Eine Frau wird in den Oberarm geimpft. Sie schaut dabei zu.© AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus
Die Post-Vac-Ambulanz in Marburg schaut beim Verdacht auf Impfnebenwirkungen genau hin.

Impfschäden

POST-VAC-AMBULANZ AN MARBURGER UNIKLINIK

Impfnebenwirkungen wie erhöhte Temperatur oder ein geröteter Arm sind normal. Aber welche Optionen haben Betroffene von schweren Nebenwirkungen? Die Post-Vac-Ambulanz am Universitätsklinikum Marburg kann weiterhelfen.

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Eine Anlaufstelle für Menschen, die glauben durch die Corona-Impfung einen längeren gesundheitlichen Schaden erlitten zu haben, wird mit Anfragen überhäuft. Das Universitätsklinikum Marburg hat seine interdisziplinäre Post-COVID-Ambulanz um eine Post-Vac-Ambulanz erweitert.

Derzeit stünden 7000 Menschen auf der Warteliste, sagte der Leiter der Ambulanz, Professor Bernhard Schieffer. Bei der Erstaufnahme wird allerdings nicht zwischen beiden Patientengruppen unterschieden.

Hunderte Anfragen pro Tag

„Wir haben jeden Tag Hunderte Anfragen zum Post-Vac-Syndrom“, sagte Schieffer der Deutschen Presse-Agentur. „Wie viele Verdachtsfälle sich am Ende bewahrheiten, kann man bei der ersten Kontaktaufnahme nicht sagen.“ Inwieweit wirklich ein Zusammenhang besteht, muss die Einzelfallprüfung ergeben.

Was genau ist Post Vac?

Schieffer definiert Post Vac als Long-COVID nach Impfung. Eine offizielle wissenschaftliche Definition gibt es nicht. Die Patienten, die sich an die Marburger Ambulanz wenden, klagen über ein breites Spektrum von Müdigkeit über neurologische Schäden bis zu Herzproblemen.

Schieffer findet es wichtig, Menschen, die einen solchen Verdacht haben, zuzuhören. „Wir müssen unaufgeregt darüber reden“, sagt der Kardiologe. „Das Thema ist zu lange totgeschwiegen worden.“ Die Impfungen hielt und hält er für richtig: „Wir mussten die vulnerablen Gruppen schützen.“ Allerdings gehöre zur Wahrheit auch dazu, zu sagen: „Es gibt Nebenwirkungen.“

Nur geimpft oder geimpft und infiziert?

Nimmt sich die Ambulanz eines Post-Vac-Verdachts an, muss nicht nur geprüft werden, ob es tatsächlich einen ursächlichen Zusammenhang gibt: Wichtig ist auch zu unterscheiden, ob der Patient nur geimpft ist oder auch infiziert war. Dafür wird laut Schieffer ein sogenannter Nukleokapsid-Proteintest eingesetzt, der die Antikörper gegen das Virus und die Antikörper gegen das Spike-Protein des Impfstoffes unterscheiden kann.

Quelle: dpa

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