand.

Um Haare wirklich vollständig trocken zu föhnen, mit Klammern in drei bis fünf Partien abstecken. Anschließend mittels Paddle Brush oder Rundbürste Strähne für Strähne föhnen. Nicht von oben nach unten ziehen, sondern locker vom Ansatz zu den Spitzen. Dabei den Föhn im 45-Grad-Winkel zum Haar halten. Nicht von unten pusten, das raut die Schuppenschicht auf und die Haare werden filzig.

Wer einen Seitenscheitel trägt zuerst in entgegengesetzter Richtung föhnen, dann auf die richtige Stelle. So bleibt er standhaft und wirkt fülliger. Kurzhaarfrisuren einfach kreuz und quer über den Kopf trocknen. Anschließend Konturen mit einem Kamm oder Bürste bearbeiten. So haben Kunden lange Freude an ihrem gesunden und richtig geföhnten Haar.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 10/15 ab Seite 114.

Kirsten Metternich, Freie Journalistin

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