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Deutschland schläft schlecht

Mann ist furchtbar müde auf der Arbeit
© suzanne Plumette - fotolia

Jedes Baby kann es. Schlafen ist doch so einfach. Laut dem Gesundheitsreport der DAK Gesundheit, der kürzlich in Berlin vorgestellt wurde, leiden aber immer mehr Menschen unter Ein- und Durchschlafstörungen.

Seit 2010 sind dem Bericht zufolge die Schlafstörungen bei Berufstätigen zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent angestiegen. Etwa 80 Prozent der Erwerbstätigen berichteten von Schlafstörungen und ungefähr 50 Prozent klagten über Müdigkeit bei der Arbeit. Knapp jeder zehnte Arbeitnehmer (9,4 Prozent) leidet danach sogar unter schweren Schlafstörungen mit schlechter Schlafqualität, beispielsweise durch eine Schlafapnoe. Frauen sind mit elf Prozent etwas häufiger betroffen als Männer mit acht Prozent.

Auch die Auswirkungen auf das Arbeitsleben wurden untersucht. Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen nahmen demnach um rund 70 Prozent auf jetzt 3,86 Tage je 100 Versicherte zu. Eine Krankschreibung aus diesem Grund dauert im Schnitt 10,9 Tage. Die meisten Menschen gehen allerdings gar nicht zum Arzt, sondern versuchen alleine damit klar zu kommen. Nur 4,8 Prozent der Erwerbstätigen haben sich mit ihrem Problem beim Arzt vorgestellt.

Können das hektischer werdende Berufsleben, die Reizüberflutung und die permanente Erreichbarkeit, die von vielen Arbeitgebern und Kollegen erwartet wird, ein Grund dafür sein? Es ist naheliegend, dass man schlecht zur Ruhe kommt und sich nicht entspannen kann, wenn bis in die späten Abendstunden News und persönliche Nachrichten auf dem Handy eintreffen.

Die Studie legt auch offen, dass im Vergleich zu 2010 heute mit 9,2 Prozent fast doppelt so viele der 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer Schlafmittel einnehmen. Jeder zweite kauft rezeptfreie Hypnotia/Sedativa und viele nehmen sie über einen längeren Zeitraum.

Sabine Breuer   Apothekerin, Redaktion

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